
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Der deutsche PEN feiert in Berlin seine Wiedergründung vor 60 Jahren; die Nazis hatte die deutsche Sektion der internationalen Schriftstellervereinigung aufgelöst. Das Grußwort hielt Bundestagspräsident Norbert Lammert.
Annotiert: Was kommt nach der Genderforschung von Rita Casale und Barbara Rendtorff (transcript Verlag).
Frankfurter Allgemeine Zeitung
MRR geht bei HoCa fremd, hieß es gestern [mehr…], aber dass sich Reich-Ranicki gänzlich von Suhrkamp/Insel trennen will, bezeichnete er als falsch: Da wolle man ihm einen Skandal anhängen. Das is ja mal was… Was er bei Cicero alles erzählt hat, steht da.
Eric Pfeil rezensiert Kinky Friedmans Der Gefangene der Vandam Street (Zweitausendundeins) – aber in seinem neuen Krimi feiere der Autor leider nur sich selbst, findet der Rezensent.
Von Nadine Gordimer gibt es neue Erzählungen: Beethoven war ein Sechzehntel schwarz (Berlin). Maria Frisé rezensiert.
Annotationen
Ray Bradbury Halloween (Diogenes) und Manfred Loimeier J.M. Coetzee (Edition text + kritik).
Neue Sachbücher
Manuela Lenzen hat sich im “Netzwerk des Genoms” umgesehen: Dazu hat sie drei Bücher gefunden: Sean B. Carroll „Evo Devo“. Das neue Bild der Evolution (Berlin University Press), Sean B. Carroll „Die Darwin-DNA“. Wie die neueste Forschung die Evolutionstheorie bestätigt (S. Fischer und Joachim Bauer „Das kooperative Gen“. Abschied vom Darwinismus (Hoffmann und Campe).
Arnulf Krause beschwört das Erbe der Kreuzzüge in „Europa im Mittelalter“. Wie die Zeit der Kreuzzüge unsere moderne Gesellschaft prägt (Campus). Michael Borgolte rezensiert.
Die Welt
Kein Skandal – sagt Reich-Ranicki in der FAZ zu seinem „Teil“-Wechsel von Insel zu HoCa, aber wenn man die Headline in der WELT heute liest, weiß man nicht, wer nun wem einen Skandal anhängen will: „Mit Ulla Unseld-Berkéwicz zu tun zu haben, ist eine Qual“, titelt Tilman Krause unter Bezug auf eine Aussage MRRs gegenüber DPA. Ist es nicht ein bisschen spät für Sommerlochtheater?
Peter Matthiessen (81) erhält den National Book Award für Shadow Country. Wer bringt es auf Deutsch?
Große Ausstellung „Atom und Literatur“ in Marbach: Uwe Wittstock rezensiert – und natürlich gibt es einen Katalog dazu.
Zur Ausstellung „Paradiese der Südsee – Mythos und Wirklichkeit“ in Hildesheim hat von Zabern den Katalog gemacht.
Süddeutsche Zeitung
Hörbuchverleger aufgepasst: Ein Urteil, das interessant in Sachen Urheberrecht ist: Die Pop-Dudler Kraftwerk haben den Produzenten Moses Pelham verklagt, weil der zwei Sekunden aus einem Song gesampelt hat und daraus eine Endlosschleife unter einen Setlur-Song legte. Nun hat ihm das BGH die rote Karte gezeigt: Kein Teil des Kraftwerk-Tonträgers sei ungeschützt, entschieden die Richter.
Hirmer hat ein mächtiges Handbuch zur Ausstellung Goldener Drache – Weißer Adler. Kunst im Dienste der Macht am Kaiserhof in China und am sächsisch-polnischen Hof in Dresden gemacht.
Johann Schloemann war ebenfalls in Marburg und hat sich Atom und Literatur angesehen.
MRR ist der SZ nur eine kleine Meldung wert, sie steht unter einem Verriss von Eckart Ehlers’ Das Anthropozän (WBG) – Christian Jostmann findet, das Buch wimmle nur so von Fehlern.
Tobias Lehmkuhl moniert die Wortblasen der Bundeszentrale für politische Bildung in der Veröffentlichung Pocket und findet, da seien Steuergelder zum Fenster rausgeschmissen. Aber interessiert das wirklich in Zeiten, da unsere Bundesregierung eigentlich nur noch Milliarden an die überweist, die sie verzockt haben?
Alastar Campbell, Tony Blairs ehemaliger PR-Stratege, hat einen Roman geschrieben: All in the Mind (Hutchinson). Den Kerl haben in seiner aktiven Zeit alle gehasst, der wurde auch schon mal handgreiflich. Liest man die Rezension von Alexander Menden, klingt es nicht so, als lohnte es, das Buch ins Deutsche zu übersetzen.
Christopher Keil interviewt den Zeitschriften-Vorstand Bernd Buchholz über die Einschritte bei Gruner + Jahr. Und Holtzbrinck legt sein Videoportal Watchberlin auf Eis.