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Autoren und Bücher der Shortlist für den Deutschen Buchpreis präsentierten sich gestern in Frankfurt

Die Shortlist-Bücher

Im Literaturhaus Frankfurt präsentierten sich gestern Abend erstmals in der Geschichte des Deutschen Buchpreises fast alle Autoren der Shortlist: In einer Mammut-Lesung von 18 bis 23 Uhr wurden die sechs nominierten Bücher vorgestellt.

Nach der Begrüßung durch Felix Semmelroth, Kulturdezernent der Stadt Frankfurt, und Gastgeberin und Literaturhaus-Chefin Maria Gaezzetti betraten Dietmar Dath und Felicitas von Lovenberg das Podium. Dath, 1970 geboren, von 2001 bis 2007 als Redakteur der FAZ tätig, jetzt freier Schriftsteller und Übersetzer, las aus „Die Abschaffung der Arten“, erschienen bei Suhrkamp. Das Zeitalter der Langeweile ist vorbei, die Tiere, die sich ständig verändern, haben die Macht übernommen. Ohne sprachliche Kommunikationsschwierigkeiten begegnen sie einander. Dietmar Dath stellte einen phantastischen Roman vor, der von Niedergang und Wiederkehr der Zivilisation handelt und sprach- und gedankengewaltig daherkommt, wie man das von seinen Büchern und Aufsätzen gewohnt ist.

Iris Hanika, ebenfalls von Felicitas von Lovenberg vorgestellt, liest aus „Treffen sich zwei“, erschienen bei Droschl. Die 1962 geborene Schriftstellerin ist als Redakteurin tätig und beschäftigt sich mit Psychoanalyse. Ihr jetzt erschienenes Buch ist ihr erster Roman. Sie schildert darin eine vertrackte Liebesbeziehung und gleichzeitig das Umfeld und die Menschen in Berlin-Kreuzberg, Heimat der Autorin seit 1979.

Rolf Lappert, nächster nominierter Autor, war an diesem Abend verhindert. So sprachen Alf Mentzer und Felicitas von Lovenberg über den Schriftsteller und das Buch coram publico. Rolf Lappert, 1958 geboren, absolvierte eine Grafik-Ausbildung, arbeitete als Drehbuchautor und wurde mit „Nach Hause schwimmen“, erschienen bei Hanser, für die Shortlist gekürt. Jochen Nix las stellvertretend aus dem Roman, in dem es um Schicksal und Selbstfindung geht und die Spannung zwischen Vorbestimmtheit und eigenem Mut und damit Abwendung des scheinbar Unabänderlichen aufrecht erhalten wird.

„Der Turm“ von Uwe Tellkamp, geboren 1968 in Dresden, erzählt von einer nahezu geschlossenen Gesellschaft innerhalb der geschlossenen Gesellschaft der DDR. Episch und detailgenau wird das Leben in einem Villenviertel in Dresden geschildert, die süße Krankheit Vergangenheit mit all ihren Folgen beschrieben. Es handelt sich dabei um eine Zeitspanne von sieben Jahren, bis zum Mauerfall. „Der Turm“ erschien bei Suhrkamp.

Der Vater von Sherko Fatah lebt seit etwa 10 Jahren wieder im Irak, Sherko Fatah wurde 1964 in Berlin geboren, wuchs zunächst im Ostteil der Stadt auf, später im Westen. Er studierte Philosophie und Kunstgeschichte in Berlin.

Sein Buch „Das dunkle Schiff“, erschienen bei Jung und Jung, erzählt von der Flucht eines Jungen nicht nur aus seiner irakischen Heimat, sondern auch vor den Gotteskriegern. Ein Abenteuerroman voll tiefer Humanität, der nicht davor zurückscheut, die Brutalität der Menschen so krass zu zeigen, wie sie in Wirklichkeit auch ist. Im Gespräch mit Moderator Gerwig Epkes werden die Hintergründe dieses Buches erhellt.

Der Abschluss des Abends wird von Gerwig Epkes im Gedankenaustausch mit Ingo Schulze bestritten. „Adam und Evelyn“ heißt das nominierte und im Berlin Verlag erschienene Buch des 1962 in Dresden geborenen Autors. Er schildert eine DDR-Liebesgeschichte in der Ausnahmesituation des Sommers 1989, so hat sich die Politik in die Beziehung zweier Menschen hineingeschlichen und zwingt zu Entscheidungen, die man eigentlich nicht treffen wollte.

Die Veranstaltung war eine Kooperation zwischen dem Kulturamt der Stadt Frankfurt und dem Literaturhaus. Medienpartner waren hr2-kultur und SWR2.

Die Zuhörer erhielten an diesem langen Abend einen guten Überblick der Shortlist, konnten die Autoren kennenlernen und natürlich auch die Bücher kaufen. Silke Schmidt von der Buchhandlung „Land in Sicht“ verriet die Bestseller des Abends: „Treffen sich zwei“ und „Der Turm“.

JF

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