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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und Pro und Contra zum E-Book

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

„Einheits- und Uneinheitsblues: Die Leipziger Buchmesse im Zeichen von E-Book, Wirtschaftskrise und 20 Jahre Mauerfall“ – so hat sie Christoph Schröder erlebt. Die E-Reader („eine Speicherkapazität, die die eines USB-Sticks nicht annähernd erreicht, dafür aber rund 300 Euro…“) bedenkt er in seinem Artikel mit einem müden Lächeln – es ist eben dasselbe, das wir bei vielen Ausstellern gesehen haben in Leipzig.

Ina Hartwig durfte zum Insel-Empfang im „prächtigen Waldstraßenviertel“ (das zum Jahresende mit dem Suhrkamp-Umzug auch dicht gemacht wird…), den Suhrkamp für Sybille Lewitscharoff gegeben hat.

Grass tat auf dem Blauen Sofa in Leipzig das, was er am besten kann: wettern. Findet Christian Thomas. Kennt man ja.

DuMont in der Nazizeit: Diese Geschichte ist von Manfred Pohl aufgearbeitet worden und jetzt bei Campus erschienen. Kurt Neven DuMont trat zwar in die NSDAP ein – aber ein Nazi war er deshalb noch lange nicht. Matthias Arning rezensiert.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die FAZ macht auf Buchweltuntergang: „Bücherland ist abgebrannt. Am E-Book kommt keiner vorbei“, meint Sandra Kegel. „Bald“, meint sie, „werden alle Bücher online verfügbar sein.“ Wenn sie sich da mal nicht gewaltig täuscht hat.

(Fast) Neues von Roddy Doyle: Wolfgang Schneider rezensiert Paula Spencer (Hanser).

Peter Urban-Halle hat sich den Roman Die Nebenpersonen (Litteraturverlag Roland Hoffmann) von Peter Seeberg angesehen – ein Buch über die Filmstudios der Ufa 1943.

Annotationen
Philippine Engelhard Lass die Dichtkunst mich begleiten bis zum letzten Lebensgang (Königshausen & Neumann) und Ryu Murakami Piercing (Liebeskind).

Ingeborg Harms würdigt Christa Wolf zum 80. Geburtstag.

Neue Wirtschaftsbücher
Joachim Radkau Technik in Deutschland (Campus) und Manfred Schell Die Lok zieht die Bahn (Rotbuch).

Die Welt

„Wer psychologisch verstehen will, wie es zu dem aktuellen Wahnsinn der Finazwelt kommen konnte, braucht dieses Buch“, meint Thomas Lindemann. Im Bonus-Geheimnis (Diogenes) sind vier Dutzend von Martin Suters Kolumne „Business Class“ zusammengefasst.

Hendrik Werner stellt erzählende Literatur zum Amoklauf vor, von Hesse über Zweig bis Handke.

Buch-Tipp: Weltmacht Wasser von Silvia Feist bei Herbig.

Süddeutsche Zeitung

Der Verleger Christoph Links rekonstruiert in seinem neuen Buch Das Schicksal der DDR-Verlage (natürlich bei Ch. Links erschienen). Gerade mal 12 Verlage haben die deutsche Wiedervereinigung überstanden. Jens Bisky meint: „Politischer Wille und Einsicht vorausgesetzt, hätte es so nicht kommen müssen.“

Reinhold Neven Du Mont hat seinen ersten Roman Die Villa geschrieben (C.H. Beck). Christoph Haas hat die Geschichte nicht begeistert: „ … eröffnen sich für Momente Einblicke in die Abgründe einer vergangenen bürgerlichen Welt. Daran, dass ‚Die Villa’ insgesamt kein rundum gelungener Roman ist, ändert dies leider nichts, so gerne man den 72jährigen Verleger als spätberufenen Autor preisen würde.“

Die kroatische Autorin Dubravka Ugresic beleuchtet in ihrem neuen Buch Baba Jaga legt ein Ei die vor allem im slawischen Raum bekannte Mythengestalt (Berlin Verlag). Kai Wiegand rezensiert.

Und unter „Höllenlärm und Zuckerwatte“ ein Nachklang vom Buchmessen-Berichterstatter Tobias Lehmkuhl zur Leipziger Messe.

Außerdem hat Franziska Augstein die Studienreise des weltweiten Bibliotheksverbandes IFLA (International Federation of Libraries Associations and Institutions) begleitet, der in diesem Jahr 22 Bibliothekare und Regierungsvertreter aus 13 Ländern der islamischen Welt durch neun deutsche Bibliotheken und Spezialsammlungen führte. Das den Teilnehmern vor allem die Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar beeindruckte, lag nicht an der Pracht des Rokoko oder der größten Faust-Sammlung, sondern dass die Bibliothek bereits 2007 wieder eingeweiht wurde, obwohl sie der Brand 2004 fast vernichtete. Vernichtung kennen die muslimischen Gäste, solche Rettungsaktionen hingegen nicht. Vier Tage dauerte die Reise und endete in Berlin mit einer Tagung.

Kaum zu glauben: Eine Ausgabe des ersten Superman-Comics von 1938 ist für 317.200 Dollar versteigert worden.

Neue Zürcher Zeitung

Joachim Güntner sorgt sich um den Buchhandel: „Die Leipziger Buchmesse überspielte wie gewohnt mit vielen Lesungen die Ängste der Branche.“

Im Spezial „Architektur/Design“ freut sich Jürgen Tietz, dass der Journalist und Kunsthistoriker in seinem Büchlein zu neuen Moscheen im Abendland Euroislam-Architektur, Neue Moscheen des Abendlandes (SUN-Verlag) für ein Ende der Aufregung plädiert.

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