
Café und Buchladen Ypsilon in Frankfurt am Main waren gestern Abend sehr gut besucht: Viele wollten Alina Bronsky hören, die aus ihrem Debüt-Roman „Scherbenpark“, vor wenigen Wochen bei Kiepenheuer & Witsch erschienen, las.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 17-jährige von Moskau nach Deutschland gekommene Sascha, ein begabtes, kesses und burschikoses Mädchen, das einen gewaltigen Schicksalsschlag verarbeiten muss: Vor ihren und den Augen ihrer beiden jüngeren Halbgeschwister wurde ihre Mutter und deren Freund erschossen.
Wie Sascha, die eigentlich Alexandra heißt, dieses Trauma verarbeitet, sich als „Familienälteste“ mit Hilfe einer naiven, aber gutherzigen Cousine aus dem fernen Novosibirsk durchs Leben schlägt, erfährt der Leser auf fast 300 Seiten. Dabei hat Sascha zwei Lebensziele: Sie will ein Buch über ihre zu emotional veranlagte Mutter schreiben und den Mörder umbringen.
Der Leser begleitet das junge Mädchen ein Stück auf ihrem Weg, lernt sie als starke und eigenwillige Persönlichkeit kennen und erfährt auch etwas über die Befindlichkeiten von Ausländern – in diesem Falle Russen -, die in Deutschland eine neue Heimat finden wollen. Trotz des düsteren Hintergrunds ist es ein Buch voller Wortwitz und Spannung, nur manchmal schimmert Tragik durch, die nie die Oberhand gewinnt.
„Ich habe das Buch den starken Mädchen gewidmet“, sagt Alina Bronsky, selbst im russischen Jekaterinburg geboren und mit 12 Jahren mit den Eltern nach Deutschland übergesiedelt.
Man darf auf die nächsten Projekte der jungen Autorin gespannt sein.
„Scherbenpark“ liegt übrigens auch als Hörbuch, gelesen von Katharina Schüttler und erschienen im Argon Verlag, vor.
JF