
Bereits zum sechsten Mal hatte der Verlag Matthes & Seitz Berlin am Samstag zum traditionellen Sommerfest geladen. Schloss Sacrow in der Nähe von Potsdam, das Verleger Andreas Rötzer vor einem Jahr entdeckt hatte, bot wieder eine schöne Kulisse für die Veranstaltung.
Schon nachmittags flanierten die Literaturfreunde, darunter Buchhändler, Autoren, Medien- und Verlagsleute, bei hochsommerlichen Temperaturen durch den weitläufigen Schlosspark, übrigens ein UNESCO – Weltkulturerbe, und gerieten ins Schwärmen über den besonderen Reiz der Anlage.
Musik, Kunst und Autorenlesungen, dem Publikum wurde auch im Schloss viel geboten. Unter anderem las Wolfgang Hegewald aus dem Herbsttitel „Fegerfeuernachmittag“. Manfred Iwan Grunert war aus München angereist und stellte sein Buch „Amerikanskij Wolp“ vor, das ebenfalls im August erscheint. Die Schauspieler Marie-Charlott Schüler und Udo Schenk lasen aus dem knapp 1000 Seiten starken Roman. Für diejenigen, die nicht dabei sein konnten: Eine Hörprobe, gelesen von Christian Brückner, der mit seiner Frau Waltraut auch unter den Gästen war, gibt es unter www.matthes-seitz-berlin.de/amerikanskij-wolp.
Eröffnet hatte Andreas Rötzer das Fest mit einer traurigen Nachricht. Er gedachte des Übersetzers und Autors Bernd Mattheus, der vor einer Woche starb. Der Verleger sprach von einer der wichtigsten intellektuellen Säulen der ersten Jahrzehnte des Verlags. „Wir haben ihm nicht nur kongeniale Übersetzungen der Werke Antonin Artauds zu verdanken, sondern auch die bahnbrechende Biografie George Batailles. Bernd Mattheus war ein Mensch, der für andere lebte, und sein eigenes Werk zurückstellte zugunsten der Erforschung und Übertragung der von ihm verehrten großen Geister der französischen Romantik des 20. Jahrhunderts, deren subversives, die Grenzen des Wahnsinns auslotendes Denken er nach Deutschland brachte. Der Verlag verlor damit einen so eigenwilligen wie wichtigen Mitstreiter.“
Der Verlag im Internet www.matthes-seitz-berlin.de
ML