Home > Veranstaltungen > Vorschau-Pressekonferenz: Technologie braucht Inhalt ist das Hauptthema

Vorschau-Pressekonferenz: Technologie braucht Inhalt ist das Hauptthema

Juergen Boos

Heute Mittag gab die Ausstellungs- und Messe GmbH des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels im Literaturhaus Frankfurt einen Ausblick auf die bevorstehende Frankfurter Buchmesse.

Katja Böhne, Pressesprecherin der AUM, wies in ihrer Begrüßung auf Neuerungen wie Frankfurt SPARKS hin, die digitale Initiative, die eine Vernetzung über Branchengrenzen hinweg fördert.

Die vorläufige Ausstellungsstatistik lässt kaum Änderungen im Vergleich zum Vorjahr erkennen, bei gleicher Fläche beträgt die Zahl der Aussteller gegenwärtig 6.930 (2009: 7.314), wird jedoch erfahrungsgemäß noch steigen.
Bei den teilnehmenden Ländern ist man zurzeit bei 114 angelangt (2009: 100), dabei können Neulinge wie die Mongolei, Nepal, Uruguay und die Cook Islands begrüßt werden.

Die Zahl der ausgestellten Titel ist um ein Viertel von 401.932 auf 309.885 zurückgegangen, eine Tendenz, die die – gerade in Deutschland – festzustellende Eindämmung der Titelflut widerspiegelt und die Konzentration der Verlage eher auf die Distribution ihrer Produkte zeigt.

Erfreulich ist, so unterstrich Messedirektor Juergen Boos, dass die englischsprachige Literatur wieder gut vertreten ist. Bei den Ausstellern aus Osteuropa zeichnet sich ab, dass sich viele unter das Dach von Gemeinschaftsständen begeben, um Kosten zu sparen.

Ebenfalls zu begrüßen ist die große Zahl von 216 Neuübersetzungen aus Argentinien, dem Ehrengast 2010, die Hälfte davon sind belletristische Titel (im Vorjahr gab es ca. 160 Übersetzungen aus dem Chinesischen).

„Das Buch lebt, aber wir stehen in einer Umbruchzeit. Die Buchmesse hat sich geöffnet“, konstatierte Juergen Boos. Im Veranstaltungsprogramm finden sich 2.500 Vorträge, Diskussionen, Lesungen, Seminare und Konferenzen. Rund 350 davon widmen sich digitalen Themen.

Diese anwachsende multimediale Verknüpfung machte Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien – BITKOM – deutlich, der Verband ist erstmals auf der Buchmesse präsent und wird dazu beitragen, Technologie und Buchbranche miteinander ins Gespräch zu bringen.

Über die Hot Spots auf der Messe, ein Teil der Frankfurt SPARKS, informierte Caroline Vogel, Gruppenleitung Creative Industries, Projektleitung Frankfurt SPARKS, Hot Spots.
Die sechs Hot Spots, spezielle Präsentationsplattformen für die Bereiche Devices, Mobile, Publishing Services, Information Management, Education und Literature & Special Interest, befinden sich von Halle 3.1. bis Halle 8 über das ganze Messegelände verteilt und stellen Fragen des digitalen Publizierens in den Mittelpunkt. Für digitale Aussteller werden alle notwendigen Anschlüsse kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Britta Friedrich, Projektleitung StoryDrive, erläuterte diesen Treffpunkt für die Medien- und Entertainment-Welt. Hier geht es darum, im digitalen Zeitalter auf ganz unterschiedliche Arten Geschichten zu erzählen und Grenzen zwischen Verlagen, Film-, Musik- und Games-Produzenten zu überwinden.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Literary Agents & Scouts Centre (LitAg), der um 2,8 Prozent (515 Agenten) im Vergleich zum Vorjahr gewachsen ist und „aus allen Nähten platzt“, wie es Juergen Boos formulierte.

„Werden wir uns denn in einigen Jahren einmal alle auf der CeBIT treffen?“, fragte ein Pressevertreter aus dem Publikum. Diese Zukunftsvorstellung wiesen sowohl Bernhard Rohleder als auch Juergen Boos zurück. Die Messegesellschaften treten nicht an, um sich gegenseitig Konkurrenz zu machen, sondern um sich stärker miteinander zu vernetzen. Bei aller Zusammenarbeit bleiben die einzelnen Messen jedoch eigenständig, ohne miteinander zu verschmelzen.

JF

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige