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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und der aspekte-Preis für Maria Cecilia Barbetta

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Die Zeit

„Illegale Downloads sind Diebstahl“ – das Thema ist dem Feuilleton eine ganze Seite wert: Interviewt (von Thomas Gross) werden Dieter Gorny, Verbandsvositzender der Musikindustrie, und Sänger Maurice Summen.

Die beiden aktuellen Literatur-Inzenierungen werden von Roland Müller rezensiert: „In Braunschweig verödet die Vermessung der Welt, in Halle erblühen die Feuchtgebiete.

Mit dem dritten und letzten Band von John C.G. Röhls monumentaler Biographie Wilhelm II. Der Weg in den Abgrund 1900-1941 (C.H. Beck) „verdüstert sich das Bild des deutschen Kaisers ins Rabenschwarze“ – so Rezensent Volker Ulrich in seinem großen Literaturteil-Aufmacher „Er ist durch und durch falsch“: „Was der Autor alles in den Archiven ausgegraben hat und nun mit sichtlichem Finderstolz präsentiert, summiert sich zu einer Anklage von scheinbar erdrückender Beweiskraft.“

Susanne Mayer kommentiert den Groll der Übersetzer [mehr…], [mehr…], [mehr…]: „Interessant ist, dass am Buch gut verdient werden kann, oft aber am wenigsten von den Kreativen …“

Gunter Hofmann bespricht Michael Jürgs neues Buch Wie geht’s, Deutschland?(C. Bertelsmann) [mehr…]: „Vielleicht hat Jürgs dieses Buch als Ost-West-Buch geplant, aber unter der Hand wurde doch ein Ostbuch daraus. Gut so.“

Peter Longerichs Biographie von Heinrich Himmler (Siedler) sei ein Meilenstein der Forschung, so empfindet es Rezensent Michael Wildt. Der Artikel heißt: „Massenmörder aus gutem Hause“.

Theiss hat einen Riesenbildband Die Ära Stalin. Leben in einer totalitären Gesellschaft mit z.T. bislang unveröffentlichten Aufnahmen herausgebracht. Autoren sind Mark Grosset und Nicolas Werth.

Ursula März hat Sven Regeners „vermutlich letzten Teil seiner Lehmann-Trilogie“ (was auch immer diese Formulierung uns sagen soll …) Der kleine Bruder (Eichborn) gelesen: „Also denn und schweren Herzens: Abschied vom Lehmannismus“.

Katharina Döbler rezensiert Antonio José Pontes Der Ruinenwächter von Havanna (Kunstmann): „Und schon ist man wieder in Kuba und hört durch offene Türen die Nachbarn streiten.“

Kinder- und Jugendbuch
Hans ten Doornkaat rezensiert Shaun Tans Geschichten aus der Vorstand des Universums (Carlsen): „Shaun Tan endlich auf Deutsch!“

Die Erbin von Flandern heißt der bei Gerstenberg erschienene Roman von Jean-Claude van Rijckeghem und Pat van Beirs – ein historischer Roman, und Siobhan Dowd erzählt in Der Junge, der sich in Luft auflöste (Carlsen) eine tolle Detektivgeschichte aus London.

„Zum Blauen Wunder“ spielt nicht auf Tellkamps Roman Der Turm an, sondern widmet sich Andreas Webers im Berlin Verlag erschienenem Buch Biokapital. Elisabeth von Thadden rezensiert.

Annotiert wird Klaus Harpprechts Biographie Die Gräfin (Dönhoff – d. Red.) aus dem Rowohlt-Verlag, Rolf Vollmann schreibt über Alexandra Birkerts Porträt Hegels Schwester (Thorbecke), und es gibt ein Gedicht von Oskar Maria Graf.

Schönes Thema im Zeitmagazin: „Die Nervensägen“, also Frauen, die etwas wollen: Mit dabei Ulla Berkéwicz, Susanne Föhlich und Elke Heidenreich, freilich auch echte Nervensägen wie Ypsilanti oder Bärbel Höhn.

Frankfurter Rundschau

Ina Hartwig hat sich das neue Schreibheft angesehen, in dem Peter Handke Einblicke in die serbische Literatur gibt: „Man ahnt plötzlich, in welch’ reicher Literaturwelt dieser poetische Provokateur lebt.“

Der aspekte-Literaturpreis geht an die in Berlin lebende argentinische Autorin Maria Cecilia Barbetta für ihr Romandebüt Änderungsschneiderei Los Milagros (S. Fischer).

