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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – noch mal Kindle und viele Verrisse

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das papierlose Buch sogar mit Eselsohren. Mit dem Thema Buch illustriert heute die FAZ ihre Titelseite und verweist auf eine ganzseitigen Artikel im Feuilleton, wo sich Hubert Spiegel das sich mit dem Kindle von Amazon auseinandersetzt. Der Feuilleton-Chef findet, es lese sich nicht einmal schlecht damit und fragt, ob unser Kultur damit eine Revolution droht. Es ändere nicht nur den ökonomischen Umgang, sondern auch den Lesevorgang an sich.

„Der letzte Papierdieb“: Wolfgang Schneider} hat sich Drei sieben fünf von Marc Buhl aus dem Eichborn Verlag angesehen. Das verstörende Buch über das Trauma DDR beginnne vielversprechend und verunglücke in der zweiten Hälfte, findet er.

„Das Harte unterliegt“: Unter dieser Überschrift geht Walter Hinck der Analyse von Heinrich Detering über Brechts Taoismus nach, der sein Buch mit dem Titel Berthold Brecht und Laotse bei Wallstein veröffentlichte und ist begeistert. Der Essay sei ein Markstein in der Brecht-Forschung.

In Kürze wird kritisiert: In Kontrapunkt von Anna Enquist (Luchterhand) blieben die Figuren flach und die Handlung konstruiert und hingewiesen wird auf Massimo Carlotto dessen Dunkle Unermesslichkeit des Todes bei Klett Cotta, ein offenbar düsteres Gemälde ist, das Opfer- und Täterperspektive verschwimmen lässt.

(Angekündigt für morgen: Ulla Hahn: Das Scheitern der Bachman an Paul Celan und Paul Ingendaay: Das Leben von Constance Fenimore Woolson.)

„Was Filme an meinem Körper anrichten“: Unter neue Sachbücher erhält Filmtheorie zur Einfürung von Thomas Elgaesser und Malte Hagener aus dem Junius Verlag eine halbseitige begeisterte Besprechung: „So aufregend kann eine Reise in die Filmtheorie sein, denn es dreht sich alles um die körperlichen Reaktionen des Zuschauers“.

„Erst einmal hinsetzen und gar nichts tun“, titelt Helmut Löhr seine Besprechung von Andra Fischer: Was glaubst denn du? aus dem Goldmann Verlag, in dem sich Fischer über ihre Rückkehr zum Katholizismus auslässt. „Es hätte ein Buch über die Weltreligionen werden können, bleibt aber ein Appetitanreger, der nicht ganz sättigt“, ist sein Eindruck.

Frankfurter Rundschau

„Kunstvolles Mosaik“: Der Titel gibt das Urteil von Maike Albath über Halbschatten von Uwe Timm (Kiepenheuer & Witsch) wieder. Timm verzichte auf eine epische Entfaltung und lade einzelne Motive nur symbolisch auf und könne damit das Monströse des Nationalsozialismus erst scharf zeichnen.

Kurz besprochen wird unter „Vielleicht haben wir zu oft applaudiert“ Renate Schmidt: Therese Giese erschienen bei LangenMüller, das Buch hätte mehr Schärfe vertragen können, findet der Rezensent.

Die Welt

Während DIE WELT heute die Welt der Bücher auslässt, bespricht die

Süddeutsche Zeitung

unter „Entrückung der Schrecken“ den Erzählband Als der Zirkus kam von Wlodimierz Odojewski. Maike Albath findet, dass Odojewskis in dem Band aus dem SchirmerGraf Verlag bei aller Härte schön von der Sphäre zwischen den Kinder- und Erwachsenenwelten erzählen kann.

„Nachhaltiges Schwarzbrot“: Der Titel fasst Friedrich Wilhelm Graf eine der wichtigen Forderungen in dem Buch von Wolfngang Huber in Der christliche Glaube (Gütersloher)] zusammen, ist aber wenig begeistert. Huber spreche viel von Freiheit, aber sen Buch zeuge vom „autoritären Gestus des Alleswissens“.

Annotiert wird unter „Am Puls des Bosperus“ das Hörbuch Sehe dich Istambul von Andreas Ammer und Saam Schlamminger, das Tobias Lehmkuhl lobt: Es „vermag durch seine akkustische Offenheit immer aufs Neue zu irritieren“.

Gemeldet wird, dass Barbara Köhler den Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik der Stadt Cuxhaven erhält. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird am 13. Dezember verliehen und hatte vorgänger wie Peter Rühzmkorf, Robert Gernhardt und Wolfgang Biermann.

Neue Zürcher Zeitung

„Gibt es ein Recht auf Sezession?“: Das Feuilleton macht mit einem Artikel von Prof. Dr. Otfried Höffe auf, der rechtsphilosophische Überlegungen anstellt, ob die Abspaltung im Kaukasus eine völkerrechtliche Basis haben könnte. Er wird als Autor der Studie „Demokratie im Zeitalter der Globalisierung “ bei C.H.Beck vorgestellt.

„Liebe zwischen zwei Anschlägen“, heißt die Überschrift von Christian Gassners Besprechung von Blutspuren, dem ersten Comic-Roman von der Israeli Rutu Modan aus der Edition Moderne. Er ist überzeugt: Der Zeichenstil sei „klar, sauber, subtil und verweigert sich jeglicher Effekthascherei“.

„Wir sind entsetzt“: Frank Schäfer ist von der Biografie Über Michael Jackson von Margo Jefferson (Berliner Taschenbuchverlag) nicht hundertprozentig überzeugt, sie sei nicht ungewitzt, aber unterschlage auch so manches.

Außerdem widmet sich das Schweizer Blatt heute internationalen Wirtschaftstiteln:

„Akute Gefahren für den globalen Freihandel“: Ein Plädoyer gegen die Diskriminierung durch Handelspräferenzen sieht Erich Weede in dem Buch von Jagdish Bhagwati Termites in the Trading System. How Preferential Agreements Undermine Free Trade, das in der Oxford University Press erschienen ist.

„Berechenbar irrational“: Unter dieser überschrift geht Stephan Russ-Mohl den Beobachtungen in zwei Büchern nach, dass Ökonomen zwar das menschliche Verhalten oft als Resultat rationalen Abwägens zu erklären versuchen, dieser Ansatzes aber Grenzen hat. Dazu gehört Tim Harford: The Logic of Life. The Rational Economics of an Irrational World von Random House, New York, Michael Shermer: The Mind of the Market. Compassionate Apes, Competitive Humans and other Tales from Evolutionary Economics, Times Books Henry Holt und zum Weiterlesen wird empfohlen: Dan Ariely: Predictably irrational. The Hidden Forces That Shape Our Decisions, Harper Collins.

„Finanzmärkte bändigen“: Urs Zulauf rezensiert von Howard Davies und David Green Global Financial Regulation – The essential guide] (Polity Press, das sich mit Erfahrungen aus internationaler Regulierungspraxis und Finanzkrisen auseinandersetze. „Dieses Buch ist Pflichtlektüre im Zusammenhang mit der internationalen Finanzmarktregulierung. Zum Glück bereitet diese Pflicht ein ausgesprochenes Vergnügen“, so die Empfehlung.

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