
Dr. Helmut Gold, Direktor des Museums für Kommunikation Frankfurt, Dr. Josef Spiegel Kurator und Geschäftsführer der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen sowie Monique Behr, Ausstellungsleiterin und Dozentin für Buch- und Mediengestaltung an der Universität Frankfurt stellten heute in einer Pressekonferenz die Ausstellung Dem Ingenieur ist nichts zu schwör vor.
52 Objekte – alles nicht verwirklichte Konstruktionsideen –, angefertigt nach Zeichnungen aus den Walt-Disney-Comics Micky Maus und Donald Duck stellen Entwicklungen des genialen Erfinders Daniel Düsentrieb dreidimensional dar. Carl Barks schuf den genialen Kopf, der 1952 im Donald-Duck-Zehnseiter Gladstone’s Terrible Secret (Eine peinliche Enthüllung) seinen ersten Auftritt hatte. Barks, selbst ein Tüftler, schuf für Düsentrieb 1962 eine eigene, leider nur kurzlebige Heftreihe.
In der Ausstellung in der ersten Etage des Museums für Kommunikation trifft man auf kuriose Nachbauten: einen automatischen Such- und Spürhund, das ERP-Gerät (ERP = Eiserne Patent-Ration), das Sand in Essbares, Luft in Limonade umwandelt, einen kombinierten Besen-Regenschirm, eine Pistole zum Unsichtbarmachen von Schrift, einen Einkaufswagen mit elektronischer Steuerung, einen Raketenstuhl u.a.m. Wenn Dr. Josef Spiegel im Gespräch auf Ähnlichkeiten zwischen Daniel Düsentrieb und Q aus James Bond hingewiesen hatte, werden sie hier in der Exposition nachvollziehbar.
An der Fensterfront des Ausstellungsraums schließt sich ein zweiter Bereich an. Die Nachbauten von Daniel Düsentriebs Erfindungen werden mit realen Konstruktionen ergänzt. Dabei ist der Bereich in drei Themenfelder gegliedert: 1. Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt, 2. Alles, von dem sich der Mensch eine Vorstellung machen kann, ist machbar, 3. Alle sagen: das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s gemacht. 26 Studentinnen und Studenten der Buch- und Medienpraxis haben diese Erweiterung der Exposition unter dem Titel Dinge, die die Welt (nicht) braucht erarbeitet. Auch der Erikativ, ein Wort aus einem Verbstamm ohne Endung, benannt nach der Übersetzerin der Donald-Duck- und Micky-Maus-Comics, Dr. Erika Fuchs, wird erläutert, findet er doch zunehmend in E-Mails und Chatrooms Verwendung.
Hingewiesen wird ebenfalls auf die 3sat Aktion Uns fehlen die Worte, die neue Begriffe für bisher Umschriebenes (wie zum Beispiel die ersten zehn Jahre eines Jahrhunderts) sucht. Die Ergebnisse der inzwischen abgeschlossenen und in Auswertung befindlichen Aktion werden in einem Buch, das für November 2009 bei dtv angekündigt ist, nachlesbar sein.
So schließt sich ein Kreis von Zeichnung, Sprechblase, Erfindung und Wortsuche.
Die Ausstellung wird von einem Rahmenprogramm begleitet und ist noch bis zum 10. Mai zu sehen.
JF







