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Bücher und Autoren in den Feuilletons – und mit dem Naumann-Preis an Mario Vargas Llosa

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Berichtet wird über die Verleihung des Freiheitspreises der Friedrich-Naumann-Stiftung an Mario Vargas Llosa in der Frankfurter Paulskirche. Der erzählte die Geschichte zweier peruanischer Unternehmerfamilien und machte deutlich: Die Finanzkrise sei „nicht das Produkt entfesselter Märkte, sondern das Ergebnis außergewöhnlicher Privilegierung ausgesuchter Marktteilnehmer einiger weniger Märkte“. Nicht Talent bestimme das Geschehen, sondern Verfilzung. Deshalb bleibe Freiheit das wichtigste Gut, diese Verhältnisse immer wieder durcheinander zu korrigieren. Es gehe aber nicht darum, sich als Opfer zu sehen, sondern nach Auswegen aus der Not zu suchen, lautete seine Botschaft am Samstag morgen.

Kurz besprochen wird ansonsten in der FR nur das Portrait von Melanie Klein, das Julia Kristeva unter dem Titel Das weibliche Genie aus dem Blickwinkel von Lacan im Psychosozial Verlag veröffentlicht hat.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Auch hier ist der Preis der Naumann-Stiftung an Mario Vargas Llosa ein Thema.

Unter „Schwer gebechert“ wollte der/die Kommentator/in seng mal bei der Google Buchsuche shoppen und hat schnell festgestellt, dass man die Maschine nicht vor der Abendlektüre loben soll. Wer nach „Sonette“ suche, werde erst einmal mit einer Waschmittelfirma aus den USA konfrontiert.

„Das Virus aus der Schützengrabenwelt ist chancenlos“: Vanity Fair feiere das Jahrhundert der Ikonen mit dem traumhaften Bildband von Graydon Carter Vanity Fair Portraits bei Schirmer Mosel, meint Oliver Jungen.

„Was wird uns so kyrillisch?“, fragt Sabine Berking wenig begeistert nach der Lektüre von Das Witwenhaus des Autors Askold Melnyczuk bei Deutike und ist froh als sie am Ende durch ist.

In Kürze aufgegriffen werden: unter „Gemeinplatzverbot“ Im Gespräch – Ruth Klüger von Renata Schmidtkunst, das immerhin eine gute Einführung in das Werk Klügers sei. Außerdem angesprochen: Jürgen Brocans Ortskenntnis aus der Lyrik Edition 2000.

Gratuliert wird Jiri Grusa zum Siebzigsten, der die Tschechische Bibliothek bei der DVA herausgegeben hat. Sein berühmtestes Buch Der 16. Fagebogen brachte den ehemaligen internationalen PEN-Club –Vorsitzenden die Verhaftung ein. Dann kam er nach Deutschland und schreibt seither auf Deutsch. Nun will er sich von allen Ämtern in Wien zurückziehen und ganz in Bonn leben.

Außerdem gibt es Neue Sachbücher

„Weil der Bürger Erlösung sucht“, könnte ein Fazit lauten aus einem Forschungsprojekt über die Frage, wozu Religion im säkularen Rechtsstaat gut ist und das zeige wie erhellend für die Kontroversen zu diesem Thema ein Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich sei. Ernst-Wolfgang Böckenförder hat sich das Buch Religionskontroverse in Frankreich und Deutschland, das Matthias Koenig und Jean Paul Willaime] in der Hamburger Edition herausgegeben hat.

„Sein Schrei klingt immer gleich“: „Ich Tarzan, du Jane“ Der Sammelband Affenmenschen und Menschenaffen zwischen Science und Fiction, den Gesine Krüger und Marianne Sommer herausgegeben haben, trommele an die Brust des Dschungelhelden, und untersuche den Mythos vom Affenmenschen, so Michael Adrian.

Unter „Ach, wären wir bloß Fische“ geht es um Neuigkeiten von Ludwig Wittgenstein, die im Buch Wittgenstein in Cambridge – Letters and Documents aus dem Verlag Blackwell Publishing zu erfahren sind

Süddeutsche Zeitung

„Im Sog von Blut und Tod“: Carlos Widman hält von den Biografien über Che Guevara die von Gerd Koenen Traumpfade der Weltrevolution – Das Guevara-Projekt aus dem Verlag Kiepenheuer & Witsch für die beste, denn Koenen brauche „zum Demolieren keine Abrissbirne“.

Der kanadische Philosoph Charles Taylor erhält den Kyoto Preis, Anlass für die SZ unter „Zuverlässiger Navigationshelfer“ ihn ausführlich als Denker für das Zeitalter des Pluralismus zu würdigen.

Streit gibt es an der Berliner Staatsoper um die Uraufführung von Hölderlin. Eine Expedition. Intendant des Hauses und Textautor der Oper Peter Mussbach verwahrt sich angeblich gegen zu viele zu seiner Textfassung nachträglich hinzugefügte Zitate aus den Werken des Dichters, wird der Komponist zitiert.

