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Bilder von der VVA-Sortimentertagung: Spiele als Potenzial für den Handel

Nach einem langen Begrüßungsanlauf zum Empfang der Gäste, der viel Zeit für persönlichen Austausch ließ, ist heute die Sortimentertagung der Vereinigten Verlagsauslieferung (VVA) in Feldafing am Starnberger See gestartet.

Nicht gedankenschwere Informationskost stand diesmal auf dem Programm, zu dem Bereichsleiter Buchhandel Harald Horstmann geladen hatte, sondern handfeste Praxis: Die Besichtigung des Verlegerdienstes München in Gilching. Der VM bildet neben Gütersloh und Verl das dritte logistische Zentrum der VVA. Dort konnte VVA-Chef Stephan Schierke auch einmal praktisch zeigen, wovon er in seinen Berichten auf den Tagungen der VVA immer spricht: Die Fortschritte bei der Bündelung von Logistik und schnellem Versand.

Der neue VM-Geschäftsführer Karsten Jakuschona und der Technische Leiter Andreas Kaindl führten die Buchhhändler in zwei Gruppen durch. Auf 11.000 qm Logistikfläche wird am Wareneingang, an Picklagerplätzen, im Hochregallager, im Warenausgang und beim Remissionseingang mit 170 Mitarbeitern gearbeitet: Bei allen Wegen steht vor allem Kontrolle immer wieder Vordergrund, damit zu jeder Zeit klar ist, wo sich welche Platte oder welches Buch aufhalten. Trotzdem muss immer wieder per Hand nachgearbeitet werden, weil Gewichte nicht übereinstimmen.

Morgen beginnt die Auslieferung der Hanser Belletristik mit über 100.000 Vormerkern, dafür wurde bereits einiges an Platz frei gemacht. 14 zusätzliche Kräfte sollen für eine Abwicklung innerhalb von zwei Tagen sorgen, ohne dass der übrige Betrieb beeinträchtigt wird. „Wir wollen dem Handel zeigen, wie die Abläufe funktionieren, damit auch im Gespräch ein besseres Verständnis entsteht“, sagt Stefan Schierke.

Am Nachmittag legte Schierke seinen aktuellen Bericht aus VVA und Verlegerdienst ab und gab sich durchweg gute Noten. Dabei kam er auch auf strategische Überlegungen für die VVA zu sprechen. so wolle die VVA an der digitalen Auslieferung festhalten. „Alles aus einer Hand erlebt im Dienstleistungsgewerbe eine Renaissance im Gegensatz zum physischen Gewerbe“, so Schierke.

Dort, wo die VVA gewachsen ist, bestehen durchaus auch Potenziale für den Buchhandel, sagte Schierke. Denn insbesondere im Spielebereich habe die Auslieferung neue Kunden akquiriert. Dazu gehöre im Spielebereich nach Franck Kosmos nun auch Amigo und IMC. „Das könnte auch für den Handel ein größeres Thema sein“, so Schierke. Und: „Die Order funktioniert wie Sie sie vom Buch kennen, Spiele sind über Warenwirtschaft und BWA-Bestellbogen bestellbar“. Allerdings könnten sie wegen der unterschiedlichen Logistikanforderungen in Format und Verpackung nicht gebündelt mit Büchern ausgeliefert werden.

Weitere Themen waren:
> Die VVA hat eine neue Halle in Betrieb genommen und 20.000 neue Palettenstellplätze geschaffen und neue Plätze für nicht so gängige Titel eingerichtet
> die letzten drei Außenlager wurden aufgelöst, so dass jetzt alles an drei Standorten ist.
> überlegt wird, den Telefondienst weiter auszubauen
> für den Handel soll ein monatlicher Infoletter per E-Mail eingerichtet werden, in dem zum Beispiel Inventursperren oder Änderungen von Ansprechpartnern bekannt gegeben werden.

Die im letzten Jahr angekündigten Aktivitäten, Print on Demand in Zusammenarbeit mit BOD einzuführen sind noch nicht ins Laufen gekommen, musste Schierke einräumen. „Das Thema hat nach wie vor eine Zukunft, aber das Marksegment hat sich noch nicht so entwickelt wie gedacht“, so Schierke. Denn: „Bei der Entwicklung müssen die Verlage auch die Option der Auflage 1 haben“, so Schierke. Dabei sei die VVA noch auf der Suche nach einem Partner. Denn eine eigene Druckmaschine würde sich für Buchhandlungen nicht rechnen, ist er überzeugt.

Am Abend lud die VVA zur Besichtigung nach Kloster Andechs, wo am Kamin, den süddeutschen, hügeligeren Gefilden angemessen, Bergsteigerin Helga Hengge über das Meistern von Herausforderungen sprach. Sie hatte 1996 als erste deutsche Frau überhaupt den Mount Everest bezwungen. Sie wird die aus ihrer Sicht verblüffenden Ähnlichkeiten zwischen Bergsteiger- zur Wirtschaftswelt erläutern – beim kühlen Bier.

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