
Wolfgang Röller und Hans-Martin Gauger entgegen
Gestern Abend wurde im Literaturhaus in Frankfurt zum 29. Mal der Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung vergeben.
Dr. Wolfgang Röller, Vorsitzender des Kuratoriums der 1978 gegründeten Jürgen Ponto-Stiftung, ging in seiner Begrüßung auf das Ziel der Stiftung – die Förderung junger Künstler – ein. Die Vergabe des Literaturpreises sei dabei der jährliche Höhepunkt.
Am Beginn des Auswahlverfahrens steht die Bitte der Ponto-Stiftung an die Verlage, bisher unveröffentlichte Manuskripte junger Autorinnen und Autoren einzuschicken. Prof. Hans-Martin Gauger, Fachkurator der Stiftung, sichtet die Manuskripte und legt seine Entscheidung anschließend dem Kuratorium zur Diskussion vor.
Dorothea Zanon, Lektorin im Skarabæus Verlag Innsbruck, freute sich über die Auszeichnung von Barbara Aschenwald für das bei Skarabæus erschienene Buch Leichten Herzens. Der Preis bedeute auch für den seit 15 Jahren bestehenden kleinen Verlag eine Anerkennung seiner Förderung junger Autoren.
Seine Laudatio begann Hans-Martin Gauger mit dem auf den Buchtitel anspielenden Hinweis, dass sich die Jury leichten Herzens für den schmalen Erzählungsband entschieden habe. Dennoch führe der Titel eher in die Irre, Leichtigkeit zeichne den Text nur in einem ganz bestimmten Sinne aus. Mit Leichten Herzens liege ein ernsthaftes, ungewöhnliches und erstaunliches Buch vor, ein stilles Buch und so ganz anders als gegenwärtig auf dem Markt üblich. Das Bändchen stelle Intensität auf 124 Seiten dar.
Nach der Übergabe des mit 15.000 Euro dotierten Literaturpreises gab Barbara Aschenwald eine Kostprobe aus ihrem Debüt und las zwei Geschichten vor. Der Lesung stellte sie ein Credo Anton Tchechows voran, der in einem Brief schrieb: „Ich bin kein Liberaler, kein Konservativer, kein Reformer, kein Mönch, kein Indifferenzler … Ich möchte ein freier Künstler sein und weiter nichts.“
Außerdem las Christine Pitzke, Preisträgerin 2004, aus ihrem dritten Roman Der Sommer, in dem Folgendes geschah, dieses Jahr im Verlag Jung und Jung erschienen.
Der weiter angekündigte Autor und Preisträger 1982, Gerhard Köpf, war krankheitsbedingt verhindert. Dafür las Zsuzsa Bánk, sie hatte den Literaturpreis der Ponto-Stiftung im Jahr 2002 erhalten, aus ihrem neuen Roman Die hellen Tage, der im Februar 2011 im S. Fischer Verlag veröffentlicht wird.
JF