
Lesen Sie aufmerksam folgenden Text und schicken Sie uns die richtige Lösung: Das Verlagssignet zeigt das Porträt eines großen deutschen Philosophen, umgeben vom Motto des Verlages in lateinischer Sprache. Die Wurzeln des Unternehmens gehen auf eine Institution zurück, die dieser Philosoph zu Beginn des 18. Jahrhunderts gegründet hatte.
Deren Publikationen kamen in verschiedenen Verlagen heraus, aber sie blieb immer Herr der Unternehmen. So konnte eigens für sie knapp zwei Jahre nach Ende eines großen Krieges ein eigener Verlag gegründet werden, der sich schnell zu einem bedeutenden Unternehmen entwickelte. In rascher Folge kamen Schriftenreihen von Kommissionen, Instituten und Sektionen, groß angelegte Editionen und Werkausgaben, Jahrbücher und Einzelwerke sowie Zeitschriften heraus, die das Verlagsbild z.T. bis heute prägen.
Eng an die Institution gebunden, aus der heraus er gegründet wurde, unterlag der Verlag nicht wie die meisten anderen Verlage des Landes der Kontrolle und Anleitung der für das Buchwesen zuständigen Behörde. Er wurde sogar in die Institution integriert und aus dem Handelsregister gelöscht, publizierte also mit offiziösem Charakter. Gerade deshalb aber konnte er sich eine gewisse geistige Unabhängigkeit bewahren, vor allem weil er ohne internationale Verbindungen nicht arbeiten konnte und außerdem erhebliche Devisen erwirtschaftete, die im Hinblick auf die Wirtschaftslage des Landes unentbehrlich waren.
Seine Bedeutung kam auch darin zum Ausdruck, daß er 35 Jahre lang in einem historisch prominenten Gebäude der geteilten Hauptstadt dicht an der damaligen Staatsgrenze residierte. Allerdings nahm der Einfluß der vorherrschenden Ideologie ständig zu. Die Mutterinstitution wurde nach dem Vorbild der entsprechenden Institution der Besatzungsmacht umgestaltet. Beides Gründe für eine wachsende geistige Verarmung, die u.a. zur Einstellung von Projekten des Verlages führte.
Das Verlagsprogramm umfaßte schließlich rund 25 Wissenschaftsdisziplinen aus Geistes- und Naturwissenschaften, Medizin und Technik. Dazu gehörten 130 Schriftenreihen, zahlreiche Einzelwerke, Spezialmonographien, Handbücher, Editionen, Jahrbücher, Wörterbücher und wissenschaftliche Taschenbücher. In dem großen Verlagsapparat fanden auch Mitarbeiter Platz, die aus politischen Gründen von der Universitätslaufbahn ausgeschlossen waren.
Der Zusammenbruch des Staates brachte für den Verlag erhebliche Einschnitte mit sich. Er wurde aus der Institution herausgelöst und öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben. Den Zuschlag bekam ein naturwissenschaftlicher Verlag, der aber seinerseits nach fünf Jahren von seinen Eigentümern an eine große internationale Verlagsgruppe verkauft wurde. Diese behielt nur den naturwissenschaftlichen Programmteil und übertrug das gesamte geisteswissenschaftliche Buch- und Zeitschriftenprogramm sowie Namen und das eingangs erwähnte Signet an eine Verlagsgruppe mit natur- und geisteswissenschaftlichen, Technik- und Schulbuchprogrammen.
Sieben Jahre später wurde auch diese Verlagsgruppe von ihren Eigentümern verkauft. Sie ist nunmehr samt dem Verlag, den wir heute suchen, Tochter einer in Stiftungsbesitz befindlichen deutschen Verlagsgruppe, die sich aus einem nach dem letzten Krieg gegründeten Schulbuchverlag zu ihrer jetzigen Größe entwickelt hat.
Heinold fragt: Wie heißt der Verlag (Name und Sitz)?
Senden Sie die Lösung an: heinold@buchmarkt.de. Einsendeschluss ist der 19. November 2009. Unter den Einsendern, deren Lösung komplett und richtig ist, verlosen wir ein Exemplar „Bücher und Buchhändler“ (Bramann) von Wolfgang E. Heinold.