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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und Vittorio Klostermann macht sich stark für das Urheberrecht und die Süddeutsche zum Buchmarkt in der Krise

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Große Rezension von Thomas Meineckes Roman Jungfrau (Suhrkamp) – Anja Hirsch wundert sich, dass es Meinecke plötzlich mit der Enthaltsamkeit hat.

Ina Hartwig beschwert sich über die mit Strafandrohung von 250.000 € versehene Sperrfrist von Rowohlt bezüglich des neuen Kehlmann-Romans [mehr…]. Anscheinend lockt auch bei den Kritikern das „gedopte Wettbewerbsprinzip“.

Martin Lüdke bespricht Stefana Sabins Die Welt als Exil. Göttinger Sudelblätter (Wallstein).

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Judith Leister hat sich Peter Carey Liebe. Eine Diebesgeschichte (S. Fischer) angesehen – eine „glänzende Satire auf den Kunstbetrieb“.

Die „Klatschbase der Nation“ ist Shobhaa De. Nation meint in diesem Falle Indien. In Wie die Erinnerung es will (dtv) erzählt sie ihr Leben. Das hätte sie besser lassen können, findet Martin Kämpchen: „Shobhaa De sollte ihre indischen Leser weiterhin lieber mit ihren bissigen Kolumnen amüsieren.“

Annotationen
Der goldene Apfel. Die Erzählungen des klassischen Altertums (Insel) und Theresa Bäuerlein Das war der gute Teil des Tages (S. Fischer).

Thema Urheberrecht: Der Frankfurter Verleger Vittorio E. Klostermann über „Die große Allianz gegen das Buch“: Zentrale Wirtschaftsgremien möchten mit dem gedruckten Buch auch das Urheberrecht abschaffen, schreibt er. Konkret geht es um ein „Grundrecht der Autoren, ihre Ergebnisse im Sinne eines freien Zugangs der Wissenschaft zu Informationen publizieren zu können“. Das ist gefährliches Geschwätz, weiß Klostermann: Schließlich liegen ja die Verwertungsrechte sowieso beim Autor. Dieses angebliche „Grundrecht“, das von einer Allianz der Forschungsgesellschaften eingefordert wird, ist nichts anderes, als eine Enteignung des Autors. Aufheben, diesen Artikel!

Neue Sachbücher
Stefan Weidner hat mit dem Manual für den Kampf der Kulturen (Verlag der Weltreligionen im Insel verlag) einen klugen Ratgeber für aufgeklärte Kulturkämpfer geschrieben, findet Joseph Hanimann.

Johannes Fried taucht das Mittelalter in helles Licht. In seinem Buch Das Mittelalter. Geschichte und Kultur (C.H. Beck).

Bücher im Reiseblatt
Anja Carstanjen-Schroth Norwegen (Ellert & Richter), Spaziergänge durch das München berühmter Frauen (Arche), Michael M. Stani Dalmatien (Böhlau) und Der sanfte Flug der schwarzen Damen – Rumänische Rhapsodien (Picus).

Süddeutsche Zeitung

Die Süddeutsche macht sich Sorgen um den deutschen Buchmarkt angesichts der Krise und hat sich umgehört. Sie zitiert dtv-Chef Wolfgang Balk, der den Buchmarkt von Konjunkturschwankungen schon in den letzten Jahren nicht betroffen sieht. Expandieren wolle Balk vielmehr nicht, weil die Märkte gesättigt seien und der Wettbewerb stark sei. Auch Gottfried Honnefelder, in der Eigenschaft als Vorsteher des Börsenvereins ist sich demnach sicher, der Branche gehe es gut, lässt er verlauten, obwohl die Umsätze in den USA beängstigend purzeln, wie Autor Fabian Soethof zusammenträgt. Die Verlage gingen in die Krise mit kalkulierter Gelassenheit, fasst er zusammen. Hartwig Schulte-Loh, Gewschäftsführer bei Dussmann glaubt, dass Bücher gerade in der Krise zur „Flucht in die nachhaltige Form des Denkens“ taugen und glaubt eher, dass der Handel von der Krise profitiere. Er würde eine „Bereinigung des Buchmarktes auf Produzentenseite“ eher begrüßen. Den Gefallen will Rowohlt offenbar aber nicht tun. „Wir leben davon, ständig etwas neues zu entdecken und zu entwickeln“, wird Rowohlt-Chef Peter Kraus vom Cleff zitiert. Autor Soethof mutmaßt, dass 2009 zeigen werde wie unabhängig der deutsche Buchmarkt von der Krise tatsächlich sei.

