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Heinold fragte im Januar nach dem Groh Verlag, Germering

Hier die komplette Lösung des Rätsels: Die aus der Schweiz gebürtigen Brüder Ernst und Bernhard Groh machten sich 1928 in München in der Nähe des Viktualienmarktes mit einem Fotoatelier selbstständig. Bernhard hatte in Potsdam Fotograf gelernt, Ernst war Geschäftsführer eines CVJM-Jugendhotels in Berlin gewesen.

Das neu gegründete Unternehmen gedieh nicht, bis ein Unglück zu einem Ausweg aus dem Geldmangel führte. Der 1854 auf Anregung von König Maximilian II. von Bayern errichtete Glaspalast brannte im Jahre 1931 ab. Die Negative von Fotos der 3.000 verbrannten Gemälde blieben bei einem Fotografen erhalten, der die Brüder Groh mit der Anfertigung von Postkartenabzügen beauftragte. Der Massenabsatz dieser Artikel brachte sie auf die Idee, selbst Postkarten zu verlegen. Als Motiv wählten sie Naturaufnahmen aus ihrer Schweizer Heimat, die sie mit besinnlichen Texten kombinierten. Diese „Königsidee“ trägt den Verlag bis heute.

1933 wurde die Idee auf das Medium Kalender übertragen. Der Verlag konnte in größere Räume nach Schwabing umziehen. Der Zweite Weltkrieg unterbrach die gedeihliche Entwicklung. Der Fotograf Bernhard Groh fiel 1942 an der Ostfront. Mit geretteten Restbeständen baute Ernst Groh den Verlag wieder auf. Erster Großauftrag war der eines US-Army-Recreation-Centers in Garmisch, das Postkarten von der Zugspitze bestellte. Von da an ging´s wieder bergauf.

Ende 1964 setzte sich Ernst Groh zur Ruhe und übergab die Geschäftsführung seinem Sohn Hans, der gelernter Fotograf war und 1967 als Innovation einen Kalender mit Kunststoffwechselrahmen und eingesteckten Postkarten auf den Markt brachte. Die Produktion von Groh-Fotobänden wurde 1978 gestartet, also erst 50 Jahre nach der Verlagsgründung. 1985 wurde der Verlag in den Landkreis Starnberg übersiedelt.

Gründerenkel Joachim Groh, Verlagskaufmann und Diplom-Informatiker, übernahm die Geschäftsführung im Jahre 2001 von seinem Vater. Er verlegte den Verlagssitz vom Starnberger See zurück ganz in die Nähe von München, nach Germering. 75 Jahre nach der Verlagsgründung kam es zu einem veränderten Marktauftritt, um die Marke Groh im Geschenkbuchsektor völlig neu zu positionieren. Damit errang sie in diesem Segment auf Anhieb die Marktführerschaft.

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