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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und die Securitate ist noch längst nicht überwunden

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

„Wir wollen sofort verstehen“: Das sei aber gerade die Krux, so Stefan Weindner in einer großartigen Rede „über die Abgründe des Übersetzens“, die der Übersetzer arabischer Lyrik als Antrittsvorlesung seiner Gastprofessur am Peter Szondi Institut der FU Berlin hielt. „Der Koran tut so, als sei er nicht übersetzen, transportiert aber übersetzbare Aussagen“, sagt er. Und am Ende sei aber trotzdem noch nichts verstanden. Das müsse die Gesellschaft lernen, auszuhalten.

Harry Nutt schreibt über den deutsch-rumänischen Autor Werner Söllner und die Securitate. Letztere gibt sich immer noch selbstsicher und hat erreicht, dass eine Aufarbeitung kaum stattgefunden hat. Im Interview konnte so ein Mitglied der Securitate sogar von sich geben, Herta Müller habe eine Psychose, sie sei doch nur einmal verhört worden…

Heute entscheidet der BGH darüber, ob Google urheberrechtlich geschützte Bilder einer Künstlerin anzeigen darf. Möglicherweise muss das Verfahren aber doch noch vor den Europäischen Gerichtshof.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Zahlreiche deutsche Schriftsteller aus Rumänien haben gestern in einer Resolution eine konsequentere Aufarbeitung der Securitate Akten gefordert. Noch immer würden Namen von Informanden und Geheimdienstoffizieren nicht preisgegeben. Zu den Unterzeichnern gehören: Richard Wagner, William Totok, Helmuth Frauendorfer, Johann Lippet und andere.

„Dieses Nixtun muss man erst einmal hinkriegen“: Ulrich Horstmann betrachtet in Die Aufgabe der Literatur oder Wie Schriftseller lernten, das Verstummen zu überleben den literarischen Bankrott als Kunstform und untersucht die Eloquenz des Schweigens in der modernen Literatur.

„Pfannkuchen als letzter Halt“: In seinen Gedichten (Im Radio das Meer, Suhrkamp) notiere Jürgen Becker stur vor sich hin.

Von einer sehnsüchtigen „Liebe zu Afrika“ ist Hans Christoph Buchs Sansibar blues oder Wie ich Livingstone fand, jetzt in Die andere Bibliothek bei Eichborn, durchdrungen.

Annotiert wird unter der Überschrift:
„Weich und warm“: Michel Serres: Das eigentliche Übel. Verschmutzen um sich anzuzeigen?, Merve Verlag.
„Deutsch und fern“: Bernd Brunner: Nach Amerika, C.H.Beck.

Süddeutsche Zeitung

Thomas Steinfeld rezensiert Sandra Richters Lob des Optimismus. Geschichte einer Lebenskunst, C. H. Beck und scheint ein wesentlich klügeres Verständnis von Optimismus zu haben als die Autorin.

Lambert Wiesings Buch lässt sich lesen als neue Grundlagentheorie unseres Selbstverständnisses als wahrnehmende Wesen, denen keine Unübersichtlichkeit oder Wirklichkeitsskepsis prinzipiell etwas anhaben kann und die gerade in der Zumutung ihrer selbst und ihrer Umwelt bei sich zu Hause sind“, resümiert Jan Urbich nach der Lektüre von Wiesings Das Mich der Wahrnehmung. Eine Autopsie (Suhrkamp).

Der Wallstein Verlag hat Die Gedichte von Johannes Schenk in drei Bänden neu herausgebracht. Für die Rezensentin Laura Weissmüller offenbar ein Gewinn.

F. Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway waren enge Freunde. Scott Donaldson hat einen Band Fitzgerald & Hemingway in der Columbia University Press herausgebracht, der die Parallelen zwischen den beiden aufzeigt. Eine erweiterte Originalfassung von Hemingways A Moveable Feast. The Restored Edition bei Scribner ist, so Tobias Lehmkuhl, eine Lektüre wert.

Die Welt

nichts für uns …

Neue Zürcher Zeitung

auch nicht …

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