
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Heute wird Christa Wolf 80 – Arno Widmann würdigt die Autorin im Feuilleton-Aufmacher.
Die drei ??? – Frederick Jötten erinnert sich, wie er als Kind gern eins davon gewesen wäre. Morgen läuft der Film Das Geisterschloss mit den drei ??? im Kino an.
Eckart von Hirschhausen (Glück kommt selten allein… Rowohlt) erklärt heute die Depressionen – na ja, alles nicht so neu. Und auch nicht so lustig.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Ein bisschen autobiographisch ist er schon, der neue John Griesemer. Herzschlag heißt der Roman, der bei Arche erschienen ist.
„Und wie steht es mit der Männerfrage?“ Fragt sich Dieter Thomä bei der Rezension von Claudia Bruns’ Politik des Eros (Böhlau). Keine Angst, es geht im Buch um Männerbünde vom Anfang des vorigen Jahrhunderts..
Duncker & Humblot hat die Dissertation von Wirtschaftsminister Vielvornamen zu Guttemberg veröffentlicht. Rezensent Alexander Camann hat es besonders das „gemurmelte Vorwort“ von Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU angetan: Frau und Töchtern ist „diese familienunfreundliche Lektüre in tiefer Dankbarkeit zugedacht“. Na denne.
Littell in Großbritannien: Wie auch in den USA fällt die Kritik recht gemischt aus. Keine Angst, liebe Leute, in einem halben Jahr kräht kein Hahn mehr danach.
Süddeutsche Zeitung
Auch hier heute der Aufmacher: Christa Wolfs 80. Lothar Müller gratuliert.
Dass bei den Briten immer mal was weg ist – in letzter Zeit vorzugsweise Laptops mit hochgeheimem Zeugs drauf – sind wir gewöhnt. Jetzt aber wird es uns zu bunt: 9.000 Bände sind in der British Library einfach so verschwunden. Gut, bei 150 Mio. Bänden ist das kein Act (und wahrscheinlich hat sie ein döddeliger Bibliothekar auch nur verräumt) – aber schade wäre es doch. Weg ist zum Beispiel die EA vom Dorian Gray – das ist ärgerlich, während auf Mein Kampf in der Sonderausgabe zu Hitlers 50. gepfiffen ist…
Die Gier war grenzenlos. So nennt Anne T. bei Econ ihr Buch. Da packt eine Börsenhändlerin mal aus und erklärt, wie sich die Finanzwelt von so einigen Brokern manipulieren ließ. Aber wie man das geregelt kriegt, weiß sie natürlich auch nicht.
The Pale King, das letzte Romanfragment von David Foster Wallace wird gerade rekonstruiert. Wir sind gespannt. Auch darauf, ob es dieses Jahr in Deutschland mit Infinite Jest etwas wird…
Die Welt
270.000 Euro Entschädigung erhält Sylvie Uderzo vom Verlag Albert-René. Ihre Entlassung als Generaldirektorin wegen schwerer Fehler sei nicht gerechtfertigt gewesen…
Der deutsch-italienische Übersetzerpreis geht an Sigrid Vagt für ihre Übertragung von Salvatore Niffois Legende von Redenta Tiria (Zsolnay). Für das „übersetzerische Lebenswerk“ wurde Marianne Schneider ausgezeichnet, der Förderpreis ging an Esther Hansen.
Hatje Canz hat den Katalog zur Ausstellung Vincent van Gogh, Die Farben der Nacht, die aus dem Moma in New York nach Amsterdam ins Van Gogh-Museum gekommen ist.
Der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen im ehemaligen Untersuchungsgefängnis der Stasi Hubertus Knabe sieht die Republik von Honeckers Erben bedroht und begründet das kenntnisreich in seinem Buch Honeckers Erben. Die Wahrheit über Die Linke im Propyläen Verlag.
Hat es die Sekte der Essener je gegeben? Rachel Elior bezweifelt das. Und ist nicht allein damit. Yizhar Hirschfelds archäologische Untersuchung Qumran: Die ganze Wahrheit, die 2006 beim Gütersloher Verlagshaus erschienen ist, widerlegt die These eines abgeschiedenen Klosters (2008 neu aufgelegt beim Nikol Verlag) überzeugend.
Neue Zürcher Zeitung
An seinen „Fingerübungen“ lässt uns Jonathan Littell, der Autor der Wohlgesinnten in vier kurzen Erzählungen teilhaben, sein Buch Ein Sonntag im Sommer ist bei Matthes & Seitz erschienen. Kunstvoll, aber macht nicht satt, meint Thomas Laux.
„Die Akte Karl Barth“ ist auch in der Schweiz ziemlich dick, denn der Theologe, der in Deutschland die theologischen Grundlagen für die Bekennende Kirche gelegt hat, hat in der Schweiz gegen deren Neutralität gewettert. Nun wurde sie ausgewertet. In Quellen zur Schweizer Zensurgeschichte 1938–1945 von Eberhard Busch (Hg.): Die Akte Karl Barth. Zensur und Überwachung im Namen der Schweizer Neutralität 1938–1945, Theologischer Verlag Zürich.
„Eine Chronik des Schreckens“: Stewart O’Nan lotet in Alle, alle lieben dich im Rowohlt Verlag den amerikanischen Alltag aus. „Man ist nach wenigen Seiten von der Stadt und ihren Personen vollkommen absorbiert und möchte sie so schnell nicht mehr verlassen – buchstäblich bis zum bitteren Ende“, meint Jürgen Brôcan.
Eine Sonderausgabe von Dissonanz hat das „Komponieren in der Schweiz“ untersucht, erschienen im Düsseldorfer Pfau-Verlag. Andres Briner moniert einige Redundanzen, die ausführlichere Darstellungen verhindert hätten.