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Pressekonferenz zum Ehrengast Türkei: Über 250 Veranstaltungen an 40 Orten im Rahmenprogramm

Im Haus am Dom in Frankfurt fand heute Vormittag eine Pressekonferenz zum umfangreichen Rahmenprogramm des Ehrengasts Türkei der diesjährigen Buchmesse statt.

In seiner Begrüßung wies Prof. Felix Semmelroth, Kulturdezernent der Stadt Frankfurt, darauf hin, dass in Deutschland sieben Millionen Ausländer leben, davon sind 1,7 Millionen türkischer Herkunft. Allein in Frankfurt haben 32.000 Türken eine neue Heimat gefunden.
Das Motto des Rahmenprogramms heißt „Türkei – faszinierend farbig“ und soll die Vielfalt des Ehrengasts unterstreichen. Im Rahmenprogramm wird dieser kulturelle Reichtum deutlich.

Kern der Vorstellung des diesjährigen Ehrengasts bildet die zentrale Ausstellung „Wiedergewonnenes Palimpsest“ im
Forum Türkei/Ebene 1 auf der Messe. Anliegen aller Veranstaltungen, die sowohl auf dem Messegelände als auch in der Stadt an vielen verschiedenen Orten stattfinden, ist der Dialog zwischen Türken und Deutschen, die Entdeckungen anderer Kulturen.
350 Autoren, 100 Verlage, 320 Künstler an 25 Aufführungsstätten und über 250 Veranstaltungen an 40 Orten werden die Kultur des Ehrengastes in Frankfurt zeigen. Einige Ausstellungen sind bereits eröffnet worden, in den nächsten Tagen folgen weitere Expositionen, so zum Beispiel die Foto-Schau EBRU im Haus am Dom.

Aus Respekt vor dem Gastland und der Sprache Goethes begrüßte Salih Bogac Güldere, Generalkonsul der Türkei in Frankfurt, die Anwesenden zunächst auf Deutsch. In Englisch fuhr er fort und formulierte das Ziel des Rahmenprogramms so: „Wir wollen zeigen, was Türkei ist. Eigentlich ist das unmöglich, aber wir wollen zumindest einen Eindruck unserer Vielseitigkeit vermitteln.“ Dementsprechend versinnbildlicht auch das Logo die harmonische Farbigkeit des Ehrengasts.
Salih Bogac Güldere wies besonders auf die musikalischen Veranstaltungen wie das Yunus-Emre-Oratorium, das Galakonzert am 14. Oktober in der Alten Oper zur Eröffnung der Buchmesse, hin und machte auf die Veranstaltung am 15. Oktober an gleicher Stelle aufmerksam: Dann werden in der Alten Oper Auszüge aus dem West-östlichen Diwan, gelesen u.a. von Muezzins, zu hören sein.

Kulturamtsleiterin Carolina Romahn gab im Anschluss einigen Veranstaltern die Gelegenheit, ihre Projekte kurz vorzustellen.
Beeindruckt haben bereits beim Betreten des Hauses am Dom die großformatigen Fotos von Attila Durak. Seine “EBRU – Kulturelle Vielfalt in der Türkei“ betitelte Ausstellung ist das Ergebnis einer siebenjährigen Fahrt durch die Türkei. Auf 250.000 Kilometern Weg von 2000 bis 2007, zurückgelegt übrigens in einem VW-Bus, sammelte er nicht nur Bildmaterial, sondern lebte bei den Menschen, lernte sie besser kennen.

Mit hohem Kraftaufwand inszenierte Kuratorin Heike Stockhaus „Made in Turkey“. 55 Künstler zeigen an zehn verschiedenen Orten 250 Kunstwerke – Positionen zeitgenössischer türkischer Kunst aus den letzten 30 Jahren.

Prof. Dr. Ulrich Schneider, Direktor des Museums für Angewandte Kunst, wies auf die Ausstellung seltener und kostbarer Kaftane unter dem Titel „Tulpen, Kaftane & Levni“ in seinem Haus hin, die von vielen kleineren Veranstaltungen begleitet wird.

Auch die Zentralbibliothek und die Stadtteilbibliotheken haben ein vielseitiges Programm zusammengestellt, über das Judith Schleyer von der Zentralbibliothek informierte. Am 1. Oktober wird in der Zentralbibliothek die Ausstellung „Haymatloz“ eröffnet, die – von Lesungen und Gesprächen mit Zeitzeugen begleitet – das Exil Deutscher in der Türkei von 1933 bis 1945 beleuchtet.

Koral Okan informierte über das Interkulturelle Theater. Das insgesamt drei Jahre dauernde und in drei Ländern stattfindende Projekt beginnt in Frankfurt mit Aufführungen in verschiedenen Spielstätten, mit Lesungen und Ausstellungen.

Buchmesse-Direktor Juergen Boos dankte zum Abschluss allen Institutionen, Organisationen und Veranstaltern sowie dem türkischen Organisationskomitee für die Unterstützung bei der Erstellung und Umsetzung dieses umfangreichen und vielfältigen Rahmenprogramms.

JF

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