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Grosz-Erben fordern in der Nazi-Zeit gestohlene Bilder zurück

Museen in Bremen, New York, Wien und Tokio sollen Bilder von George Grosz besitzen, die vom Galeristen des Künstlers gestohlen wurden. Das hat der Nachlassverwalter Ralph Jentsch herausgefunden und fordert nach SPIEGEL-Informationen die Werke jetzt zurück – damit die Erben ein eigenes Grosz-Museum gründen können.

Wie diese Werke gestohlen wurden und wer dahintersteckt, hat Jentsch bereits ausführlich in seinem wie ein Krimi zu lesenden Buch Alfred Flechtheim und George Grosz (Weidle Verlag) [mehr…] niedergelegt.

Buchcover bei Weidle:
Motiv ist das gestohlenene
Max Hermann-Neisse-
Porträt von Grosz

Was Jentsch bei Erscheinen des Buches in einer Düsseldorfer Veranstaltung nur andeutete, nimmt jetzt Formen an: Die Erben von Grosz fordern von vier Museen auf drei Kontinenten die Rückgabe von Bildern, die dem Künstler in der Nazi-Zeit gestohlen wurden. Denn sie wollen ein George-Grosz-Museum gründen und die Werke dort ausstellen. Als Standort denken sie an Berlin, die Geburtsstadt des Künstlers.

Jentsch weiß, wie eine Reihe von Bildern Grosz’ Galeristen Alfred Flechtheim gestohlen und von Amsterdam aus in alle Welt verkauft wurden. Ein Privatsammler hat der Familie bereits ein Bild zurückgegeben – aber die Museen – darunter so renommierte wie das MoMa in New York – weigern sich bislang, die Ansprüche der Familie Grosz anzuerkennen.

Dabei kann man schon in einem Brief vom 8.1. 1953 (abgedruckt 1979 im bei Rowohlt erschienenen Grosz-Briefwechselband) nachlesen (Grosz an seinen Schwager Otto Schmalhausen: „Modern Museum stellte ein mir gestohlenes Bild aus (dagegen bin ich machtlos), sie haben’s von jemand gekauft, der’s gestohlen.“

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