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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und ein kleines Beck-Bashing

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Die ZEIT

Das klingt nach einer literarischen Sensation: Der Düsseldorfer Lilienfeld-Verlag veröffentlicht zum ersten Mal einen Roman von Donald Windham. Kennen Sie nicht? Ein Freund von Truman Capote z.B., hochgeschätzt von André Gide und Thomas Mann. Adam Soboczynski hat den 1920 geborenen Autor in New York besucht und widmet ihm auf zwei Seiten den Aufmacher des Literaturteils. – Eine Nachfrage bei Verlag ergab: Das Buch Dog Star wird erst nach der Frankfurter Buchmesse im Handel sein – legen Sie es sich also auf Termin, liebe Buchhändler!

Alena Wagnerová hat bei Aufbau Heiden der Hoffnung. Die anderen Deutschen aus den Sudeten 1925 – 1989 veröffentlicht. Hermann Theissen rezensiert unter dem Titel „Als Tschechenknechte diffamiert“.

Romy Schneider und kein Ende: Blickfang auf S. 3 ein Porträt aus dem Bildband Die Erinnerung ist oft das Schönste (Hatje Cantz).

Franziska Augstein hat Jorge Semprún und sein Jahrhundert porträtiert. Das Buch unter dem Titel Von Treue und Verrat erschien bei C.H. BeckDorion Weickmann rezensiert.

Peter Roos hat sich die Wiener Geburtstagsausstellung zum 100. von Friedrich Torberg im Jüdischen Museum angesehen und findet: Die Ausstellung wird ihm nicht gerecht.

Ursula März hat (warum auch immer) Fucking Berlin von Sonia Rossi (Ullstein) gelesen und ist nun perplex über diesen Hurenroman: „Offensichtlich ist Haareschneiden gegen Geld halt doch was anderes als Sex gegen Geld“, vermutet sie, grübelnd, dass es das Genre Friseusenroman nicht, das Genre Hurenroman sehr wohl gibt. Na, lassen wir sie mal staunen.

Aus dem verdienstvollen Elfenbein-Band Sämtliche Gedichte von Luis de Camões wird das 203. Sonett abgedruckt.

Annotationen
André Gorz Der Verräter Rotpunktverlag, Felix Philipp Ingold, Yvette Sánchez Fehler im System (Wallstein).

Frankfurter Rundschau

Der Aufmacher im Feuilleton: Sabine Frankes große Rezension von Uwe Tellkamps Riesenroman Der Turm (Suhrkamp) unter dem Titel „Im Dresdner Museumsfest“: „Gäbe es einen zweiten Band – man würde ihn sofort lesen.“

Nancy Huston hat bei 8. Internationalen Literaturfestival Berlin eine Rede unter dem Titel „Heilsame Fiktion. Literarische Lügen sind besser als andere Lügen“ gehalten. Die Rundschau druckt sie ab.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Kommentiert wird der Übersetzerstreit – so ganz will Kommentator edo nicht einleuchten, was die Übersetzer unter „Angemessenheit“ verstehen. Vielleicht sollte man es wie Robert Gernhardt halten: „Wird’ ich nicht nach Tarif bezahlt, wird ab sofort naiv gemalt.“

Martin Halter rezensiert Budd Schulbergs Was treibt Sammy an?, ob mit korrektem Tarif bezahlt wissen wir nicht, aber virtuos neuübersetzt von Harry Rowohlt bei Kein & Aber. Auf jeden Fall eins der Bücher, die man lesen muss.

Der Fahrenheit Verlag hat Hans-Ulrich Möhrings Vom Schweigen meines Übersetzers herausgebracht – Andrea Neuhaus hat den Romanessay gelesen und scheint nicht ganz klargekommen zu sein damit.

Annotationen
Es sind vortreffliche Italienische Sachen daselbst. Louise von Göchhausens Tagebuch ihrer Reise mit Herzogin Anna Amalia nach Italien vom 15. August 1788 bis 18. Juni 1790 (Wallstein).

Elisabeth Reichart Die unsichtbare Fotografin (Otto Müller).

Christine Tauber hat sich in Düsseldorf die Ausstellung der Sammlung von Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz angesehen. Den Katalog mit dem Titel Himmlisch – Herrlich – Höfisch. Peter Paul Rubens, Johann Wilhelm von der Pfalz und Anna Maria Luisa de’ Medici gibt es bei E.A. Seemann.

Im update ein Kommentar von Andreas Platthaus zum Erscheinen des Kurt Back-Buches heute: „Machen wir uns nichts vor: Es ist eben das Buch eines Abstiegs“. Schnell aktualisiert, findet er, und nur einmal tritt Beck als SPD-Chef noch im Präsens auf. Sein Urteil „überflüssig“ schaut nur allzu deutlich zwischen den Zeilen hervor.

Die Welt

Michael Pilz hat die Bushido-Fast-Autobiographie (Riva) gelesen. Der zitiert brav Schiller und entdeckt beim Schreiben seine wahren Werte.

Was ist nun eigentlich mit Osama Bin Laden los? Ist er der Terrorchef Nr. 1, ist er tot, oder ist er ein Lyriker? Über letzteres zumindest wird man bald Gewissheit haben, denn seine Gedichte sollen nun veröffentlicht werden, berichtet Jacques Naoum.

Süddeutsche Zeitung

Allmählich hat man in den Feuilleton soviel Bilder vom Baader Meinhof Komplex-Film gesehen, dass man sich den Weg ins Kino eigentlich sparen kann. Heute macht das Feuilleton der SZ damit auf.

Henryk M. Broder ist immer für eine streitbare Meinung gut. Jetzt hat er im wjs Verlag sein Buch Kritik der reinen Toleranz veröffentlicht. Der Rezensent Michael Angele ist froh, dass er bei diesem Buch hinter manche Passage „gerne sein zustimmendes Häkchen gesetzt hat“.

Ijoma Mangoldt hat Alexander von Schönburgs Buchpremiere zu Alles, was Sie schon immer über Könige wissen wollten, aber nie zu fragen wagten (Rowohlt – schon der zweite Buchtitel heute, der mit einem berühmten „Titel-Vorfahren“ spielt…) besucht. Dabei waren natürlich zahlreiche Mitglieder regierender Königshäuser, weshalb man hier auch mehr über sie als über das Buch erfährt.

Christoph Schröder bespricht Robert Olmsteads Roman Der Glanzrappe (Eichborn – Die Andere Bibliothek) – ein düsterer Ritt durch die Gewaltlandschaften des amerikanischen Bürgerkriegs.

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