
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
„Martin Walser liebäugelt in seiner Novelle Mein Jenseits mit allerlei Skurrilitäten“; Arno Widmann rezensiert das bup-Buch als Aufmacher in Feuilleton.
Judith von Sternburg gratuliert J.M. Cotzee zu seinem 70. Geburtstag – in zwei Tagen erscheint sein neues Buch Sommer des Lebens auf Deutsch bei S. Fischer.
Peter Michalzik, der in der FR die Hegemann gefeiert hat, findet das Buch nach wie vor gut; durch das Plagiat habe sich der Text ja nicht geändert. Das Abschreiben bezeichnet er als eine Art „Mietzins entrichten“, und der bestehe nun darin, dass sie weniger Bücher verkaufen werde. – Eigenartige Ansichten…
Eine schöne Satire: Unter „Word’s don’t come easy“ hat die FR dem Europa-Stottermeister Günther Oettinger Antrittsreden auf Englisch aufgeschrieben. Oder das, was unser europäischer Kompetenzträger in Brüssel wahrscheinlich immer noch für Englisch hält…
Frankfurter Allgemeine Zeitung
„Das Einzige, was die kluge Dichterin Hegemann versäumt hat, ist der Nachweis der Quellen, aus denen ihre Selbsterfahrungsprosa strömt“, meint Andreas Kilb. Und genau da liegt die Crux: Keiner wohl hätte sich um den Schmöker gekümmert, wäre der nicht als Produkt eines „Originalgenies“ gehypt worden, und damit hat es sich nun, meint Kilb. Er hat sich auch die „Vorlage“ von Airen angesehen, eine „gleichmäßig dahinfließende Litanei“. Zitiert wird eine Stellungnahme des SuKulTuR-Verlags: Mit fremden Federn habe sich Hegemann geschmückt, verlautet es von dort, und diese Federn gehören Airen, der allerdings für kein Interview zur Verfügung stehe. Das ist journalistisch ärgerlich, aber sehr sympathisch.
Richard Kämmerlings schreibt zum 70. von Cotzee.
„Ein Buch feiert die Schönen der Kunst“: Sarah Elsing über Petra Müllers und Rainer Wielands Frauen schön und stark (Knesebeck).
Annotationen
Robert Menasse Permanente Revolution der Begriffe (Suhrkamp), Christian Kortmann Der Läufer (Blessing) und Hanne Orstavik Die Pastorin (DVA).
Michael Krüger mit einer Laudation für Hubert Burda zu 70.: „Hubert Burda ist der einzige Abonnent ‚meiner’ Zeitschrift ‚Akzente’, der sie seit Jahrzehnten liest und kommentiert…“
Die Welt
„Ich beraube schonungslos meine Freunde und mich selbst“ – na, zu wem passt diese Überschrift? Richtig, die WELT hat Helene Hegemann interviewt. „Die Quellenangabe ist für mich ein ästhetisches Problem“, diktiert sie da der Interviewerin Cosima Lutz in die Feder, und die hakt nicht richtig nach, sondern redet mit ihr über das Buch, als sei nix gewesen. Tja.
Der Streit um Brods Nachlass geht weiter: Nun haben 24 israelische Akademiker einen offenen Brief geschrieben und gefordert, dass der Nachlass in Israel bleibe…
Süddeutsche Zeitung
Hier knöpft sich Willi Winkler die Hegemann vor. Er nimmt den Hype ein bisschen auseinander: Hegemann sei nun zerknirscht, aber sie wisse auch, wer Schuld an dem Dilemma sei: sie natürlich nicht, sondern die „Vorgehensweise dieses Jahrzehnts“. Also die Ablösung des Urheberrechtsexzesses durch das Recht zum Kopieren. – Da nun, so hoffen wir, seien der liebe Gott, und wenn der keine Zeit hat, Christian Sprang vor…
Winkler rät dem erziehungsberechtigtem Vater zum Schluss, er möge „seine schwurbelnde Tochter jetzt mit Brechts legendärer ‚Laxheit in Fragen geistigen Eigentums’ trösten“. Damit ist für ihn das Thema Hegemann erfreulich schnell durch.
Lothar Müller zum 70. von Cotzee.
Manfred Geier rezensiert Reinhard Brandts Immanuel Kant – was bleibt? (Felix Meiner).
Liao Yiwu hat einen Brief an Angela Merkel geschrieben [mehr…] – sein Ausreiseverbot zur Lit.Cologne betreffend. Ist wohl die richtige Adresse. Mal sehen, ob die Kanzlerin das hinkriegt.