„Das Laster des Kohlenschiffers“: In der Biografie Cook, der Entdecker von Georg Forster, die Eichborn wieder herausgebracht hat, bleiben lebendige menschliche Schilderungen des berühmten Kapitäns leider Mangelware, beklagt Tobias Lehmkuhl.

„Berlin, Zürich, Jerusalem“: Stefan Koldendorf findet, die Edition der Briefe aus dem Exil von Else Lasker-Schüler, die unter Werke und Briefe – Kritische Ausgabe im Jüdischen Verlag erschienen sind, sei auch Dank des ausführlichen Anmerkungsapparates ein „unvergleichliches Zeitdokument“. Dazu bespricht er die Biografie von Siegrid Bauschinger Else Lasker-Schüler – Biografie aus dem Wallstein Verlag, die an der Briefedition beteiligt war und eine akribische Biografin sei.

„Taumelnde Männerseelen“: „Klug und witzig“ erzähle Kai Weyand von Alkohol, Schach, Musik und dem Elend der Schulen in Schiefer eröffnet Spanisch bei Wallstein, meint Meike Fessmann.

Bemerkt wird, dass Wolfgang Hörner und Esther Kormann für Kiepenheuer & Witsch in Berlin nun das Imprint Galiani gegründet haben.

Die Welt

Im Kommentar berichtet Hendrik Werner über seinen Blick in Googles Online Lexikon Knol. Der Anspruch sei hoch, noch sehe alles etwas ungeordnet aus.

Auch wenn das nur indirekt etwas mit uns zu tun hat, ist es trotzdem erstaunlich: „Historiker haben herausgefunden, dass nur ein Zehntel des Filmmaterials zum ersten Weltkrieges echt ist“, meldet die WELT zum Start einer Filmreihe über den Ersten Weltkrieg, die im Berliner Zeughauskino startet. Also empfehlen Sie Ihren Kunden lieber ein gutes Buch…

„Weltmacht oder Dorftrottel?“, Wolf Lepenies untersucht an Hand des französischen Titels Notre Europe von Michel Rocard und Nicole Gnessotto wie die französischen Sozialisten ihre Vorstellung von Europa suchen.

Gemeldet wird, dass die Preußenstiftung eine Handschrift nach Tel Aviv zurückgibt. Dabei handele es sich um einen Talmud-Kommentar aus dem Jahr 1793.

Noch mal Film: Mit „Gomorrha“ wird auch ein Streifen über das vieldiskutierte Phänomen Mafia für den Europäischen Filmpreis nominiert, ein Thema, das sich auch auf dem Buchmarkt niederschlägt, wenn man an das verbotene Buch von Petra Reski [mehr…], oder an Roberto Saviano bei Hanser [mehr…] denkt.

Neue Zürcher Zeitung

„Die vergessenen Sudetendeutschen“: In ihrem Buch Helden der Hoffnung zeigt Alena Wangerová bei Aufbau, dass es unter den Sudetendeutschen auch andere gab, die den Einmarsch der Hitler-Truppen im ehemaligen Böhmen und Mähren nicht bejubelten.

„Einkaufszentren im Raumplanungsrecht“: In der Studie Raumplanungs- und umweltrechtliche Problemfelder beim Bau von Einkaufszentren und Fachmärkten von Niklaus eichbaum bei Schulthess geht es genau darum.

„Die pragmatische Seite der Hamas“: Die Terrororganisation erscheine in dem Buch Hamas. Die islamische Bewegung in Palästina von Khaled Hroub völlig konträtr zu dem, wwas im Westen über die Organisation gedacht wird, meint Ludwig Watzal, für den davon Impulse für ein Umdenken ausgehen, der vom Autor trotzdem mehr Distanz erwartet hätte.

Unter „Ein Stück transnationaler Geschichte Europas“ wird die „Migration aus dem Mittelmeerraum seit dem Zweiten Weltkrieg“ thematisiert, wie sie im Buch Postwar Mediteraiean Migration von Clelia Caruso im Verlag Peter Lang geschildert wird.

Im Spiele Dossier geht es um das Spiel Batavia, das sich um „erfolgreiche Geschäfte mit Ostindien Kompanien“ drehe. Es habe wegen seines „verschwurbelten Systems“ einen hohen Wiederspielreitz.

Außerdem auf dem Prüfstand Black Box ein Logikspiel von Eric Solomon. So richtig kommunikativ sei es nicht und erfordere nicht wirklich die Anwesenheit eines zweiten Spielers, aber „als Solitär-Denksportaufgabe ist Black Box top“, heißt es.

Financial Times Deutschland

„Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“, nach diesem Motto geht es den beiden Computerspielwarenmessen in Köln und Leipzig, die sich seit Jahren um die Führungsrolle streiten. Jetzt kolportiert die FTD, dass führende Spieleunternehmen eine dritte Messe auf europäischer Ebene fordern, die mehr auf Händler und Presse ausgerichtet sei.

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