Eine „Parabel im Schnee“ sei mit dem eher gemütlichen Ergebnis der Verfilmung des Romans Die Perlmutterfarbe geglückt, heißt es zu dem neuen Film von Marcus Rosenmüller. Passt ja zur Jahreszeit.

„Alles viel zu Prüde hier“: In seinem Buch Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft erkläre Autor Robert Pfaller bei Fischer die Ödnis der Gegenwartskultur.

Unter „Die blassbeigen Jahre“ kommt ein „opulenter Bild- und Materialband“ über Alfred Andersch zur Sprache, den Marcel Korolnik und Annette Korolnik-Andersch] unter dem Titel Sansibar ist überall bei der edition text+kritik herausgebracht haben.

„Ein durch und durch amoralischer, sehr sympathischer Mensch“: Der Roman Fragen Sie den Papagei des kürzlich verstorbenen Kriminalschriftstellers Donald E. Westlake alias Richard Stark sei ein Grundkurs in Skrupellosigkeit.

Berichtet wird, dass Maruja Torres den mit 18.000 Euro dotierten spanischen Nadal-Literaturpreis erhalten hat. Geehrt wird sie für den Roman Esperadme en el cielo (Wartet im Himmel auf mich).

Die Welt

Eckhard Fuhr hat sich „Karl Marx in Bildern“ angesehen. Nämlich die Nachrichten aus der ideologischen Antike. Marx – Einstein – Das Kapital. Von Alexander Kluge. Erschienen auf drei DVDs bei Filmedition Suhrkamp.

Elke Heidenreichs Quoten im Internet [mehr…] kommentiert Hendrik Werner. Und verrät, dass das ZDF zum Gegenschlag ausholt mit einem Nachfolgeformat von „Lesen!“. Allerdings: eine Frontfrau muss erst noch gefunden werden.

In Moskau gibt es mit den Altstalinisten immer noch Zoff um die Umbenennung der „Großen Kommunistischen Straße“ in „Solshenyzin-Straße“.

Uwe Wittstock interviewt Lukas Bärfuss, der soeben für seinen Roman Hundert Tage (Wallstein) den Mara-Cassens-Preis erhalten hat [mehr…].

Neue Zürcher Zeitung

„In der Geschlechtssphäre“: Der Roman Jungfrau von Thomas Meinnecke bei Suhrkamp handele außerdem von Jazz und Jack Smith, seine „Mixtur aus Underground, Jazzhistorie, Mystizismus, Mariendeutung und Poststrukturalismus provoziert allein durch seine Art der assoziativ-beliebigen Präsentation“, findet Rainer Moritz.

„Exzesse nach Plan“, seien die Inszenierungen von Christoph Schlingensief. Die Details dazu seien in dem bildlosen Buch Kunst und nichtkunst von Catherina Gilles im Verlag Königshausen & Neumann] nachzulesen, so Thomas Leuchtenmüller.

„Waschmitteltexte“: Thema in elf Variationen seien die Texte über gescheiterte Bezieungen in dem Buch Die Liebe ist doch sehr überschätzt von Brigitte Girauds (S.Fischer).

In der Samstagsausgabe werde unter anderem berichtet über
> Sylvia Plaths Ariel und T.S.Elliots The waste Land in neuer Übersetzung.
> Ovids Verbannung ans Schwarze Meer
> das Lange Warten auf Aby Warburgs Schriften

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