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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und den Koffer von Heinrich Mann in Prag

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

So etwas scheint nur in Prag noch möglich: Dort tauchte noch ein Koffer von Heinrich Mann auf. Und den hat die Berliner Akademie der Künste gestern samt Inhalt im Rahmen einer Veranstaltung gezeigt.

„Multinationales Großstadtleben“: In seinem Buch (Ex-)Jugos verfalle Autor Rüdiger Rossig (Verlag Archiv der Jugendkulturen) nicht der politische Nostalgie und aale sich nicht Exil-Folklore.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Anónio Lobo Antunes will nur noch einen Roman schreiben und dann aufhören, hat er angekündigt. Er empfinde den Literaturbetrieb als sehr anstrengend.
Zuletzt als HC erschien Gestern in Babylon hab ich dich nicht gesehen (Luchterhand) und als TB Das Handbuch der Inquisitoren (btb).

„Früchte des Sommers“: In seinem Roman Revolution (Blessing) rufe der Londoner Autor Hari Kunzru dieselbe aus und biete bei seinen Figuren die ganze Palette von jugendlichen Idealisten bis hin zum militanten Attentäter. Das wirke zuweilen wie ein kalter Griff ins Kühlregal, so Tobias Döring.

Annotiert wird unter
>“Giftmord ohne Reue“ Berliner Verbrecherinnen. Historische Kriminalbibliothek Band 3 aus dem Verlag Kirchschlager
> „Vierzeiler mit Akzent“: Hans Bender Wie es kommen wird (Carl Hanser).

Hier wird ausführlich über den gefundenen Koffer mit Dokumenten von Heinrich Mann berichtet und der Fund in den Zusammenhang mit der unglücklichen Nachlassgeschichte Heinrich Manns gestellt. Die Dokumente werden jetzt vom Akademiearchiv übernommen. Bis zum 7. Juni sind sie noch in einer Ausstellung zu sehen.

Süddeutsche Zeitung

Auf einer schön gemachten Doppelseite wird Filippo Tommaso Marinetti gedacht, der vor 100 Jahren sein Futuristisches Manifest veröffentlichte und der damit die Politik und die Künste vielfältig beeinflusste. Literaturempfehlung: Christa Baumgart: Geschichte des Futurismus, Rowohlt Verlag.

Zwei Bücher beschäftigen sich mit der grundstürzenden wie rapiden Urbanisierung Chinas. Unter „Feuerspeiende Drachen“ kommen
Dieter Hasselpflugs Der urbane Code Chinas (Birkhäuser) und
Thomas J. Campanella: The Concrete Dragon, Princeton Architectural Press zur Sprache.

„Die Kugel der Empfindsamkeit” ist eine Rezension zu Egyd Gstättners Roman Der Mensch kann nicht fliegen über den italienischen Dichter und Philosophen Carlo Michelstaedter (Picus) überschrieben, dem Volker Breidecker allerdings den sardonischen Witz nicht immer abnehmen mag und ihn als ledernes Konstrukt empfindet.

Hans-Peter Kunisch hat sich Istvan VörösHeidegger als Postbeamter (Edition Korrespondenzen) vorgenommen und titelt „Grashüpfer-Schrecken“.

„Zeit der Südwanderung“ überschreibt Stefan Weidner einen Nachruf auf den sudanesischen Schriftsteller Tajjib Salich, eine Paraphrase auf seinen bekanntesten Roman Zeit der Nordwanderung. Von Salich, der vermitteln konnte, das kein noch so abgelegenes Land zu klein oder unbedeutend war, um Literatur zu produzieren, sind alle vier Romane im Lenos Verlag erschienen. Die anderen heißen Eine Hand voll Datteln, Sains Hochzeit und Bandarschah.

Die Welt

Helmuth Karasek feiert den 100. Geburtstag von Heinz Ehrhardt, ohne aber dabei auf Bücher hinzuweisen.

Auch hier geht es um Heinrich Manns Koffer aus Prag und gezeigt wird Mann unterm Weihnachtsbaum. Mit seinen Maßen 40x26x10 Zentimeter handele es sich eher um ein Köfferchen, erfahren wir. Der Germanist Peter Stein habe ihn einfach geschenkt bekommen und mit über die Grenze genommen. Das habe von wegen Kulturgut zunächst zu einigen Verwicklungen geführt.

Berichtet wird, dass der Theologe und Universitätsprofessor Gerd Lüdemann in Karlsruhe vor dem Bundesverfassungsgericht mit seiner Klage gegen einen erzwungenen Lehrstuhlwechsel gescheitert sei. Der bisherige Neutestamentler, der sich als „ungläubiges Kirchenmitglied“ bezeichnet, soll nunmehr „Geschichte und Literatur des frühen Christentum“ unterrichten. Zuletzt ist von ihm Jungfrauengeburt? bei zu Klampen erschienen.

Die ZEIT

Auf die Besprechungen im Literaturteil wiesen wir bereits gestern hin [mehr…]

Nicht mitgemeldet wurde unter „Die erste Globalisierung“ die Besprechung von Jürgen Osterhammel Die Verwandlung der Welt bei C.H.Beck, das Jürgen Kocka als großen Wurf bezeichnet.

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