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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und: Eva Demski erhält den Preis der Frankfurter Anthologie, Kaufhäuser vor dem Aus?

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Für alle, die nebenbei auch mit Musik zu tun haben: 93-jähig sei der letzte Steinway-Nachfahre Henry Z. gestorben, meldet das Blatt.

Harry Nutt war mit dem Autor Kjell Westö auf dem Weg durch die Stadt Helsinki, da „Wo früher die anderen gegangen sind“ und hat so die Orte besucht, die im großen Helsinki Roman Wo wir einst gingen (btb) beschrieben werden.

„Richard Avedon“: Im Panorama gibt es heute eine zweiseitige Bildstrecke des großen Schauspielerfotografen aus dem Buch Performance,das Norma Stevens bei Schirmer Mosel herausgegeben hat.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Will J.K.Rowling Zauberministerin werden? Jedenfalls hat sie eine Million Pfund an die Labour Partei verschenkt, meldet das Blatt. Rowling möchte dem klammen Haushalt für alleinerziehende Mütter auf die Sprünge helfen. Das sei aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Unter „Die zärtliche Cousine“ hat sich Marta Kijowska dem polnischen Autor Wlodzimierz Odojewski gewidmet, von dem die zwei Bücher Ein Sommer in Venedig und Als der Zirkus kam bei SchirmerGraf erschienen sind. Der lasse sich aber nur in seinen Büchern in de Seele schauen und nicht im Interview: Dort gebe er nur Preis, noch nie in Venedig gewesen zu sein.

Mit großem Foto wird die Verleihung des Preises der Frankfurter Anthologie an FAZ-Autorin Eva Demnski gewürdigt. Ob Marcel Reich-Ranicki ihr mit dem unfreiwillig doppeldeutigen Satz, Demski gebe sich große Mühe, von ihren Lesern verstanden zu werden, ihr wirklich ein gutes Zeugnis ausstellt, ist fraglich.

Vorsicht ganz dunkler Roman! Fanziska Sperrs Familientragödie Das Revier derAmsel sei eine anrührende Tragödie, aber ohne Lichtblicke, findet Maria Frisé unter „Doktor Schweinchenrot“.

Annotiert werden unter „Alterseinsamkeit“ …und Goethe lächelte . Adam Mickiewicz in Weimar die Reisebriefe von Edward Odyniec, die Richard A. Kosowski bei Book on Demand herausgegeben hat und unter „Wielandwerberin“ Herbert Rissels Ende einer Affäre aus dem Scripta Mercaturae Verlag, das sich mit Sophie von La Roche beschäftigt.

Albert Camus wird wieder zweimal an Berliner Theatern gespielt, so ein Bericht: „Missverständnis“ und „Caligula“ stehen dort auf dem Programm.

Auf einer eigenen Sachbuchseite geht es zum einen um Religionskritik. Daniel C. Dennet entziehe sich den Simplifizierungen von Richard Dawkins, findet Helmut Mayer, der das Buch Den Bann brechen unter „Du sollst das Mem lieben wie dich selbst“ angesehen hat, doch trotzdem auch Problemzonen darin findet.

„Wie der Markt die Politik vergiftet“: Die Überschrift von Claus Offes Rezension fasst zusammen, womit sich Colin Crouch in Postdemokratie beschäftigt. Der geringe sozialwissenschaftliche Aufwand, den Crouch betreibe, befördern eine pointierte Darstellung.

Süddeutsche Zeitung

Sein zärtlicher Blick lasse den Roman am meisten für sich einnehmen, urteilt Meike Fesmann unter „Zu langsam für das Glück“, über das Kriminalstück Die Verdächtige aus dem Verlag DuMont.

Ehe, Krieg und Wald, darum geht es in dem Buch Das Leben im Mittelalter von Robert Fossier, das im Piper Verlag erschienen ist und das Rezensent Olaf B. Rader positiv als „Plaudern über das Mittelalter“ empfindet.

„In fernen Jurten“: Neu aufgelegt hat der Insel Verlag das schmale Büchlein von Galsan Tschinag Das Menschenwild, eine erstaunliche Erzählung aus dem Altei, wie Jörg Drews findet.

Entlegenes und Neues über Karl Krauss hat Jens Malte Fischer in Friedrich Pfäfflin „liebevoller Sammlung“ Aus großer Nähe gefunden, das er unter „Es ist etwas nicht geheuer“ unter die Lupe nimmt.

DIE WELT

Krankenhauskost ade: Wir freuen uns mit Siegfried Lenz, dem gehe es wieder etwas besser, heißt es in einer Meldung. Er sei vier Stunden an der Wirbelsäule operiert worden und könne in den nächsten Tagen das Krankenhaus bereits wieder verlassen.

Es sei nicht anders zu erwarten gewesen, dass die Zuschauer von arte William Shakespeare zum Europäischen King of drama gewählt hätten, kommentiert Eckhard Fuhr das Ergebnis eines Zushauerspiels.

Ansonsten sind die Feuilleton-Schreiber noch mit ihren Leseexemplaren beschäftigt und konnten noch nichts weiter zu Papier bringen.

Neue Zürcher Zeitung

„Winnetous Erbe ist den meisten zu teuer“: Die Überschrift ist auch Bilanz von Joachim Güntner, der auf einer Seite versuchte den Rang des Karl-May-Nachlasses durch eine Reise nach Bamberg zu klären. Immerhin könne Güntner nicht erkennen, dass es Nachlass-Inhaber Lothar Schmid nur ums Geld gehe. Und den Wert einschätzen, um flammende Aufrufe zu schreiben, könne er auch nicht. Doch sein Befund lautet: „Sein Nachlass ist mehr kulturhistorisch denn literaturhistorisch bedeutsam.“ Wenn eine Postkarte 800 Euro bei Ebay bringe, dann sei das Devotionalienhandel, aber mit Literaturforschung habe das nichts zu tun, kann er trotzdem wissen.

Financial Times Deutschlands

Gleich zwei Sargnägel für das Kaufhauskonzept scheinen die Berichte in der FTD zu liefern:

Dort wird berichtet, die Metro habe den Verkauf von Kaufhof in Gang gesetzt und lasse das Handelshaus über das Bankhaus JP Morgan in New York anbieten. Damit mache Metro wahr, was ihr Chef Eckhard Cordes bereits vor einem halben Jahr angekündigt habe. Die Lebensmittelzeitung will wissen, dass internationale Investoren Interesse gezeigt hätten, spekuliert wird über den Einstieg des spanischen Warenhausbetreibers Corte Ingles.

Parallel dazu seien die Aktien der Arcandor AG im freien Fall. Wie stark unter Druck Thomas Middelhoff steht, berichten Katja Wilke und Sven Clausen: Die Banken glauben nicht mehr an das Geschäftsmodel von Karstadt. Einst wollte Midelhoff einen Kurs von 40 Euro erreichen, jetzt liegt die Aktie unter vier.

Der Kursverfall belaste Mehrheitsinhaberin Madeleine Schickedanz, die Middelhoff zur Sanierung geholt hatte, und das Bankhaus Sal. Oppenheimer. Und mit jedem nicht eingehaltenen Versprechen, das Middelhoff abgebe, sinke das Vertrauen der Investoren. Allein der Touristik-Anbieter Thomas Cook halte die Zahlen aufrecht und generiere 60 Prozent des Umsatzes. Doch er weckt bereits Begehrlichkeiten. Nur sein Verkauf sei die letzte Sicherheit vor der Insolvenz von Karstadt.

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