
Gleich drei neue Bücher stellt der Verlag Brandes & Apsel, Frankfurt, in acht Tagen vor: Gestern präsentierte Verleger Volkhard Brandes gemeinsam mit der Initiative 9. November in einer Veranstaltung im geschichtsträchtigen Hochbunker an der Friedberger Anlage in Frankfurt den Titel Erinnerung braucht Zukunft.
Das Buch versammelt Texte zum Bau der größten Synagoge in Frankfurt, die 1907 eingeweiht und in der Pogromnacht 1938 zerstört wurde, Interviews mit 19 Zeitzeugen und im dritten Teil Texte und Entwürfe zu Perspektiven für den Ort.
Die Synagoge in der Friedberger Anlage war Mittelpunkt der in Frankfurt gegründeten Israelischen Religionsgesellschaft (IRG), einer 1850 gegründeten und 1876 als eigenständig konstituierten Abspaltung orthodoxer Juden innerhalb der jüdischen Gemeinde, beide Gemeinden existierten bis 1938 nebeneinander.
Die Synagoge fiel wie alle jüdischen Gotteshäuser dem antisemitischen Terror zum Opfer. 1942/43 errichtete das Nazi-Regime auf den Fundamenten einen Bunker, der in den 1980er Jahren als Schutzraum gegen ABC-Waffen umgerüstet wurde. Die 1988 gegründete Initiative 9. November bemüht sich seit vielen Jahren um die Einrichtung einer würdigen Gedenkstätte an diesem dreifach geschichtsträchtigen Ort. Der vorliegende Band will das Nachdenken darüber fördern.
Am Sonntag, 20. Juni, stellt der Verlag Brandes & Apsel zwei weitere Bücher zum Thema Jüdisches Leben in Frankfurt im Jüdischen Museum vor. Autor Joachim Carlos Martini ist in jahrelangen Forschungen den Spuren des Widerstands auf dem Gebiet der Musik nachgegangen. Die zwei Bände Musik als Form geistigen Widerstandes versammeln im ersten Buch Texte, Bilder und Dokumente zum Versuch jüdischer Musikerinnen und Musiker, der Verfolgung durch die Naziherrschaft eigene Formen des Widerstands entgegen zu setzen und liefern im zweiten Buch umfangreiches Quellenmaterial.
JF