Da Charlotte Roche das wahrscheinlich erfolgreichste Literaturdebüt in Deutschland vorgelegt hat, kann ihre neue Fernsehsendung Charlotte Roche unter … (heute 23.15 Uhr auf 3Sat) nur ein Flop werden. Arno Widmann versucht sich als vorurteilsvolles Orakel.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Hirmer hat den Ausstellungskatalog zu Walt Disneys wunderbare Welt und ihre Wurzeln in der europäischen Kunst (Hypo-Kunsthalle München) gemacht.

Andreas Eckert rezensiert Margrit Pernaus Bürger mit Turban. Muslime in Delhi im 19. Jahrhundert (Vandenhoeck & Ruprecht) – eine „exzellente Studie“.

Martin Halter bespricht Gerhard Kalkners Künstler-Novelle Bruno (Berlin Verlag).

Annotationen
Hannes FEHRDie Haifischzahnstrategie (Verlag Die perfekte Masche) und Klaus Lüderssen Produktive Spiegelungen. Recht in Literatur, Theater und Film (Berliner Wissenschafts-Verlag).

Isolde Ohlbaum hat eine Ausstellung zu ihrem Buch (Schirmer/Mosel) Bilder des literarischen Lebens im Literaturhaus München – zu sehen ist sie bis 9. November. Julia Bähr rezensiert.

Die Roche-Sendung (siehe oben in der FR) scheint Peer Schader gefallen zu haben: „So viel sympathische Unbeschwertheit könnte das Fernsehen öfter vertragen …“. Warten wir mal ab, wer recht behält.

Die Welt

Statt Literatur bespricht die WELT auf einer halben Seite die neue Roche-Sendung – aber Uwe Felgenhauer ist sich nicht ganz im Klaren darüber, ob er es nun gut findet oder nicht.

In München (Kammerspiele) kommt Kafkas Prozess (wie schreiben wir den Titel denn nun? Wie im Original? Wie bisher? Auf Neudeutsch? Fragen über Fragen …) auf die Bühne – Jeanette Neustadt ist schwer beeindruckt.

Süddeutsche Zeitung

Auch die SZ rezensiert die Kaiser-Wilhelm II.-Biographie von John C.G. Röhl ausführlich – eine „gewaltige Leistung“ bescheinigt Rezensent Martin Kohlrausch dem Autor.

Christoph Bartmann bespricht den neuen Köhlmeier Idylle mit ertrinkendem Hund (Deuticke): „Klüger und tröstlicher und zugleich raffinierter kann man über einen Schicksalsschlag und das, was man seine ‚Verarbeitung’ nennt, kaum schreiben.“

Ijoma Mangoldt nimmt sich ebenfalls Charlotte Roches an: „Deshalb ist der Erkenntnisgewinn dieser sagenhaft langweiligen Fernsehstrecke gleich Null“, schreibt er. Aber das wäre ja noch ein guter Schnitt in der öffentlich-rechtlichen Programm-Ödnis.

Franziska Augstein rezesiert die Harpprechtsche Dönhoff-Biographie – für sie ist es eine „Arbeit am Mythos“.

Neue Zürcher Zeitung

Botschaften des Schönen heißt Michael Stahls Kulturgeschichte der Antike bei Klett-Cotta. „Der Darmstädter Althistoriker nimmt seine Leser mit auf eine sehr persönliche Entdeckungsreise …“, schreibt Stefan Rebenich.

Für den ersten Schweizer Buchpreis hat die Jury aus insgesamt 84 eingereichten Titeln 5 Bücher nominiert: Hundert Tage von Lukas Bärfuss, Als der Mond vom Himmel fiel von Anja Jardine, Nach Hause schwimmen von Rolf Lappert, Kinderhochzeit von Adolf Muschg und Wir fliegen von Peter Stamm. Die Preisverleihung findet am 16. November auf der buch.08 in Basel statt.

Kinder- und Jugendliteratur
Margherita Sgarlata und Riccardo Francaviglia Der Drache mit den 7 Köpfen (Bohem Press, Friedrich Ani Meine total wahren und überhaupt nicht peinlichen Memoiren mit genau elfeinhalb (Hanser), Andrej Usatschow und Alexandra Junge Geschichte ohne Ende und Anfang (NordSüd), Ally Kennen Völlig durchgeknallt (Gerstenberg).

Kurztipps
Claudia de Weck Gut gebrüllt, Lilli! (Atlantis), Heinz Janisch, Daniela Bunge, Helga Bansch, Nanuela Olten Bärsensache (Bajazzo) und Chris Wormell Georg und der Drache (Moritz).

Annotationen
Werner Gruber Die Genussformel (Ecowin) und Sandra Aamodt, Samuel Wang Welcome to your Brain. Ein respektloser Führer durch die Welt unseres Gehirns (C.H. Beck.

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