
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Steht nicht im Feuilleton, sondern im Hessenteil: „Amazon baut in Bad Hersfeld Europas größtes Logistikzentrum“ auf einer Fläche von 15 Fußballfeldern enstehen 2500 neue Arbeitsplätze…, hier können Sie weiterlesen.
„Die Toten, die es nie gab“: Norbert Mappes- Niediek schreibt über das Buch Medjugorije: Religion, Politics and Violence in Bosnia des niederländischen Historikers Mart Bax. Der habe darin eine bosnische Blutfehde erfunden.
„Der Kaiser bin ich“: Günther Frieß bespricht Robert Girtlers „kleine Soziologie des Kellnerstandes“ Herrschaften wünschen zahlen (Böhlau).
„Lächelnde Verräter“: Insa Wilke schreibt über den Roman von Michael Wildenhain Träumer des Aboluten bei Klett-Cotta „Wäre er bloß früher da gewesen, er hätte der Debatte um die Rückkehr des Politischen in die Literatur Impulse geben können.“

Kurz werden vorgestellt unter „Mut zu Gedichten“, gemeint ist damit der Kindermann Verlag mit seiner Reihe „Poesie für Kinder“, das Kinderbuch mit der „packenden Ballade“ John Maynard von Theodor Fontane
und unter „Ausstellung für Flüchtige“ ein Sachbuch: Es geht um Antonia Wunderlich Der Philosoph im Museum (transcript) – dazu wird auf der gleichen Seite noch unter „Was alles drin ist“ ein weiteres „Sach-Buch“, im wahrsten Sinne des Wortes, vorgestellt: Der neue Ikea Katalog erscheint heute.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
„Letztlich bin ich Niemand: Sohn des Schneiders“: Florian Borchmeyer stellt die Gedichte Trazas.Poemas des kubanischen Exildichters José Kozer vor: „Ihn zu entdecken ermöglicht diese kluge und sensible Auswahl in wunderbarer Weise“, sagt er über das Buch aus dem Teamart Verlag, Zürich.
„Vom reflexhaften Entkleiden vor dem Erfrierungstod“: Thomas Meissner findet lohnend, sich auf Judith Kuckarts „labyrinthischen Roman“ Die Verdächtige (DuMont) einzulassen.
Kurz besprochen: Unter „Deppenromanze“ bekommt man Lust auf Robert Seethalers Roman Die weiteren Aussichten(Kein & Aber), bei dem das „geistfreie Landleben zur feindlichen Kulisse“ für zwei notorische Außenseiter werde – „der Witz des Romans besteht im gleichbleibend geringen Überblick der Protagonisten“
und unter „Rokokoerotik“ geht es um Johann George Scheffner: Gedichte nach dem Leben (Wehrhahn Verlag) aus dem Jahr 1771, die jetzt „als Trouvaille“ neu herausgekommen sind.
„In der Mitte der Gesellschaft“ schreibt Eberhard Rathgeb zum 80. Geburtstag von Hermann Glaser.
Die Welt
„So trieben es die Franzosen unter deutscher Besatzung“: Jörg Von Uthmann berichtet über Patrick Buisson: 1940-1945 Années érotiques, (Éditions Albin Michel), und die „Horizontale Kollaboration: Ein neues Buch beschreibt das sexuelle Erwachen Frankreichs während des Zweiten Weltkriegs: … Jean-Paul Sartre und seine Gefährtin Simone de Beauvoir dachten ebenfalls nicht daran, sich durch die Besatzung in ihrer Lebensfreude stören zu lassen“.
Und auch Eckhard Fuhr gratuliert zum 80. Geburtstag von Hermann Glaser.
Süddeutsche Zeitung
Goethes Leben von Geburtstag zu Geburtstag: Gustav Seibt findet, die neue kritische Tagebuch-Edition „zeigt den Dichter als Zeitmanager“, „er beackerte seine Zeit mit einer Mehrfelderwirtschaft“. Tagebücher 1813 bis 1816 (Metzler)
Und unter „Viel drin“ wird kurz berichtet: „Nun gibt es die Peter Hacks Bibliographie (Verlag André Thiele).
