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Claude Lanzmann auf dem Blauen Sofa in Berlin

Großer Auftritt für Das Blaue Sofa in Berlin: Gestern Abend nahm Claude Lanzmann im Berliner Ensemble auf dem „Blauen Sofa“ Platz. Anlass war die Buchpremiere seiner Erinnerungen Der patagonische Hase, die auf Deutsch soeben im Rowohlt Verlag erschienen sind.

Verleger Alexander Fest konnte unter den Gästen im voll besetzten Haus auch einen Freund Lanzmanns begrüßen: Literaturnobelpreisträger Imre Kertézs. Lanzmanns Buch, das im Original unter dem Titel Le Lièvre de Patagonie vor anderthalb Jahren bei Gallimard erschien, stand in Frankreich monatelang auf den Bestsellerlisten und wurde dort mit großer internationaler Resonanz zum „Sachbuch des Jahres 2009″ gewählt. Auch in Deutschland seien die Rezensionen sehr positiv und feierten Claude Lanzmanns Buch als „Meisterwerk“, als „große Literatur“, freute sich Fest.

Der französische Filmregisseur, den wir durch seinen Film Shoah über die Ermordung von Europas Juden kennen, blickt in „Der patagonische Hase“ auf sein bewegtes Leben zurück. Seine Erinnerungen sind über 600 Seiten stark.

Leuchtend blaue Augen, dichtes, silbergraues Haar, Claude Lanzmann ist auch mit fast 85 Jahren eine beeindruckende Persönlichkeit. Er sei bewegt und stolz in diesem traditionsrei-chen Theater zu Gast zu sein, sagte er, bevor er eine Passage aus seinem Buch las. Den deutschen Part übernahm kongenial der Schauspieler Peter Fitz.

Zwischen den ausgewählten Passagen sprach Barbara Wahlster (Deutschlandradio Kultur) mit Claude Lanzmann über sein Buch. Schwungvoll erzählte der Autor von der Arbeit an dem Buch, das er am Computer diktiert hat, und von seinen Erinnerungen. Nein, eine Liebesbeziehung habe er mit Simone de Beauvoir nicht gehabt, korrigierte er die Moderatorin. Immerhin habe er sieben Jahre mit der Schriftstellerin und Philosophin zusammengelebt. „Ich bin der einzige Mann, der ein eheähnliches Leben mit ihr führte“.

Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus und eilte anschließend zum Büchertisch. Bereitwillig signierte Claude Lanzmann noch lange. Heute Abend ist er übrigens zu Gast beim Harbour Front Festival in Hamburg. Und am 10. Oktober wird er wieder in Berlin sein – zu einer Lesung im Kino Babylon.

Zwischen diesen Terminen werden wir Lanzmann auf der bevorstehenden Buchmesse in Frankfurt treffen können – und natürlich wird das Blaue Sofa, das der Club Bertelsmann vor zehn Jahren aus der Taufe hob, dort auch wieder für Aufmerksamkeit sorgen.

ML

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