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Süddeutsche über Moleskine: Wie Menschen für Papier Smart-Phones und Mini-Laps stecken lassen

Von einer „Konterrevolution“ des Papiers spricht die Süddeutsche in ihrem Bericht über die Erfolgsgeschichte von Moleskine. Immerhin hat es der Mailänder Schreibwarenhersteller geschafft, dass das Blatt nun schreiben kann: „Man trägt wieder Papier.“

Das sehe dann so aus: „Es geschieht in Münchner Cafés, an den Kunsthochschulen von Berlin und in der Hamburger Hochbahn. Junge, gut gekleidete Menschen kritzeln in kleine, schwarze Blocks. Ihre Mini-Laptops und Smart-Phones bleiben in der Tasche, und mit jedem Bleistiftstrich erobern sie ein Stück digitalisierte Welt zurück.“

Inzwischen gibt es Fan-Seiten im Internet für die leeren Seiten im schwarzen Einband. Und noch viel weiter gehen die Emotionen rund um das Proodukt: „Selbst die größten Enttäuschungen können die Enthusiasten nicht trennen von ihrem Lieblingsprodukt: ‚Printed and bound in China. Assembled in Italy.‘ Als dies vor zwei Jahren auf dem Moleskine-Bucheinschlag steht, geht ein Aufschrei durch die Blogs. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass die Kladden schon immer in China gefertigt worden waren. Sonst würden sie 30 Euro kosten. Der Sturm legt sich.

Am Ende setzt der gleiche Mechanismus ein, der auch die Geschichte rechtfertigt: In der Web 2.0-Generation ist der Kunde aufgeklärt genug, die Tricks der Werber zu durchschauen – und kauft trotzdem das, was ihm gefällt.

‚Obwohl ich ihr Marketing durchschaue, fällt es mir schwer, mich von den starken Gefühlen zu lösen, die es heraufbeschwört‘, gibt ein Blogger zu. ‚Ich habe gelesen, dass die Moleskine-Legende Fiktion ist‘, schreibt ein weiterer Fan: ‚Umso besser!'“

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