Neue Zürcher Zeitung
„Daneben gelesen: Der andere Seiler“ ist der Titel von Alexandra Stäheli, die das Buch von Alexander J. Seiler Daneben geschrieben 1958–2007 aus dem Verlag Hier + Jetzt angesehen hat, in dem sich der Mitbegründer des Neuen Schweizer Films als Autor präsentiert: „Dort, wo der Bannkreis der Empörung aufhört, beginnt sich, wenn man richtig daneben liest, noch ein zweiter Seiler zu entfalten, ein inspirierender Autor und wendiger origineller Denker“ , findet sie.
„Im Spiegel einer Strasse“ titelt Franz Haas seine Besprechung von La Via (Verlag Einaudi), dem letzten Buch von Fabrizia Ramondino, die sich darin literarisch mit dem Ort auseinandergesetzt hat, in dem sie zuletzt lebte. „Es ist eine provinzielle Zauberwelt und zugleich das reale Spiegelbild des heutigen Italien, was Fabrizia Ramondino hier ein letztes Mal mit grosser Kunst, mit Witz und Kummer vor dem Leser ausbreitet“ , so Haas.
Unter „Bewegter Bewegungsforscher“ geht es um das Buch Soziale Bewegungen zwischen Dynamik und Erstarrung aus dem Akademie-Verlag über den Soziologen Robert Michels, der darin in neuem Licht erscheine, so Rezensent Stefan Breuer.
DIE ZEIT
„Und der Vater fand endlich Ruhe“ , mit der Überschrift hat die ZEIT-Redaktion den Autor Andreas Maier (Wäldchestag) gebeten ich auf der Titelseite des Literatur-Buchs des Blattes mit dem buch Die Box von Günter Grass auseinanderzusetzen. In seiner Erzählperspektive bleibe das Buch sehr einfach, so Maier, doch er wundert sich, dass er seinem Text nicht traut.
In der Seitenspalte erinnert Elisabeth von Thadden unter „Insel-Lektüre“ an die Autoren und Texte, die die Insel Hiddensee zu ihrem (zeitweiligen) Mittelpunkt hatten. Nicht nur an Gerhard Hauptmann, der sich in Mynheer Peeperkorn des Inselgastes Thomas Manns wieder erkannte, sondern auch an Christoph Heins Tangospieler. Aufgeschrieben sind die literarischen Geschichten in dem Büchlein Die Insel Hiddensee von Simone Trieder (Hasenverlag). Außerdem hätten Bodo und Christine Müller in Über die Ostsee in die Freiheit die vielen Fluchtversuche erforscht. Einer ist zurückgekommen und hat Literatur draus gemacht: F.C.Delius in Spaziergang von Rostock nach Syrkus, er ist der Protagonist Klausner im Tangospieler.
Dieter Hildebrandt hat sich unter Vom eigenen Genie geradezu gemartert die neue Biografie über Joseph Haydn aus dem Böhlau Verlag angesehen. Der Autor und Musikprofessor Hans-Josef Irmen spitze darin gern „polemisch“ zu und ist fasziniert, jedenfalls sei „Pointiertheit gewiss angemessener als Betulichkeit“, ist seine Meinung.
Dagegen findet Rezensent Axel Schildt unter „Tiefe Zäsur“, dass dem gelehrten Historiker Hans-Ulrich Wehlerin seinem fünften Band Deutsche Gesellschaftsgeschichte (C.H.Beck) zuweilen der polemisierende Zeitgenosse „in die Quere“ kommt. Trotzdem: „eine beeindruckende sozialgeschichtliche Synthese“, findet Schildt.
Aber auch die Reiseredaktion hat die Literatur entdeckt und machen mit dem Autor Burkhard Driest auf, dessen Krimis auf Ibiza spielen. Wolfgang Gehrmann begleitet ihn an die Orte seines Protagonisten, Kommissar Costa, auf der Insel. Am 6. September erscheint Sommernachtsmord bei LangenMüller, weitere sind Der rote Regen (Ullstein), Liebestod und Brennende Schuld (Diana).