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„Frankfurt liest ein Buch“ hat tiefe Spuren hinterlassen

Frank Wolff, Ingrid El Sigai

Mit einer musikalischen Lesung im Neuen Theater Höchst in Frankfurt am Main ging der dreiwöchige Lesemarathon [mehr…] heute zu Ende.

Zu dieser Abschlussveranstaltung waren Valentin Sengers Witwe Irmgard Senger mit den beiden Töchtern und dem Sohn anwesend, sie hatte an zahlreichen Gesprächen im Rahmen des Projekts teilgenommen.

Der Musiker Frank Wolff interpretierte die von Sprecherin, Moderatorin und Sopranistin Ingrid El Sigai gelesenen Textpassagen aus Valentin Sengers Kaiserhofstraße 12 auf dem Cello. Am Ende der Lesung hörte das Publikum dem Gedenktag angemessen das Kapitel über die Befreiung Deutschlands vom Faschismus.

Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth fiel es nach dieser eindrucksvollen Darbietung schwer, die richtigen Worte zu finden.
„Niemand hat bei Bekanntwerden der Idee, dieses Buch in den Fokus einer außergewöhnlichen Leseaktion zu stellen, mit so viel Resonanz gerechnet. Gehen Sie öfter baden, Herr Schöffling“, rief er dem Verleger, der beim samstäglichen Bad auf die Kaiserhofstraße 12 gekommen war, zu.

Der Bericht des Überlebens einer jüdischen Familie während der Nazizeit in Frankfurt, eine Geschichte, die im Buch zwischen Angst, Humor und Alltag changiert, hat in den letzten drei Wochen viele tausend Menschen erneut berührt. Die vergangenen Wochen zeigten, dass immer noch gelesen wird und sich junge Menschen für Geschichte interessieren.
Es wird schwierig sein, einen Nachfolger für die nächste „Frankfurt liest ein Buch“-Aktion zu finden.

„Wenn wir etwas lernen konnten in den letzten drei Wochen, dann war es die Erfahrung, dass die Kaiserhofstraße 12 ein wichtiges Buch ist. Das Schönste, was ich bei den vielen Veranstaltungen gehört habe, waren die Worte einer Besucherin, die sagte: ‚Das Buch hat der Stadt lange gefehlt.’ Dieses Buch sollte an die Frankfurter Schulen. Ich weiß, Verleger können nerven, Verleger wollen immer etwas – ich will etwas, Herr Semmelroth!“ erklärte Klaus Schöffling unter Beifall.

Im Anschluss an die musikalische Lesung wurde vor ausverkauften Reihen im Kino des Hauses noch einmal der Film Kaiserhofstraße 12 gezeigt, der 1980 gedreht worden war.

JF

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