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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und erste Nachrufe auf John Updike

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Titelthema ist ein in Frankreich umstrittenes Buch des Historikers Shlomo Sand, der mit Thesen über die „Erfindung des jüdischen Volkes“ aufwartet.

Die Leipziger Buchmesse versteigert (mit Ebay) Promi-Devotionalien, was wir schon vorgestern gemeldet hatten [mehr…](die FR hat übrigens heute auch eine Leserreise zur Leipziger Buchmesse im Angebot!).

Jörg Plath bespricht unter „Der Stolz der harten Burschen“ die „Frankfurter Erzählungen“ Aufbrechende Paare von Jamal Tuschick (weissbooks): Sie „meiden die Gossenromantik.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Zeit wird Ewigkeit“: Rezensent Alexander Kosenia findet, Karheinz Stierle habe mit seinen Büchern Das große Meer des Sinns (Fink) und Zeit und Werk (Hanser) zu den Fabeln von Ovid, Dante und Proust ein „Museum für die Geburtshelfer der Literatur“ geschaffen.

„Ging es Kindern früher schlechter?“ Martina Lenzen-Schulte schreibt über Iris Ritzmanns Sorgenkinder: „Sie korrigiert ein Vorurteil, sie zeigt, wie liebevoll man sich im achtzehnten Jahrhundert um den kranken und behinderten Nachwuchs kümmerte“. (Böhlau)

Süddeutsche Zeitung

„Ist ja kolossal“, titelt die Süddeutsche über das, was heute Gesprächsthema sein dürfte. Der berühmte Koloss, ein Gemälde, das als Werk von Goya galt, soll als Fälschung entlarvt worden sein. Nicht der Meister, sondern einer seiner Assistenten soll es gemalt haben, heißt es aus Madrid.

Gemeldet wird, dass der britische Fantasy-Schriftsteller Neil Gaiman mit dem Nembery medal“ ausgezeichnet wird, dem angesehensten Kinderbuchpreis in den USA. Gewürdigt wird Das Graveyard-Buch, in Deutschland bei Arena erschienen.

Unter „Tyrannei der Muttermilch“ feiert Christoph Haas das Wiedererscheinen von Alan Moores und Eddie Campbells Jack-The-Ripper-Comics From Hell im Cross Cult Verlag. Der Comic sei „unglaublich lebendig und dokumentarisch genau“.

„Bloß keine Gebrauchsmusik aus der Nähmaschine“ war die große Furcht von Hanns Eisler beim Schaffen seiner Filmmusik. Berichtet wird, dass seine Kompositionen jetzt „minutiös erschlossen“ werden, dokumentiert dank zweier Bücher:
Hanns Eisler Gesammelte Schriften 1921-1925 und Kompositionen für den Film, herausgegeben von Peter Schweinhardt, Bd. 3, beide Breitkopf und Härtel.

„Einstein rät zum Gattenmord“ ist eine Kolumne zu Irene Dische überschrieben, ihr Roman Veränderungen über einen Deutschen oder Ein fremdes Gefühl (Hoffmann und Campe)mache „ratlos“, heißt es. Dem Buch fehle es „in hohem Grad an innerer Notwendigkeit“, urteilt Burkhard Müller.

Die Welt

John Updike mit 76 Jahren gestorben“, DIE WELT titelt, was gestern Abend die Öffentlichkeit erreichte [mehr…]und sicher die Buchöffentlichkeit noch beschäftigen wird. „Amerika ohne John Updike? Eigentlich undenkbar“, so Wieland Freund, der den Autor als einen zeichnet, der immer an Gott und Amerika geglaubt hat, an den Mittelstand und aus „Angst vor Armut“ mit dem Schreiben begonnen habe.

„Wie Maria zur Jungfrau wurde“: Heute wird die erste deutsche Übersetzung der Septuaginta vorgestellt. Damit kommt die altgriechische Übersetzung des Alten Testamentes in die deutsche Sprache, die bis Luther als Grundlage für die mittelalterliche Theologie diente. Indem sie das Vokabular der griechischen Philosophie aufnahm, deutete sie viele hebräische Denkweisen neu.

Financial Times Deutschland

Heute mit vier Lesetipps: Thomas Bernhard Meine Preise (Suhrkamp), Benjamin Black Nicht frei von Sünde (rororo), The Who-Maximum Rock (Hannibal)und Tilmann Ramstedt Der Kaiser von China (DuMont)

Neue Zürcher Zeitung

Auch die NZZ macht mit einem Nachruf auf John Updike auf: Thomas Hermann nennt ihn „Chronist des amerikanischen Alltags“.

Außerdem schildert Maike Albath einen Besuch bei der sardischen Autorin Milena Agus. Ihr Roman Die Flügel meines Vaters ist 2008 bei Hoffmann und Campe erschienen.

Unter der Überschrift „Bittere Wahrheiten“ gibt es eine Besprechung des Titels Postlagernd (Merlin-Verlag) von Boualem Sansal.

Zwei Veröffentlichungen, die durch Friedrich Hebbels Tagebücher inspiriert wurden, stellt Dorothea Dieckmann unter der Überschrift „Erfrorene Wurzeln, gefrorenes Meer“ vor:
Susanne Bierwald: Lauter zerrissene Verhältnisse. Friedrich Hebbel und Hamburg. (Hoffmann und Campe) sowie
Friedrich Hebbel: Weltgericht mit Pausen. Aus den Tagebüchern – Auswahl und Nachwort von Alfred Brendel, erschienen bei Hanser.

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