
Im Literarischen Salon von Britta Gansebohm trafen sich gestern Abend überwiegend weibliche Zuhörer um Schriftstellerinnen kennenzulernen. Das Buch von Barbara Sichtermann ist jetzt in der Gerstenberg Reihe 50 Klassiker erschienen.
Kurzweilig führte die Berliner Autorin in Leben und Werk von einigen beispielhaften Schriftstellerinnen ein, von Madame de Lafayette über Annette von Droste-Hülshoff bis zu Mascha Kaléko und Nathalie Sarraute. Ein charmanter Auftritt, eine fesselnde Lesung, der man gerne noch viel länger zugehört hätte.
Viel Lob hatte Barbara Sichtermann für die 50 Klassiker. Das Publikum erfuhr, dass die Idee zu der Reihe in einer Buchhandlung entstanden ist. Als der damalige Verleger Edmund Jacoby einen Operführer für einen 14-Jährigen suchte, entdeckte er die Lücke und entschloss sich zu der Edition, die inzwischen auf mehr als 30 Titel angewachsen ist.
Mit den Faktenseiten und den Literatur- und Filmempfehlungen böten die Bücher einen echten Mehrwert und dank der vielen Fotos seien sie auch optisch wertvoll, so Barbara Sichtermann.
In ihren Essays über die Schriftstellerinnen stellt sie vor allem dar, wie die Frauen arbeiteten. Die Auswahl sei ihr nicht leicht gefallen, erzählte sie. Ihr Focus lag auf Wegbereiterinnen, auf Schriftstellerinnen, die etwas Besonderes geleistet haben. Alle Genres, alle Länder wurden berücksichtigt. Ein Zugeständnis an die Wünsche des Verlags sind die Nobelpreisträgerinnen, die – bis auf die Lebenden – alle aufgeführt sind. Bei der Arbeit an dem Buch habe sie Bekannte getroffen und Entdeckungen gemacht, beispielsweise mit Iris Murdoch. Aber sie habe auch interessante Wiederbegegnungen gehabt, etwa mit Vicky Baum. Das Publikum freute sich über die „hinreißenden Miniaturen, die Lust machen, mehr zu lesen“, wie ein Besucher sagte. Und auch die Mitarbeiter der Buchhandlung Ferlemann und Schatzer, die den Büchertisch betreuten, waren zufrieden.
ML







