
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Es geht mit kleinen Meldungen los: Der PEN protestiert in Sachen Ernesto Cardenal und wirft den Sandinisten in Nicaragua Zynismus vor, Uwe Tellkamp führt die SWR-Bestenliste [mehr…]und Norman Junge erhält den „Illustrationspreis für Kinder und Jugendbücher“ der GEP.
Aber dann: „Hier spricht die Tochter“: im Interview Annette Korolnik-Andersch und ihr Mann Marcel Korolnik forschen über Alfred Andersch im Nationalsozialismus und finden im Interview mit Sven Hanuschek: „Nicht alles in den Schüttelbecher tun und braune Soße drüber“ (Sansibar ist überall) (Edtion Text + Kritik).
„Auf Deutschland nicht anwendbar“: Das steht über dem Beitrag von Angela Gutzeit zu Paul Scheffels Die Eingewanderten, der den Multikulturalismus für gescheitert hält, und findet: „Als Diskussionsbeitrag ist das Buch so streitbar wie interessant“, biete aber keine neuen Antworten (Hanser).
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Heute ist wieder Kinderbuchzeit (die Literatur findet später in der Beilage „Bilder und Zeiten“ statt):
„Warte. König Schwarte“: Die Kronenklauer von F.K. Waechter und Bernd Eilert erscheinen neu bei Diogenes– und Tilman Spreckelsen findet: „Dafür hat sich Achtundsechzig schon gelohnt… aber aus der Zeit gefallen war das Buch nie.“
Unter „Dinge, die kluge Frauen an der Liebe hassen“ schreibt Gesine Hindemith über die frühen Tagebücher von Simone de Beauvoir, die jetzt in Frankreich erschienen sind.
„Der Fleiß der Maus, die täglich eine Seite knabbert: “In der Beilage zeigt Kurt Flasch den letzten Band der S. Fischer-Edition von Virginia Woolfs Tagebücher 5. 1936-1941, der „uns eine unglückliche Virginia Woolf vorstellt, die an sich und ihrer Zeit verzwiefelt, ohne dabei ihren Scharfsinn aufzugeben.“
„Worüber wir reden, wenn wir über das Reden reden“: Verena Lueken schreibt über die in den „USA längst gefeierte Erzählerin Lydia Davis, „weil sie fast alles anders macht, als es die klassische Kurzgeschichte verlangt.“ „Endlich erscheint jetzt ein Erzählband von ihr auf Deutsch“: (Fast keine Erinnerung} (Literaturverlag Droschl).
Kurz annotiert unter „Heimatkunde“: Die Literatur eine Heimat versammelt Reden von und über Marcel Reich-Ranicki (DVA).
Und Thomas David besucht Martin Amis und fragt den Schriftsteller: „Wissen Sie, wovon Ihr Werk handelt?“ Neu gerade bei Hanser Haus der Begegnungen.
Die Welt
„Die Christian Kracht-Wochen gehen weiter: Auch Thomas Lindemann findet, mit seinem neuen Buch lebt das Genre des spekulativen Geschichts-Romans neu auf (K&W).
In der Beilage „Die Literarische Welt“ bedankt sich Uwe Tellkamp, Kandidat für den Deutschen Buchpreis, schon mal für den Uwe Johnson Preis und sagt: „Kunst muss zu weit gehen.“
Elmar Krekeler besucht Steffen Kopetzky beim Wahlkampf in Pfaffenhofen (Der letzte Dieb (Luchterhand),
und „Das Buch der Woche“ sind diesmal gleich zwei über Wilhelm II: Wilhelm II von John Röhl bei ( C.H. Beck) und Kaiser Wilhelm II von Eberhard Straub (Landt).
Auf der Krimiseite gibt’s die neue Krimibestenliste [mehr…], kurz und liebevoll wird der neue Bronski-Krimi Schampanninger (Kunstmann) vorgestellt – und etwas länger, mit leiser Kritik an fehlender Spannung in Und dann gabs keinen mehr der schon dritte Roman von Gilbert Adair um die Miss Marple-(Parodie? Klon?) Evadne Mount. Aber dafür „gelingt dem Übersetzer Jochen Schimmang, Witze witzig zu erklären“ .
Groß vorgestellt wird auch noch der „oft brutale Alltag im Mittelalter, den Kay Peter Jankrift in Henker, Huren, Handelsherren (Klett) beschreibt.
Süddeutsche Zeitung
Auch hier wird (von Peter Burghardt) der Einsatz des PEN für Ernesto Cardenal kommentiert („Verrat an der Revolution“).
Tom Wolfe, dessen berühmtes Buch Fegefeuer der Eitelkeiten“ den Aufstieg eines Börsenmaklers beschrieb und jetzt natürlich in der Finanzkrise dauernd zitiert wird, verblüfft mit der Nachricht, an der was dran sein dürfte: „Greenwich ist das neue Wall Street.“
„Vergewisserung der Heimat“: Johannes Willms schreibt kenntnisreich über Julien Green Erinnerungen an glückliche Tage (Hanser), und Lothar Müller macht Lust auf den Gedichtband Fallstreifen von Nico Bleutge: „In diesem schmalen Band ist ein junger deutscher Dichter auf der Höhe nicht nur seiner Zeit“ (C.H. Beck).