„Vorstandsexodus schürt die Angst um Arcandor“, titelt die Financial Times Deutschland (FTD) heute. Dort habe ein Stühlerücken eingesetzt, noch bevor die Bilanz vorgelegt wird.
Am Freitag hatte Arcandor mitgeteilt, Finanzvorstand Peter Diesch werde das Unternehmen Ende Dezember verlassen. Nachfolger wird Rüdiger Andreas Günther, der zuvor unter anderem Finanzchef beim Halbleiterkonzern Infineon war.
Diesch führte neben Finanzen und Personal auch die Ressorts Controlling, Konzernbilanzen, Steuern, Immobilien, Finanzdienstleistungen, Fusionen & Übernahmen und die Warenhaussparte. Der Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff halte sich aus dem operativen Kerngeschäft weitestgehend raus, heißt es in Arcandor-Kreisen.
Weniger plötzlich als Dieschs Abgang kam der ebenfalls am Freitag verkündete Abgang von Einkaufs-, IT- und Logistik-Chef Helmut Merkel. Er habe seinen Rückzug schon länger geplant, sagte ein Insider.
Die aktuellen Personalwechsel sind ein neuer Tiefpunkt nach zahlreichen Abgängen von Topmanagern bei Arcandor. So strich Karstadt kürzlich 16 von 42 Führungsposten.
Bereits vor wenigen Tagen hatte die FTD berichtet, dass Merkels Abschied nur wenige Wochen bekannt wurde, nachdem schon Personalvorstand Matthias Bellmann aus der sechsköpfigen Führung des ehemaligen KarstadtQuelle-Konzerns ausgeschieden war. Die Mitteilung über den Abgang des 55-Jährigen erfolgte nur wenige Tage vor dem Auslaufen seines Vertrags.