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Heinold fragte im Juni nach Wasmuth in Tübingen und Berlin

Hier die ausführliche Auflösung des Rätsels [mehr…]:

Ernst Wasmuth, Sohn eines Gutsbesitzers aus Regenthin, wurde 1845 ebenda geboren. Er absolvierte eine Buchhändlerlehre und ging nach Paris, um in französischen Verlagen zu arbeiten. Er reiste in Deuschland für das Haus Morel und besuchte vornehmlich Architekten. Wegen des Deutsch-Französischen Krieges wich er zunächst nach London aus und ging 1872 nach Berlin, um dort am 1. Mai seine eigene Architekturbuchhandlung zu eröffnen, die er bald darauf um einen Fachverlag erweiterte.

1875 trat sein jüngerer Bruder Emil Wasmuth in die Firma ein. Letzterer erschloss weltweit immer neuen Absatzmärkte durch eigene Vertriebsreisen. Auch schloss er dem Unternehmen eine Antiquariatsabteilung an.

Nach dem Tod von Emil 1894 und Ernst Wasmuth 1897 führte Emils Witwe Antonie zusammen mit Otto Dorn das Unternehmen zusammen, das 1898 in eine GmbH, 1903 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. 1913 trat Günther Wasmuth, Neffe von Ernst und Sohn von Emil Wasmuth in das Unternehmen als Vorstand ein. 1919 trat dessen Bruder Ewald Wasmuth in die Leitung des Unternehmens ein.

1926 gründeten Hans Fretz und Günther Wasmuth in Zürich die Fretz & Wasmuth Verlag AG, die sich selbstständig entwickelte, später Belletristik herausbrachte, 1971 verkauft und 1997 als Imprint-Verlag der Scherz AG neu belebt wurde. Das Stammhaus in Berlin ging 1931 in Vergleich, die AG wurde liquidiert, Verlag und Buchhandlung wurden als GmbH, ab 1937 als KG weitergeführt und im Jahre 1943 durch Bomben zerstört. Günther Wasmuth kam 1944 in die Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen und wurde am 2.Mai 1945 in der Nähe von Schwerin von amerikanischen Truppen befreit.

Günther und Ewald Wasmuth bauten den Verlag ab 1945 in Tübingen neu auf. Nach dem Tod von Günther Wasmuth 1974 leitete Else Wasmuth den Verlag mit Unterstützung von Dr. Sibylle von Bockelberg, die während der Buchmesse 1981 starb. Ernst J.Wasmuth, der Sohn von Günther und Else Wasmuth, war von 1967 bis 1972 nach Studium und Buchhandelslehre im Verlag tätig und übernahm nach dem Tod seiner Mutter 1990 die Geschäftsführung, die er bis heute innehat. Buchhandlung und Antiquariat wurden in Berlin wieder aufgebaut, zeitweise waren die Geschäftsführer Mitinhaber.

1990 kam die Buchhandlung wieder ganz in den Besitz des Verlags und verlegte ihren Sitz 1997 von der Hardenbergstraße nach Berlin-Wilmersdorf in die Pfalzburger Straße. Die nach der Wiedervereinigung gegründete Wasmuth GmbH & Co. Museumsbuchhandlungen KG betreibt ihr Geschäft auf der Berliner Museumsinsel und in Charlottenburg (Pergamon- und Bode-Museum; Ägyptisches Museum).

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