
Sie glauben, Sie kennen den Kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry? Hübsches Kinderbuch, ein bißchen kitschig? Von wegen!
Haben Sie die Neuübersetzung von Elisabeth Edl, die gerade im Düsseldorfer Karl Rauch Verlag erschienen ist, gelesen? Oder das Hörbuch mit Jan Josef Liefers gehört? Nein? Dann kennen Sie den Kleinen Prinzen auch nicht.
400 Düsseldorfer haben ihn eben in einer Lesung in der Düsseldorfer Tonhalle kennengelernt. Nicht ganz komplett, obwohl Liefers sich einige Zugaben herausklatschen ließ, so begeistert waren die Leute.
Was für eine Veranstaltung! Eine Gemeinschaftsaktion des kleinen Karl-Rauch Verlags, der sich ausschließlich de Saint-Exupéry widmet. Dr. Tullio Aurelio war dort schon zu seinen Patmos-Zeiten verantwortlich, jetzt arbeitet er alleinig für Rauch und wird es mit dieser Neuedition schaffen, den Verlag als selbständiges Unternehmen im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern.
Für seine Neuübersetzung des Prinzen verbündete er sich mit der auflagenstärksten Regionalzeitung, der Rheinischen Post; mit ihr zusammen stemmte er die Sonderedition (Doppel-CD und Buch in Neuübersetzung in einem Pack) und die heutige Veranstaltung für die RP-Leser, die im Internet schnell genug waren, sich Karten für diese exklusive Lesung zu besorgen: die waren nämlich in einer Stunde ausverkauft. Und auch die Buch- und CD-Edition ist im Moment vergriffen. Traumstart für ein Buch, das es im nächsten Jahr 60 Jahre in Deutschland gibt. Natürlich nicht in dieser niegelnagelneuen Übersetzung.
(Mehr zum Kleinen Prinzen im gerade erschienenen BuchMarkt-Heft 9/2009.)