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SZ-Bibliothek-Erfinder Dirk Rumberg zu seinem plötzlichen Ausscheiden aus dem Süddeutschen Verlag

Dirk Rumberg

Es war die Top-Personalie dieser Woche: Dirk Rumberg, der mit mehreren SZ-Bibliotheken die Branche in den letzten Jahren kräftig aufgemischt hat, verlässt das Unternehmen [mehr…]; der rigide Sparkurs des Süddeutschen Verlags zeitigt Folgen. buchmarkt.de sprach mit ihm

buchmarkt.de: Worauf sind Sie im Rückblick besonders stolz?

Dirk Rumberg: Da mischen sich Stolz und Dankbarkeit. Stolz eigentlich vor allem darauf, dass wir es damals mit der Bibliothek geschafft haben, gegen alle Widerstände etwas zu realisieren, an dem sich emotional der ganze Verlag, der ja gerade durch eine schwere Krise gegangen war, wieder aufgerichtet hat. Dankbar – zum einen dem damaligen Geschäftsführer Klaus-Josef Lutz dafür, dass er den unternehmerischen Mut hatte, mir diese Chance zu geben. Dankbar aber vor allem auch den Kollegen in der Redaktion, mit denen wir all unsere Reihenprodukte entwickelt haben. Intern war das vielleicht das Wichtigste: die Gräben zwischen Verlag und Redaktion – wenn nicht zuzuschütten, so doch zu überbrücken. Na ja, und natürlich ist man auch auf eigene Bestseller immer stolz – und deren Autoren dankbar.

Wie wird es mit den Neuen Produkten weitergehen?

Das müssen Sie meine Nachfolgerin, bzw. die Geschäftsführung – oder die Eigentümer der Süddeutschen Zeitung fragen. Ich wünsche den – wirklich exzellenten – Kolleginnen und Kollegen, die vom nächsten Jahr an die Verantwortung übernehmen, sehr, dass sie eine faire Chance bekommen. Sie bauen auf einer sehr guten Basis auf. Zum einen sind wir – noch immer – der Marktführer in dem Geschäft der Lizenzreihen. Zum andern haben wir in den vergangenen Jahren einen breiten Fundus eigener Rechte geschaffen – und immerhin eine ganze Reihe von Bestsellern auf den Markt gebracht. Mit diesem Rückenwind – ich prophezeie unter anderem zwei Bestseller auf der HC-Sachbuchliste im einstelligen Bereich für das Weihnachtsgeschäft – können die Kollegen nun durchstarten. Vielleicht setzt es bei dem einen oder der anderen auch neue Kräfte und Kreativität frei, wenn jetzt der Erfinder des Ganzen geht.

Was werden Sie künftig tun?

Ich werde im kommenden Jahr Geschäftsführer eines Internet Start-Ups hier in der Nähe von München. Auf diese neue Herausforderung, die viel Kreativität und Gestaltungskraft erfordern wird, freue ich mich sehr. Allerdings verabschiede ich mich nicht ganz aus der Buch-, Film-, und Zeitungsbranche, sondern werde ihr beratend erhalten bleiben. Erste konkrete Anfragen dazu gibt es auch schon.

Also: machen Sie sich um mich keine Sorgen. Aber: machen Sie sich um diejenigen meiner Mitarbeiter Sorgen, denen gekündigt wurde – wer in der Branche gute Leute sucht, sollte jetzt schnell seine Chance nutzen und anrufen.

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