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Juliane Meyer, Lektorin bei Campus

Juliane Meyer und „Dick“ Bolles

Es ist schön, Lektorin zu sein. Man macht in diesem Job viele spannende Dinge: Konzepte entwickeln, verhandeln, Exposés und Manuskripte lesen, Texte schreiben, redigieren, diskutieren, …. Aber am liebsten treffe ich mich mit meinen Autoren. Es ist immer wieder faszinierend, sie persönlich kennenzulernen – vor allem, wenn sie selbst Workshops geben und man die Möglichkeit hat, dabei zu sein und zu erfahren, wie sie arbeiten.

Daher war ich sehr froh, an einem Workshop bei unserem Campus-Autor Richard Nelson Bolles in den USA teilnehmen zu können. Bolles ist unser Experte zum Thema Jobsuche. Von den deutschsprachigen Ausgaben seiner Bücher wurden insgesamt mehr als 150.000 Exemplare verkauft, davon allein von seinem Klassiker „Durchstarten zum Traumjob“ jährlich rund 10.000 Exemplare. Weltweit haben über 10 Millionen Menschen mit diesem Job ihren persönlichen Traumjob identifiziert.

Nun durfte ich in die USA reisen und fünf Tage lang die außergewöhnliche Methode der Jobsuche bei Dick, wie er von allen genannt wird, kennenlernen.

Das Besondere daran ist, dass er den Menschen zeigt, wie sie herausfinden, was sie wirklich wollen: welche Bereiche sie interessieren, welche persönlichen Fähigkeiten sie auszeichnen, wo sie gern arbeiten und leben möchten usw. Dadurch ergibt sich ein sehr genaues und konkretes Bild von dem ganz individuellen Traumjob. Und nur wer genau weiß, was er will, wird es auch finden.

Am ersten Abend kam die Gruppe zum ersten Mal bei Dick und seiner Frau Marci zuhause zusammen. Wir waren eine sehr internationale Gruppe: Die insgesamt 20 Teilnehmer kamen aus allen Teilen der USA, Kanada, Deutschland, der Schweiz, Südafrika und Italien – 20 tolle Menschen mit interessanten Jobs und beeindruckenden Karrierewegen, die aber alle ein Problem hatten: Sie fühlten sich am falschen Platz, waren unzufrieden mit ihrem derzeitigen Job und dadurch auch mit ihrem Leben. Alle waren auf der Suche: nach einer Aufgabe, etwas, das dem Leben Sinn gibt – etwas, wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen. Ein Teilnehmer hatte das Gefühl, ein schlechter Vater und Ehemann zu sein, weil er in seinem Beruf nicht glücklich sei – und dadurch auch seiner Familie kein Glück geben könne.

Erst nach der ersten Vorstellungsrunde stellte Dick den Workshop über Nacht für uns zusammen. Das macht er immer so: Er möchte, dass jeder Workshop anders und genau auf die Wünsche und Bedürfnisse der jeweiligen Teilnehmer zugeschnitten ist. Sein Antrieb ist es, Menschen wirklich zu helfen, sie in ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Genau das macht einen guten Ratgeber-Autor aus.

Während des Workshops absolvierten wir viele Übungen, allein für uns oder in Gruppen. Zum Beispiel erzählten wir uns Geschichten – Begebenheiten aus unserem Leben, bei denen wir Spaß hatten. Es konnte ein Erlebnis aus dem beruflichen oder privaten Kontext sein, es konnte in der Kindheit oder erst vor kurzem, am Tag zuvor, passiert sein. Jeweils zwei Leute aus der Gruppe gaben uns Feedback zu unseren Geschichten: Was sagen sie über uns aus, welche Fähigkeiten haben wir in diesen Geschichten angewandt?

Wir wiederholten die Geschichten-Übung in den folgenden Tagen mehrmals, und nach einiger Zeit ergaben sich gewisse Muster: Man entdeckte, dass man besonders viele Fähigkeiten im kreativen Bereich hat, ein Organisationstalent ist oder dass man gern Menschen zum Lachen bringt. Auch ich habe meine Lieblingsfähigkeiten entdeckt und war überrascht. Es waren andere, als ich erwartet hatte – und dennoch passen sie zu meinem Job als Lektorin. Ich weiß jetzt aber auch, in welchen anderen Berufen ich diese Fähigkeiten noch einbringen könnte.

Am Ende des Workshops hatten alle Teilnehmer ein Bild von dem, was sie tun wollen. Bei manchen war es konkreter als bei anderen – aber alle wissen nun, in welcher Richtung sie weitersuchen werden.
Es war spannend, all diese interessanten Menschen kennenzulernen. Das Schönste für mich an diesem Workshop aber war, Dick Bolles persönlich zu treffen. Mit über 80 Jahren und nach über 40 Jahren Coaching ist er immer noch neugierig auf Menschen und neue Dinge. Alle 3 Monate hält er den Workshop und ist immer auf der Suche nach neuen Methoden, um sein Anliegen zu vermitteln. Als gefragter Keynote-Speaker ist er ständig auf Veranstaltungen überall in den USA, er aktualisiert und überarbeitet sein Buch jährlich und kennt sich mit Apps und dem iPhone aus wie kein zweiter. Er ist warmherzig, freundlich und witzig. Diese 5 Tage haben mir sein Buch und seine Arbeit sehr viel näher gebracht – mehr, als ich es mir vorgestellt hatte.

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