
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Amy Blooms Roman Die unglaubliche Riese der Lillian Leyb, erschienen schon im Frühjahr bei Hoffmann und Campe, wird in „Wo gehst du hin, my lovely?“ als „wilde Story“ geoutet, die den Anspruch auf weit mehr erhebe, nämlich „große Erzähltraditionen fortzuschreiben“.
„Update“: In Indiens Mittelklasse sei man hin-und hergerissen über den kürzlich mit dem Booker-Preis ausgezeichneten Roman Der weiße Tiger von Aravind Adiga. Es wird vermutet, mit einer so harschen Gesellschaftskritik wolle sich das Publikum nicht identifizieren. In Deutschland erschienen im Juli bei C.H. Beck.
Frankfurter Rundschau
„Rabbit vor der Wahl“: Zur Präsidentenwahl befragt die FR John Updike über Obama und McCain. Der spricht sich, wie es schon fast zum guten Ton eines Intellektuellen gehört, für Obama aus. Er fürchtet, dass die rassistische Seite, die es in den USA gebe, dem schwarzen Kandidaten zum Verhängnis werden könne.
„Nicht alle Schweden sind Mörder“: Der Im Interview äußert sich der südafrikanische Krimiautor Deon Meyer über Klischees, Tradition und Optimismus. Sein jüngster Roman ist Weißer Schatten, der bei Rütten&Loening erschienen ist.
Süddeutsche Zeitung
„Es gibt kein Erinnern, es gibt nur noch Gegenwart“: Eine kritische Betrachtung über das Schreiben zeitgenössischer, amerikanischer Autoren wie David Foster Wallace, Miranda July oder George Saunders und deren postmodernes Bewusstsein. Autor Georg Diez kommt zu dem Schluss, das diese, vor allem von Wallace versuchte Balance von Neugier und Negieren eine sehr amerikanische Haltung sei, die die Seele mit der Kühlheit eines Naturforschers betrachtet.
Wallace erscheint bei Kiepenheuer & Witsch, July bei Diogenes, Saunders bei Berlin.
Die Welt
Die US-Wahl bestimmt auch das Feuilleton der WELT. Wolf Leppenies schreibt darüber wie Randolph Burne mit seinem Essay Trans-National America die Aufgaben der Gegenwart beschrieben und damit Geschichte geschrieben hat.
Rolf Schneider kommentiert den Fall Strittmatter. Dessen Witwe Eva hat nun eine wissenschaftliche Untersuchung in Auftrag gegeben, die klären soll, ob der DDR-Vorzeigeschriftsteller einer SS-Einheit angehört hatte. Aufbau hat nun einen Text in Umlauf gebracht, der die Vorwürfe zurückweist, die der Literaturwissenschaftler Werner Liersch als erster aufgestellt hat. Der könne ein paar Ungenauigkeiten nachweisen und auch Liersch attakieren, aber Strittmater bleibe in jedem seiner Lebensabschnitte erpressbar. Das ändere aber nichts an der Bedeutung des Autors und seiner Texte.
„Immer war sie da und huschte über das Geröll“: Alexander Kluy berichtet über eine Retrospektive des Werkes von Isolde Ohlbaum, die mehrere Schriftstellergenerationen fotografierte und versteigt sich zu der Behauptung: „Wer nicht von Isolde Ohlbaum fotografiert wurde, den gibt es im Grunde in der Literatur nicht“. Der Katalog ist bei Schirmer Mosel erschienen.
„Ruiniert, realitätsfern,selbstgefällig“: Hendrik Werner fand in dem Buch von Lothar Machtan Die Abdankung. Wie Deutschlands gekrönte Häupter aus der Geschichte fielen (Propyläen) ein entzaubertes Bild vom Ende der deutschen Monarchie.
Neue Zürcher Zeitung
Nachtrag: Joachim Güntner bezieht Stellung zur Google-Affäre: Hier wird die Rechtslage erläutert, die es Google nun erlaube, „die weltweite Wissens- und Kulturverwaltung zu übernehmen“, so soll es der Frankfurter Börsenverein gesagt haben. Ambivalent sei, dass Google bisher „das Urheberrecht zum nachträglichen Einspruchsrecht minimierte“, und dies auch weiterhin tun könne. Schwer werde es besonders bei vergriffenen Büchern, die nicht mehr verlegt werden, also laut Google „unbekanntem Urheberstatus“ unterlägen. Generell versuche Google, alles aus einem Text zu machen, was ginge, wenn der Rechteinhaber dagegen sei, könne er dies ja mitteilen. Man könne aber auch Titel in ein „Buchrechte-Register“ eintragen lassen, um der Beraubung vorzubeugen, so Güntner.
„Kanonisierung eines Unerhörten“: Bei J.B. Metzler ist das Foucault-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung erschienen, das hier als Standardwerk für die Auseinandersetzung mit Michel Foucault eingestuft wird. Herausgegeben von Clemens Kammler, Rolf Parr, Ulrich Johannes Schneider.
„Religion ist Kommunikation“ stellt eine Studie von Edmund Arens vor, die sich mit Gottesverständigung. Eine kommunikative Religionstheologie befasst. Bei Herder.
Als „Spielerische Erkenntniskritik“ werden Eliot Weinbergers Essays Das Wesentliche eingestuft, die meist unbekanntes und wenig erschlossenes Material vorstellen. Verlegt bei Berenberg.







