
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
„Von Wien nach Oslo nach Auschwitz“: Die Tagebücher von Ruth Maier Das Leben könnte gut sein (DVA) sind ein erschütterndes Dokument. Sollte Pfaff Williamson mal lesen, der in diesen Minuten in London landet, weil die Argentinier vom Holocaust-Leugner die Nase voll hatten. Er könnt das Buch ja nach der Lektüre der Bibliothek des Vatikan stiften, da gibt’s wohl auch den einen oder anderen Nachholebedarf…
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Der Onkel war ein Verräter: Susanne Schädlich, die Tochter des vom eigenen Bruder bespitzelten Schriftstellers Hans Joachim Schädlich hat mit Immer wieder Dezember. Der Westen, die Stasi, der Onkel und ich ein unversöhnliches Erinnerungsbuch (Droemer) geschrieben, findet Sabine Brandt).
André Heller erzählt sein Trauma: In Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein (S. Fischer).
Annotationen
> Friedrich Ani Mitschnitt (Zsolnay)
< Jochen Klauß Genie und Geld. Goethes Finanzen (Patmos).
„Was Ernst Jünger beschrieb, hat Armin Stäbler fotografiert“: Sein Kriegsfototagebuch ist bei Numea erschienen – und im Stadtarchiv von Leinfelden-Echterdingen gibt’s bis Ende März die Originale zu sehen.
Die Welt
Wir sprachen gestern an dieser Stelle darüber: Veit Heinichen muss sich in Triest gegen eine Verleumdungskampagne wehren: „In Dutzenden anonymen Briefen, die an Ämter, Vereine und Geschäftsleute gingen, wurde Heinichen als ‚Päderast’ verleumdet. So weit ging der noch unbekannte Rufmörder, dass er den 1997 nach Triest umgezogenen Autor zieh, seine Übersiedlung verdanke sich der Flucht vor der deutschen Justiz, die ihn wegen Kinderschänder-Delikten verfolge. All diese von den Ermittlern bald widerlegten Vorwürfe, die der Täter in 14-tägigen Rundschreiben wiederholte, waren garniert mit fiktiven Aktenzeichen und erfundenen Zitaten. Einen weiteren Gipfel der Perfidie erklomm der Denunziant durch das Schreiben von Briefen und Leserbriefen in Heinichens Namen.“
Süddeutsche Zeitung
Krise der Museen = Krise der Museumsshops: In New York werden 15 Läden des Metropolitan Museum an Touristen-„Hotspots“ schließen.
Mit Pedro Páramo gelang Juan Rulfo ein Meisterwerk, findet Merten Worthmann, – bei Hanser ist jetzt eine Neuausgabe des Werkes erschienen, das García Márquez so schätzt, dass er es auswendig kann – und wir reden über rund 170 Seiten!
Margit Schreiner geht der Frage nach: Schreibt Thomas Bernhard Frauenliteratur? (Schöffling). Kristina Maidt-Zinke rezensiert.
„In 80 Pointen um die Welt“ – aberwitzig kommt Steve Helys und Vali Chandrasekarans Die Wette (mareverlag) daher.
Eine kleine Geschichte der Landschaft: Hansjörg Küster hat sie mit Schöne Aussichten bei C.H. Beck veröffentlicht.
Neue Zürcher Zeitung
„Autobiografie in Stücken“, biete Kurt Marti in seinen Einnerungen unter dem Titel Ein Topf voll Zeit 1928–1948, die im Verlag Nagel & Kimche erschienen sind.
„Träume von städtischer Schönheit“, das zeige die „prachtvolle Edition“ der Civitates Orbis Terrarum, wie sie im Taschen Verlag erschienen ist.
„Ein Bollwerk gegen den Mythos“: Dass ein Autor selbst seine Biografie in Auftrag gibt, um auch die dunkleren Seiten seiner Existenz zu offenbaren, ist ungewöhnlich; der Literaturnobelpreisträger V. S. Naipaul hat diesen Schritt riskiert, so Claudia Wenner über die „ungeschönte Biografie“ von Patrick French unter dem Titel The World Is What It Is: The Authorized Biography of V. S. Naipaul, die bei Picador erschien.
Annotiert wird unter „Tanz und Sprache“ Christina Thurner: Beredte Körper – bewegte Seelen. Zum Diskurs der doppelten Bewegung in Tanztexten, Transcript-Verlag.







