Der Börsenverein, die buchhändlerische Genossenschaft eBuch und Amazon werten einen in dieser Woche abgeschlossenen umfassenden Vergleich als zukunftsweisend, mit dem sieben Musterprozesse beigelegt werden konnten, in denen um falsche Preise preisgebundener Bücher im Online-Buchhandel gestritten wurde.
Der mit den Preisbindungstreuhändern abgestimmte Vergleich war möglich geworden, weil Amazon und die gegnerischen Parteien das Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) ab sofort als Referenzdatenbank akzeptieren. Verbindliche Preisangaben mit Hilfe des VLB sind bereits für über 600.000 lieferbare Titel möglich. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die eBuch e.G. haben dieses Verfahren intensiv begleitet.
Gegenstand der Gerichtsprozesse, die mit dem jetzt geschlossenen Vergleich beendet werden, waren Bücher, die von Amazon oder anderen Buchhändlern nicht zu dem vom Verlag festgesetzten Preis angeboten worden waren [mehr…]. Wegen der hohen Zahl von 1,2 Millionen preisgebundenen deutschsprachigen Büchern von über 20.000 Verlagen tauchten bislang insbesondere nach Preisänderungen immer wieder falsche Preise in den Datenbanken von Buchhändlern auf. Das Branchenparlament des Börsenvereins hatte daraufhin Ende April allen Verlagen nahe gelegt, künftig das VLB zur Referenzdatenbank für die Preise ihrer gebundenen Bücher zu machen, damit dieses die Datenbanken von Buchgroßhandel und Online-Anbietern mit einheitlichen Preisdaten versorgen kann.