Der Verleger des Karl May Verlags, Bernhard Schmid, sieht in der Sonderedition von ausgewählten Karl-May-Titeln, die über Aldi-Nord vertrieben wird, [mehr…]eine Chance für den Handel. Warum erläuterte er im Interview mit buchmarkt.de:

buchmarkt.de: Warum haben Sie sich entschlossen, mit Aldi die Kooperation zu machen und nicht mit einem großen deutschen Buchhändler? Wie ist die Idee dazu entstanden?
Schmid: Eine Sonderausgabe für nur einen großen Buchhändler? Es handelt sich hier nicht um die berühmten Gesammelten Werke! Bei Aldi wird eine Lizenzausgabe mit nur acht Titeln von Karl May in einem sehr kurzen Zeitraum angeboten, im Karl-May-Verlag sind aber 90 Karl-May-Bände dauerhaft lieferbar!
Seit Jahren ist Karl May nicht mehr in den Regalen der Buchhändler, was ist
passiert? Verpassen die was?
Das stimmt ja nun zum Glück so nicht! Viele Buchhandlungen erzielen noch gute Umsätze mit Karl May. Die anderen verpassen diesen Umsatz mit einem Autor, der nicht nur immer noch spannend und gut, sondern auch der meistgelesene deutscher Sprache ist. Karl May bei Aldi ist für uns in erster Linie eine Werbeaktion und bedeutet ein klares Signal an den Buchhandel, sich diesem Autor wieder stärker zu widmen, das heißt, selbst das Geschäft mit Karl May zu machen, anstatt es einem Discounter zu überlassen.
Schadet die „Aldisierung“ nicht dem Image des Autors?
Ich glaube, Aldi hat ein besseres Image, als Sie denken.
Könnte die Aldi-Edition auch die Nachfrage im Handel beleben?
Das ist sogar erwiesen. Untersuchungen haben ergeben, dass in Werbemitteln großer Buchversender beworbene Bücher nicht nur bei diesen, sondern in großer Stückzahl auch im stationären Buchhandel gekauft werden.
Zudem besteht die berechtigte Hoffnung, dass durch die Aktion bei Aldi neue Lesergruppen für unseren Autor erschlossen werden, die sich bisher anderen Themen und Medien zuwenden. Wir wissen ja alle, wie viele Generationen mit den Abenteuern von Karl May aufgewachsen sind. Immerhin wurden allein in Deutschland 100 Millionen Karl-May-Bücher verkauft. „Karl May statt Ballerspiele“: Wenn das keine Alternative für unsere Jugend ist!