
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Freunde, es ist soweit. Der Kapitalismus ist Pleite. Weiß die Rundschau und zeichnet einen dicken Karl-Marx-Kopp auf den Titel. Auf einem Fonds von Rest-Sozen-Rot: immerhin hat das Blatt mal der SPD gehört, bevor die es dann (mit Hilfe einiger Tricks) nach Köln verkloppte. Freilich muß man sagen, dass ohne die SPD-Kohle damals das Blatt heute kaum mehr in der Lage sein dürfte, irgendwas zu drucken. Nun gut. Das mit dem Karl-Marx-Bild geht in Ordnung. Von seinen sprachverschwurbelten Texten verschont uns das Blatt.
Das ist lustig: Martin Walser hätte gern, dass Botho Strauß] den Literaturnobelpreis bekommt. Ob er sich im klaren ist, wie das mit den Vorschlägen in Stockholm läuft?
Annotation
John Green Die erste Liebe (Hanser)
Cem Özdemir hat ein Buch Die Türkei – Politik, Religion, Kultur geschrieben, erschienen bei Beltz & Gelberg. Borsi Halva hat das Buch Spaß gemacht.
Man kann nicht mal sagen: Nun singt er auch noch. Immerhin hat Carlo Berlusconi mal als Kreuzfahrtmusikant gearbeitet. Mit seinem Hofbarden Apicella hat er jetzt die 3. CD eingespielt. Nicht auszudenken, wenn Angela Merkel… Aber die durfte in ihrer Jugend auch nicht auf einem Kreuzfahrtschiff jobben…
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Susan Choi hat mit Reue einen gelungenen Roman über Schuldigsprechen und Verrat geschrieben (Aufbau), findet Oliver Pfohlmann].
Oliver Storz erzählt vom Kriegsende (1945 – das muß man inzwischen dazuschreiben…) in Die Freibadclique (SchirmerGraf) – Walter Hinck rezensiert.
Annotationen
Penthesilea. Lutz R Ketscher hat aus Kleist einen bluttriefenden Comic gemacht (Kleist-Archiv Sembdner).
Kurt Tucholsky Liebesgedichte (Insel).
Noch eine Wende in Weimar? Nein, nicht wieder was DDRriges, sondern in der Situation um das Haus der Frau von Stein. Das ja an einen spanischen Kunstsammler verscherbelt werden sollte. Weshalb Paul Raabe der Stadt empört seinen Weimarpreis vor die Füße geschmissen hat. Nun denkt man neu nach in Thüringen – und vielleicht wird nun statt einer Dalí-Galerie eine Akademie für Stipendiaten?
Im Reiseblatt
Welch überwältigender Anblick bietet sich unseren staunenden Augen dar! Ehepaar Pietsch auf Vergnügungsreise an Ost- und Nordsee 1908/1912 (Projekt Verlag Halle),
Bayerische Alpen. Das etwas andere Wanderbuch(blv),
Ney York für Fern-Seher – ein Wegweiser zu den TV-Schauplätzen (vgs)
und Olaf Schulz Deutschlands schönste Klostergärten (blv).
Die Welt
Endlich erfahren wir, warum das Buchmesse-Gastland so gute Krimis hat: Es gibt einfach genug kriminelles Potential, meint Hendrik Werner. Das lässt ja für Deutschland hoffen. Und es ist ja nicht so, dass unsere Politiker noch nie ein Buch geschrieben hätten…
Süddeutsche Zeitung
Ein Buch über „Peter Handke und Slowenien, die Slowenen und ‚das Slowenische’“ legt Fabjan Hafner mit Peter Handke. Unterwegs ins neunte Land (Zsolnay) vor. Christoph Bartmann hat es sich angesehen.
Über die letzten Tage von Karl Kraus berichtet Helene Kann, eine gute Freundin zu Lebzeiten des Schriftstellers. Leo Lensing hat die bisher unbekannten Memoiren gelesen und meint, auf diese Frau müssen „sich die zukünftigen Biographen besinnen, anders als ihre Vorgänger.“
Die ZEIT
Das neue ZEIT-Literaturmagazin ist da und wird von Ulrich Greiner und Florian Illies bejubelt. 94 Mitarbeiter hat diese Ausgabe, 102 Seiten insgesamt (mit Anzeigen) – da geht der Trend auch zum Kürzeren… Und geschrieben haben die, von denen man erwartet, dass sie da schreiben: Ingo Schulze, Ursula März, Harald Martenstein, Iris Radisch. Als Aufmacher überrascht ein Mehrseiter über Orhan Pamuk. Das Literatur Magazin liegt der aktuellen Ausgabe der ZEIT bei und ist ab 15. Oktober auch einzeln am Kiosk zu kaufen.
Im Zeit-Magazin ein Doppelseitenfoto von Liz Mohn – heißt das in diesem Falle auch Star-Schnitt?
Das Literatur-Magazin erspart den Literatur-Teil: Da gibt es auf 7 Seiten die Highlights der Frankfurter Buchmesse. Wer nicht genug an Veranstaltungen in Frankfurt findet, wird bei uns ab dem Wochenende fündig – da schalten wir, in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Buchmesse, unseren Messe-Veranstaltungskalender scharf. Wer es gar nicht erwarten kann: http://buchmesse.de/de/fbm/programm/veranstaltungskalender/.
Neue ZürcherZeitung
Nicht ganz überzeugt zeigt sich Uwe Stolzmann von Ararat (Chr. Links) unter „Gottsuche am Berg der Schmerzen“, in dem der Niederländer Frank Westmann den Mythos Ararat zwar zerlegt, aber zwei Wochen Feinarbeit hätten dem Buch gut getan, meint er.
Begeistert ist dagegen Renate Wiggershaus von Yasar Kemals Die Hähne des Morgengrauens. Der Titel ihrer Rezension begründet auch den Eindruck: „Durchdringender Blick auf die Welt“.
Ein wahrer „Kopenhagener Höllentrip“ biete Jonas T. Bengtssons Romandebut Aminas Briefe, so Aldo Keel, der die schonungslose und trotzdem witzige Erzählweise lobt.
Unter „Das Leuchten im weiblichen Blick“ berichtet Susanne Ostwald über eine gefühlvolle filmische Adaption von Philip Roths Roman Das sterbende Tier, die Regisseurin Isabel Coixets mit ihrem Streifen „Elegy“ erreicht habe.