
Gastgeber Jörn Hasenclever, Leitung Zentrale Bibliotheken, begrüßte gestern Abend die Besucher in der Stadtbücherei Frankfurt anlässlich der Ausstellungseröffnung zum Jubiläum von litprom, der Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika [mehr…]
Tobias Voss, Frankfurter Buchmesse, wies auf die Anfänge von litprom vor 30 Jahren hin und stellte fest, dass in diesem Zeitraum die Übersetzung von etwa 600 Titeln durch die Gesellschaft gefördert wurde. In Deutschland haben Übersetzungen einen Anteil von neun Prozent an den Erstauflagen, im Bereich Belletristik sind es jedoch etwa 25 Prozent.
Mit einem Zitat von Jorge Luis Borges schloss Tobias Voss: „Lesen ist Denken mit anderem Kopf.“
Der Autor Horacio Castellanos Moya, 1957 in Honduras geboren und im Rahmen des Programms Städte der Zuflucht von 2004 bis 2006 in Frankfurt zu Gast, sprach das Grußwort.
„Meine Sprache ist Spanisch, keine so seltene Sprache auf der Welt“, begann er. Es scheine so, dass Autoren, die in weit verbreiteten Sprachen schreiben, in der internationalen Arena Vorteile haben und stärker präsent sind als jene, die in „kleinen Sprachen“ publizieren. Doch für Moya habe das eine andere Bedeutung, weil er aus einem kleinen Land komme, dessen Literatur kaum international bekannt ist. Ein spanischer Verleger meinte einmal: „Sie sind ein Autor ohne Land.“
Deshalb sind Übersetzungen für solche Autoren so wichtig. Mit Übertragungen in andere Sprachen wird es möglich, auch ihr Land vorzustellen. „Darüber hinaus werden wir im eigenen Land dann eher beachtet“, konstatierte Moya, dessen neuester Roman Der schwarze Palast, übersetzt von Stefanie Gerhold, soeben bei S. Fischer erschien.
Die ersten Übersetzungen von Moya waren Übertragungen ins Deutsche, der Schriftsteller bedankte sich für die Unterstützung durch litprom. Mittlerweile gibt es weltweit weitere Übersetzungen seiner Bücher.
Peter Ripken, Vorstandsvorsitzender des International Cities of Refuge Network (ICORN), wies auf die Ausstellung zum 30-jährigen Jubiläum von litprom im Untergeschoss der Stadtbücherei hin, die von Renate Schlicht gestaltet wurde.
Auf 25 Tafeln ist die Arbeit der Gesellschaft mit dem Schwerpunkt Übersetzungsförderung dargestellt und bietet eine anschauliche Übersicht zur Tätigkeit des kleinen Teams um Anita Djafari. Zeitschriften in einer Vitrine informieren über die publizistische Arbeit von litprom.
JF