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„Rachel, die Frau des Rabbis“

Silvia Tennenbaum

Gestern Abend war die Schriftstellerin Silvia Tennenbaum im Literaturforum im Dritten im Frankfurter Mousonturm zu Gast, um ihr kürzlich im AvivA Verlag, Berlin, erstmals auf Deutsch erschienenes Buch Rachel, die Frau des Rabbis, übersetzt von Claudia Campisi, vorzustellen.

Werner Söllner vom Literaturforum begrüßte die zahlreichen Gäste und nannte gute Gründe, warum Silvia Tennenbaum ihr Buch gerade in Frankfurt präsentierte: Die Autorin ist in der Stadt am Main geboren, die zur Lesung anwesende Verlegerin Britta Jürgs ebenfalls, der Kontakt für die deutsche Ausgabe entstand vor zwei Jahren auf der Frankfurter Buchmesse.

„Es hat lange gedauert, aber seit etwa 1983 fühle ich mich in Frankfurt wieder daheim“, unterstrich Silvia Tennenbaum, 1928 hier geboren, 1936 mit der Familie in die Schweiz und 1938 weiter in die USA emigriert. In der neuen Heimat spielte sie lieber draußen mit den Jungs Baseball als brav zu Hause zu sitzen, später interessierte sie sich für Politik. Beide Leidenschaften finden Eingang in das Buch, das autobiographische Züge trägt: Sie selbst war 30 Jahre lang mit einem Rabbi verheiratet.

Rachel, die Frau des Rabbis ist eigentlich Silvia Tennenbaums erster Roman, die Originalausgabe erschien bereits 1978 in den USA und war dort ein Bestseller. Ihr zweites Buch, Yesterday’s Street/Straßen von Gestern kam 1981 in den USA und 1983 in Deutschland im S. Fischer Verlag heraus.

Ursula Illert las nach der Einführung aus dem Anfangskapitel des Buches. Die Zuhörer begegnen darin einer jungen, sehr selbständigen und eigenwilligen Rebbezin, die sich zwar ihren Aufgaben widmet, sich jedoch nichts vormachen lässt. Später geht es in einer weiteren Passage des Buches um verschiedene, auch gewaltbereite Strömungen unter den amerikanischen Juden. Wie kann ein Blender gegen Frieden und Verständigung aufrufen und vor allem junge Menschen so verführen?, fragt die Autorin.

Im Anschluss an die Lesung beantwortete Silvia Tennenbaum Fragen und erläuterte interessante Hintergründe über ihre Familie: Ihre Mutter war mit Anne Frank verwandt, zur Familie zählten auch Paul und Robert Hirsch, letzterer war ein bedeutender Kunstsammler in Frankfurt, er stiftete außerdem der Kunstsammlung Städel mehrere Werke.

Verlegerin Britta Jürgs weiß, dass Silvia Tennenbaum, die sich in den USA und in Frankfurt gleichermaßen zuhause fühlt, an einem weiteren Buch arbeitet. Vielleicht erscheint es ja wieder bei AvivA.

JF

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