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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – alle Bücher auch aus der ZEIT. Und Updike, Suhrkamp und Berlin

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

DIE ZEIT

Aufmacher des Literatur-Teils ist heute ein Gespräch mit Philip Roth, das Michael Naumann geführt hat. Unter der Überschrift „Die Zeit der neuen Empörung“ geht es um seinen 23. Roman, Empörung, der von Iris Radisch unter der Überschrift „Kleine Ansprache aus dem Jenseits“ besprochen wird. Roth erklärt: „Ich bin einfach zum Schreiben da, und wenn ich nicht schreibe, komme ich mir vor wie ein Wagen, dessen Räder im Schnee durchdrehen.“

Naumann hat auch den Nachruf auf John Updike verfasst, den er als menschenfreundlichsten aller amerikanischen Schriftsteller bezeichnet.

„Stadtmaus und Feldmaus lesen Kant“ – Ludwig Harig bespricht Harald Weinrichs „Bestiarium“ Vom Leben und Sterben der Tiere (C.H. Beck).

Politisches Buch: „Jonathan Littell und Klaus Theweleit ignorieren die moderne Täterforschung“, meint Harald Welzer. Unter „Gnadenlose Schwadroneure“ hat er kein gutes Wort für Jonathan Littell, Das Trockene und das Feuchte. Ein kurzer Einfall in faschistisches Gelände, mit einem Nachwort von Klaus Theweleit (Berlin Verlag): „Die Studie Littells liest sich wie die Seminararbeit eines Drittsemesters, der nicht recht einordnen kann, was er schon alles über Psychoanalyse gelesen hat, und Theweleits Nachwort dazu als glückselige Wiederbegegnung eines alten Gelehrten mit seinen Thesen, nach denen schon ein Vierteljahrhundert keiner mehr gefragt hatte.“

„Der Weg zum Weltenbrand“ titelt Norbert Frei seine Rezension zu Ian Kershaws Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg (Deutsche Verlags-Anstalt), ein „packendes Thesenbuch“.

Seyla Benhabib sei „ein weiblicher Habermas der politischen Philosophie“, meint Hilal Sezgin und hat zwei ihrer Bücher zum Kosmopolitismus gelesen:
Die Rechte der Anderen. Ausländer, Migranten, Bürger, erschienen bei Suhrkamp und
Kosmopolitismus und Demokratie. Eine Debatte mit K. Waldron, B. Honig, W. Kymlicka, erschienen bei Campus.

Im „Kaleidoskop“ berichtet Hanns-Josef Ortheil von der Vierten Deutschen Lektorenkonferenz in Hildesheim: „Früher reisten sie mit großen Manuskriptstapeln und dicken Taschen an, jetzt haben sie die Manuskripte auf einem schlanken E-Book von Sony gespeichert.“ Es sei ein wunderbares Gefühl, alle Texte, an denen man gerade arbeitet, immer bei sich haben zu können, erklärt Uta Rupprecht, Lektorin bei Ullstein.

Tobias Gohlis hat den Krimi Ein Grab in Gaza (C.H. Beck) von Matt Beynon Rees gelesen, und es gibt Kurzkritiken zu
Oliver Storz, Die Freibadclique (SchirmerGraf) und
Winfried Speitkamp, Der Rest ist für Sie! Kleine Geschichte des Trinkgeldes (Reclam). Dazu das Gedicht „Radiosonett“ von Edoardo Sanguineti aus Heft 186 von „Sprache im technischen Zeitalter“, SH-Verlag. Und weiter vorne, in der Diskothek, hat Wilhelm Trapp das „Hörkunststück“ von Andrea Gerk gehört: Georg Büchner, Lenz, erschienen bei herzrasen records.

Frankfurter Rundschau

Suhrkamp zieht es nach Berlin, aber öffentlich ziert sich der Verlag noch ein bisschen“: Peter Michalzik kommtiert die Lage angesichts der gestrigen Betriebsversammlung im Verlag.
Dazu großartige Nachrufe auf John Updike von Burkhard Spinnen und Nicholson Baker

Gemeldet wird, dass Sebastian Barry The Secret Sripture Costa-Preis bekommen hat.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Hier schreiben Patrick Bahners, Daniel Kehlmann und MRR über John Updike.

Rezensionen: Sara Elsing findet, Ursula Krechel habe mit Shanghai fern und wo (Jung und Jung) „einen berührenden Roman über das Überleben jüdischer Flüchtlinge geschrieben“.

„Regen Schnee und anderes“: Steffen Gnam rezensiert Gao Xingijan, der in Die Angel meines Großvaters (S. Fischer) von der Kulturrevolution erzählt, „vom Leben als ewigem Fluchtzustand“.

Zwei Kurzkritiken:
„Schachmatt“: Gemeint ist Fabio Stassi Die letzte Partie (Kein und Aber).
„Leichtfiguren“: Chengdu, vergiss mich heute Nacht (Zweitausendeis)

Süddeutsche Zeitung

Auch hier die Meldung, dass Sebastian Barry den mit 25.000 Pfund dotierten Costa Preis für seinen Roman Die Zeitläufte des Eneas McNulty erhält. (Falls jemand weiß, ob und wo er noch lieferbar ist, bitte melden.)

„Ein Glückskind“, der Titel fasst den Blick, den Willi Winkler auf den vorgestern gestorbenen John Updike wirft, mit einem Wort zusammen.

„Die Stadt lebt nicht vom Bild allein“: Mit New Urbanity (herausgegeben von Annette Becker, Karen Jung und Peter Cachola Schmal bei Verlag Anton Pustet) sei ein „anregender Essayband“ des Deutschen Architekturmuseums erschienen, der danach frage, wie eine neue Urbanität auszusehen habe.

„Die zerschnittenen Gesänge der Gewalt“: In seinem neuen Erzählungsband Alle glücklichen Familien (S. Fischer entwerfe Carlos Fuentes ein Panorama Mexikos.

„Im Halbschlaf nach Teheran“ titelt eine begeisterte Besprechung zu Farhad Showghis Band mit Prosagedichten Die große Entfernung, erschienen bei Urs Engels Editor

Die Welt

Seite 14: Falsch gelesen, es geht nicht um das Taschenbuch, sondern um Tempo, „das Taschentuch der Deutschen wird achtzig“. Aber dann im Feuilleton: Für Uwe Wittstock ist John Updike der „Balzac des moderenen Amerika“.

Neue Zürcher Zeitung

Andrea Köhler hat die amerikanischen Reaktionen auf den Tod von John Updike eingesammelt: „Prosajuwele, Quecksilberintelligenz“

Olga Martynova stellt den „prächtigen Bildband“ Moskau und St. Petersburg: Kunst, Leben und Kultur in Russland 1900-1920 von Jane E. Bowlt, erschienen im Verlag Christian Brandstätter, vor: „Ein für Kunstliebhaber wirklich lehrreiches und unterhaltsames Buch“.

Hinweise auf Bücher:
Malte Korff: Johannes Brahms. Leben und Werk (dtv)
Ann Cotten: Nach der Welt. Die Listen der Konkreten Poesie und ihre Folgen (Klever-Verlag)
Joseph P. Strelka: Vergessene und verkannte österreichische Autoren (Francke-Verlag)
Burkhard Reber: “O! Freundschaft, du machst mich fast betrunken!“ Tagebuch eines Bauernburschen aus dem Aargau 1867.1868 (Limmat-Verlag)
Christian Kläui: Psychoanalytisches Arbeiten. Für eine Theorie der Praxis (Verlag Hans Huber)

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