
Foto Pedro Soares
Der portugiesische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger des Jahres 1998 José Saramago (Foto) ist tot. Das berichteten heute spanische Medien auf der spanischen Kanaren-Insel Lanzarote, die seit Jahren die Heimat des 1922 geborenen Autors ist.
Saramago hatte zuletzt in Deutschland für Aufsehen gesorgt, als er von Rowohlt zu HoCa wechselte [mehr…].
Nach ihm benannt wurde der seit 1999 verliehene portugiesische Literaturpreis Prémio José Saramago.
Günter Berg, Programmgeschäftsführer von Hoffmann und Campe: „Wir verlieren mit Saramago einen ungemein phantasievollen, metaphorischen und liebevollen Schriftsteller. Und wir trauern um einen zornigen Parteigänger der Unterdrückten dieser Welt, der kein Blatt vor den Mund nahm und keinem ideologischen Konflikt auswich.“
Der Romancier, Dramatiker, Lyriker und Essayist, der mit seinem Roman Die Stadt der Blinden seinen bislang größten internationalen Erfolg feierte, kann auf ein umfangreiches Werk zurückblicken.
HoCa veröffentlicht am 25. Juni 2010 seinen neuen Roman Die Reise des Elefanten, in dem Saramago auf Grundlage historischer Tatsachen meisterhaft die Geschichte eines Elefanten Salomon erzählt, der im 16. Jahrhundert auf dem Land- und Seeweg von Lissabon an den Wiener Hof gebracht wurde. Anfang Juli wird der Verlag sein Tagebuch publizieren, dessen Veröffentlichung international bereits für Aufsehen sorgte. Es handelt sich dabei um einen Blog zu kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Themen, den der Autor im Internet betrieb. Im Herbst 2011 wird sein jüngster Roman Kain in deutscher Sprache erscheinen.