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150 Jahre Freies Deutsches Hochstift/ Bettine von Arnim-Ausstellung im Frankfurter Goethe-Museum

PD Dr. Wolfgang Bunzel, Leiter der Brentano-
Abteilung, Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken,
Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts und
Chefin des Goethe-Haues, Dr. Joachim Seng,
Leiter der Bibliothek (von links)

2009 wartet mit vielen Jubiläen auf, eines davon ist das der Gründung des Freien Deutschen Hochstifts am 10. November 1859 zu Schillers 150. Geburtstag in Frankfurt am Main. Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Hochstifts und Chefin des Goethehauses, informierte heute über das umfangreiche Jubiläumsprogramm.

Otto Volger, Gründer des Freien Deutschen Hochstifts, wollte mit diesem säkularen Kultur-Institut – einer Akademie – einen Ort der Bildung schaffen, Forschungsergebnisse vermitteln und Kunstrichtungen miteinander verbinden. Diesem Gedanken wird das vorliegende Programm gerecht. So finden sich im golden eingebundenen über 50-seitigen Veranstaltungsplan Ausstellungen, die beliebten Gespräche im Goethe-Haus (in Kooperation mit hr2), Vorträge, Lesungen, Liederabende und Konzerte, Seminare und Exkursionen.

Prof. Dr. Bohnenkamp-Renken wies außerdem auf die kritisch-historische dreibändige Faust-Ausgabe hin, die mit Hilfe einer Handschriften-Sammlung die 60-jährige Arbeit an diesem Werk nachvollziehbar machen soll und noch für dieses Jahr sowohl als Print als auch als elektronische Ausgabe angekündigt ist.

Gleich morgen eröffnet eine Bettine von Arnim-Ausstellung anlässlich ihres 150. Todestages am 20. Januar unter dem Titel „… die Welt umwälzen …“. Dr. Wolfgang Bunzel, Kurator der Exposition, stellt dabei das Wirken der ungewöhnlich vielseitig interessierten Frau in den Mittelpunkt, deren Engagement in etwa 200 Leihgaben anschaulich dargestellt wird. Bettine, Enkelin Sophie von La Roches, Schwester Clemens Brentanos und Gattin Achim von Arnims ist nicht nur Schriftstellerin gewesen, sie komponierte und zeichnete auch. Deshalb sind im Arkadensaal an zentraler Stelle ihr gezeichneter Entwurf für ein Goethe-Denkmal sowie ein Gips-Modell desselben zu sehen.

Außergewöhnlich für die damalige Zeit ist ihr politisches Engagement; sie setzte sich für Verfolgte wie August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und Gottfried Kinkel ein, bewirkte die Berufung der ihres Amtes enthobenen Brüder Grimm nach Berlin. Korrespondenzen mit einflussreichen Persönlichkeiten weisen auf ihre freiheitlich-demokratische Gesinnung hin. Sie mischte sich ins Tagesgeschehen ein, lancierte Notizen und Berichte in der Presse, ohne sie mit ihrem Namen zu kennzeichnen. Die Neue Rheinische Zeitung hatte sie abonniert.

Auf den in wenigen Tagen vorliegenden Katalog zur Ausstellung, die bis zum 5. April im Arkadensaal des Goethe-Hauses zu sehen ist, darf man sich jetzt schon freuen. Wer die Exposition besucht, sollte sich allerdings noch die Zeit nehmen und hinüber in Goethes Wohnhaus gehen, hier finden sich die eher biografischen Zeugnisse von Bettine von Arnim als einer Zeitgenossin Goethes.

JF

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