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Berlin: Standing Ovations für den WELT-Literaturpreisträger Hans Keilson

Gestern Abend wurde in Berlin der Psychotherapeut und Autor Hans Keilson, der in vier Wochen seinen 99. Geburtstag feiert, für sein literarisches Gesamtwerk mit dem WELT-Literaturpreis ausgezeichnet [mehr…]. Vor rund 300 geladenen Gästen aus Kultur, Medien, Politik und Wirtschaft nahm der Autor den Preis von Rachel Salamander, der Herausgeberin der Literarischen Welt, entgegen.

Zum zehnjährigen Jubiläum der Literarischen Welt und auch des Literaturpreises „ehren wir

Friede Springer, Tilman Krause, Hans Keilson (v.l.)

Hans Keilson, wollen aber auch uns mit ihm schmücken“, sagte Rachel Salamander in ihrer Gratulation. „Hans Keilson ist Heiler und Schriftsteller, Psychoanalytiker, Romancier, Essayist und Lyriker. Und sein monumentales Werk ‚Der Tod des Widersachers’ muss jeder gelesen haben, der sich mit dem Phänomen des Hasses beschäftigt.“

In seiner Laudatio lobte der Publizist Thomas Karlauf den in den Niederlanden lebenden Schriftsteller für seinen „Versuch, in der deutschen Sprache, mit der der Hundertjährige noch immer ‚ein gewisses Einverständnis pflegt‘, stets aufs Neue zu sagen, was nicht gesagt werden kann“.

Keilson komme einem geradezu unverschämt jung vor, hatte Literaturredakteur Tilman Krause gestern in der WELT geschrieben. „Jung in seiner Wissbegierde und Informiertheit. Jung in seiner geistigen Wachheit und Gedächtnisstärke.“ Wie Recht er damit hat, davon konnte sich das Publikum gestern Abend überzeugen.

Hans Keilson trug statt einer Dankesrede eine Auswahl seiner Gedichte vor. Selten hat man eine so eindrucksvolle Lyriklesung erlebt. Die Rezitation werde „uns allen im Ohr bleiben, solange wir leben“, dankte Rachel Salamander herzlich. Ergriffen bedankte sich auch das Publikum stehend mit nicht enden wollendem Applaus.

Anschließend wurde die Preisverleihung im 19. Stock des Axel-Springer-Hauses mit einem festlichen Empfang gefeiert. Auch der Preisträger wurde noch nach Mitternacht unter den Gästen gesichtet. Zur Festgemeinde zählten neben Friede Springer, dem Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner und WELT-Chefredakteur Thomas Schmid unter anderem die Autoren Cees Nooteboom, Bernhard Schlink, Katharina Hacker, Sibylle Lewitscharoff, Moritz Rinke, Michael Kleeberg, Ulrich Woelk und Jana Hensel, zahlreiche Verleger wie Tanja Graf , Joachim Unseld, Manfred Metzner, Tom Erben, Wolfgang Hörner, Esther Kormann, Wolfgang Ferchl, Thomas Rathnow, Wolf Jobst Siedler und Siv Bublitz und auch der Rest der Branche war von nah und fern angereist, darunter Carolin Fischer, Lothar Menne, Uwe Heldt, Henryk M. Broder, Karin Graf, Margit Knapp, Frauke Meyer-Gosau, Ulrich Schreiber, Barbara Stang, Petra Lölsberg, Klaus Siebenhaar und Herbert Wiesner.

Als Gastgeschenk bekam jeder Besucher den ersten Band der zweibändigen Gesamtausgabe von Hans Keilson mit auf den Weg. Der Band Romane und Erzählungen beinhaltet die Romane „Das Leben geht weiter“ und „Der Tod des Widersachers“ sowie die Erzählungen „Komödie in Moll“ und „Dissonanzen-Quartett“. Erschienen sind die Bände im S. Fischer Verlag, in dem schon 1933 Keilsons erster Roman „Das Leben geht weiter“ erschienen war.

Die Laudatio und die Gedichte von Hans Keilson sind in der heutigen Ausgabe der Literarischen Welt erschienen; mehr morgen im SONNTAGSGESPRÄCH.

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