Mit der Übernehme der Mehrheit an der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig (EVA) geht ein großes Haus in die Hände des Hansischen Druck- und Verlagshauses über. Arnd Brummer im buchmarkt.de-Interview zu den Beweggründen:
Buchmarkt.de: Warum war es notwendig, die EVA unter das Dach der EKD zu holen? ]
Arnd Brummer: Wir haben das gemacht, weil uns die EKD und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens darum gebeten hat. Die Entwicklung, die dazu geführt hat, kommt ja nicht erst jetzt auf. Die Evangelisch-Lutherische Kirche Landeskirche Sachsens möchte zusammen mit unserem Know How und unseren Strukturen, also in Kooperation mit dem Wichern Verlag und dem Lutherischen Verlagshaus Hannover, die EVA nach vorn bringen. Wir wollen die Marke erhalten, denn sie ist insbesondere mit ihren wissenschaftlichen Publikationen hervorragend aufgestellt.

Wie groß ist denn der Anteil des Hansischen Druck- und Verlagshauses an der EVA?
Darüber haben wir Stillschweigen vereinbart. Wir haben jedenfalls die Mehrheit.
Der Schritt kommt überraschend. Die EVA war jetzt in den Wendefeierlichkeiten durchaus präsent.
Das ist sicher richtig. Aber wir müssen auch feststellen, dass dieser Verlag, der in der ehemaligen DDR eine so wichtige und große Rolle gespielt hat, im Westen kaum bekannt ist. Ich sehe unsere Aufgabe auch darin, ihn im Westen besser zu positionieren.
Was erhoffen Sie sich von der Übernahme?
Wir wollen gemeinsam unseren Einfluss stärken, um im Buchhandel einen noch besseren Auftritt zu erreichen. Zusammen mit der EVA können wir noch besser bündeln. Das fängt bei der Zahl der Vertreter an und hört bei der Zahl der Päckchen und Rechnungen auf.
Das heißt: Werden Sie den Vertrieb zum Beispiel bündeln? Bleibt der Standort Leipzig erhalten und werden die Mitarbeiter übernommen?
Wir wollen den Standort Leipzig erhalten. Sicher ist, dass wir Bereiche zusammenlegen müssen. Wieviele Mitarbeiter und wer dann wo arbeitet, das müssen wir in diese Tagen entscheiden. Ich muss mich in den nächsten Tagen durch die Personalakten arbeiten. Ich hoffe, dass wir möglichst viele Arbeitsplätze in Leipzig erhalten können.
Wie geht es programmatisch weiter, in Leipzig fühlt man sich auch als Leipziger Verlag. War der Weg unrentabel oder werden Sie ihn fortsetzen?
Wir werden sicher die Stärken stärken. Dazu gehört in erster Linie das theologische Programm. Die EVA hat ihre Stärken in der Theologie und insbesondere die Zeitschrift ThLZ und die Kirchengeschichte, dazu können zusätzliche Programmsegmente kommen, zu denen sicher die Regionalia gehören.
Die Fragen stellte Matthias Koeffler