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AWS-Tagung beendet: Innovationsspirale der E-Technologie wird sich beschleunigen

Dr. Werner-Christian Guggemos

Die Innovationsspirale in Sachen E-Reader-Technologie und E-Book wird sich weiter beschleunigen. Diese Überzeugung gab heute Ciando-Geschäftsführer Dr. Werner-Christian Guggemos den Teilnehmern am letzten Tag der AWS-Tagung in Bonn mit auf den Weg.

Im Verlauf der fast dreitägigen Veranstaltung, die am Montag begann, dürfte allen Teilnehmern klar geworden sein, was auch Guggemos noch einmal an Verkaufszahlen aus den USA veranschaulichte: „Eine deutliche Beschleunigung des E-Book-Marktes hat eingesetzt“.

Dabei lautete seine vorsichtige Einschätzung, die derzeitige Reader-Technologie sei erst der Tag eins in der neuen digitalen Welt. Aus seiner Sicht liege die Zukunft bei kleinen flexiblen Multifunktionsgeräten, ob bei Netbooks oder im Handy-Format, das müsse sich noch erweisen. Dabei verwies er auch auf die sich stetig sich verbessernde E-Ink-Technologie.

Implizit gab er allerdings den Ausblick auf einen langen Zeithorizont, den diese Entwicklung noch nehmen könnte, denn: Weder Technologie, noch Formate, Systeme für das Rechtemanagement oder gar die Frage der Preisbindung seien bis heute geklärt. Doch warnte er immer wieder: „Man kommt in die Haltung, da passiert nicht viel, aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache.“

Mirza Hayit

In seinem Vortrag relativierte Haufe Vertriebsgeschäftsführer Mirza Hayit dagegen aus seiner Sicht das Aufregerthema der AWS. Im Vorfeld hatte der Vorstand des Arbeitskreises wissenschaftlicher Sortiments- und Fachbuchhandlungen in einem offenen Brief an Dr. Hans Dieter Beck, Geschäftsführer des C.H.Beck Verlages gegen die Praxis des ausschließlichen Direktvertriebes des Beck-Online Produkts an Kanzleien mit über neun Zugängen protestiert [mehr…]. Dazu war Beck extra zur Tagung angereist, ohne sich aber zu äußern.

„Direktvertrieb werden wir Verlage immer machen“, sagte Hayit. „Aber wir haben so viel zu tun, wir stoßen mit unseren Kapazitäten an unsere Grenzen“, berichtete er aus eigener Erfahrung. Der Kunde sei froh, wenn mal einer auf ihn zukomme. Daraus lasse sich der Schluss ziehen, dass der Buchhandel noch längst nicht alle Möglichkeiten für den Verkauf von E-Content-Produkten ausnutze.

„Der Kunde will Individuallösungen und eine Individualbetreuung haben, das ist die Chance des Buchhandels“, beschwor er den Handel und zeigte praktische Ideen auf, wie dieser E-Produkte besser vertreiben könne. Hayit schloss mit dem Satz, der nach vielfachen Konkurrenzgebaren der Sparten auf der Tagung versöhnlich stimmte: „Bei der Vermarktung von E-Content werden wir noch enger zusammenrücken müssen.“

Im Anschluss schlug Newbooks-Geschäftsführer Moritz Hodde ebenfalls den Bogen zum Beginn der Tagung und machte deutlich welche zentrale Rolle web-basierte Katalogsysteme im Marketing einer Buchhandlung spielen. Er betonte: „Verlinkte Shops gehören der Vergangenheit an.“

Newbooks biete ein web-basiertes Katalogsystem an, das sich in die Homepage der einzelnen Buchhandlungen so integrieren lasse als sei es der eigene Katalog. Damit verlasse der Kunde die Homepage nicht mehr. Auch er plädierte für möglichst viel Individualität. Dazu gehöre auch der individuell anmutende und trotzdem völlig automatisch generierte Newsletter, den sein Unternehmen den Buchhandlungen bereitstelle.

Am Ende der AWS-Tagung stand ein Besuch im Kölner Lager des Barsortiments Koch Neff & Volkmar (KNV), bevor die Tagungsteilnehmer am Nachmittag dann ihren Heimweg antraten.

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