Home > Umgeblättert > Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – Die Longlist und wie die Verlage mit BoD umgehen

Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – Die Longlist und wie die Verlage mit BoD umgehen

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen.

Stern

Wenn jemand nach dem Buch „Der Räuberhauptmann“ fragt , weil er den großen Bericht mit diesem Titel im Stern von heute gelesen hat: Er meint den Australier Gregory David Roberts, der seine Lebensgeschichte zu dem Roman Shantaram verarbeitet hat und der jetzt bei Goldmann kommt („Ein starker Erzähler auch auf dem Papier“).

Und natürlich kann auch der Stern nicht an einem Mädchen mit Biss vorbei gehen: „Blutsauger und andere Romantiker“ heißt die Seite über Stephenie Meyer.

Frankfurter Rundschau

„Das Versenken neu lernen“ nennt Sebastian Moll einen Bericht über „Kindle – der Computer, der wie ein Buch aussehen und wie alle Bücher funktionieren will“ – er hat ihn bei Starbucks ausprobiert.

Ina Hartwig kommentiert die diesjährige Auswahl der Longlist zum Deutschen Bücherpreis („insgesamt solide“), aber fragt: „Soll man die Granden nominieren?“

„Wunschmaschine Idylle“: Rolf-Bernhard Essig geht kritisch mit Christian Zehnders Erzählung Gustvas Traum (Ammann) ins Gericht. Er erhebe sich mit seiner hymnisch-idyllischen Erzählung weit über die Prosa der heutigen Verhältnisse. „Das macht manchmal Vergnügen, manchmal Bauchgrimmen. doch am Ende löst sich – selbst bei der zweiten Lektüre – das Zauberwerk rasch auf in nichts.“

Ebenfalls ktitisch bespricht Yaak Karsunke unter dem Titel „Friedensfreund? Patriot? Wenn es so einfach wäre“ die „insgesamt eher verklärende Ausgabe der Gefängnisbriefe“ von Günther Weisenborn und seiner Frau Joy, die unter dem Titel Wenn wir endlich frei sind bei Arche erschienen sind.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Börsenhai auf Tauchgang“: Wolfgang Schneider findet, Christian Mähr hat mit Semmlers Deal „einen schwungvollen faustischen Roman vorgelegt“ (Deuticke).

In einer Kurzrezension wird unter „Hortikulturrevolution“ Lust auf den neuem „Bergroman“ über das „liebenswerte Hexli“ von Tim Krohn Vrenelis Gärtli (Eichborn Berlin) gemacht.

Und unter „bei Anruf Druck“ kommentiert Helmut Mayer die Zusammenarbeit von Suhrkamp mit BoD und hat sich auch in anderen Häusern umgehört [mehr…]: Das sei „ein Bekenntnis zur Backlist“. Immerhin: BoD wolle bis Jahresende die Marke von 100.000 Titeln im Programm erreicht haben. Suhrkamp vollziehe nur einen Schritt, den Hanser schon hinter sich habe. Hanser-Gf Michael Krüger kann sich vorstellen, bei Hanser werde irgendwann „wahrscheinlich auch so eine Maschine auf dem Flur stehen“. S. Fischer will womöglich den entgegengesetzten Weg gehen: Dort wollen Wissenschaftstitel vielleicht ins HC-Segment gehoben werden.

Und es wird gefragt: „Was darf eine Jüdin in Deutschland gegen Israel sagen?“ Patrick Bahners zum Rechtsstreit zwischen Hendrik M. Broder und Evelyn Hecht-Galinski.

Die Welt

Tilman Krause bewundert die diesjährige Auswahl für die Longlist: „Tatsächlich ist es der Jury gelungen, an keinem der herausragenden Bücher des Jahres vorbeizugehen“.

Süddeutsche Zeitung

Klaus Brill erinnert an „Milan Kundera, Vaclav Havel und den Prager Frühling 1968: Aber „Die Asche glüht nicht mehr“.

Jörg Häntzle beschreibt eine neue Masche in US-Literatenkreisen: „Blurbings bietet Werbesprüche für die Umschlagrückseite“. Gemeint ist, wenn Autoren ihre Schüler oder Freunde oder sich gegenseitig loben. Eine Internetseite verkauft inzwischen entsprechende Blurbs. Und, um es abzukürzen: Manchmal werden sie auch erfunden.

Burkhard Müller berichtet unter „Rippelnetz aus Licht über dicken Frauen“: Den „Lexikonroman von Adreas Okopenko (Deutikcke)„gibt es nun wieder auf Papier“ aber fragt: „Warum muss man so was unbedingt Roman nennen“ …Man sollte es ankündigen als „dickes Buch voller wunderbarer Kleinprosa“.

„In der Kampfzone“: Tobias Heyl findet: „Die Neuauflage von John Didions Roman Demokratie] (Claassen) ist „ein zeitloses Schlachtengemälde – das in diesen Monaten besonders fesselt“.

„Nächster schöner Tag“ heißt eine Kurzkritik zu Maurice Tamisier Reise in den Hochländern Arabiens (Trafo Verlagsgruppe, Berlin).

Unter „Triste Orte für Global Players“ wird mit Fotobeispielen vorgestellt, was Peter Friedl an Spielplätzen in aller Welt fotografiert hat: Playgrounds (Steidl).

Und lesenswert auch hier der Kommentar zur Longlist – die SZ macht einen Kurzroman aus der Titelauswahl. Titel: „Treffen sich zwanzig“.

Neue Zürcher Zeitung

Auf Seite 2 des Feuilleton Buches der NZZ rezensiert Dorothea Dieckmann unter „Mitreissende Kakophonie“ den Suhrkamp-Titel „Treibsand urbar machen“ und konstatiert, dass der niederländische Autor und effant terrible A.F.Th. van der Heijden ein literarisches Schwergewicht geworden sei.

Irine Binal widmet sich dem Buch „Das sag ich dir.“ von Hanif Kureishi aus dem S. Fischer Verlag, das eine „recht alltäglich Midlife-Crisis“ beschreibe. Sie urteilt, dass „ein unkonventioneller Erzählstil und eine bunte Handlung bei weitem nicht ausreichen, um einen großen Roman zu schreiben“.

Auch Rainer Moritz ist enttäuscht von seiner Lektüre: Er findet bedauerlich, welche Möglichkeiten der Roman „Befangen“ von Scott Turow aus dem Karl-Blessing-Verlag verschenkt.

Die Zeit

Als Aufmacher ihrer Rubrik „Literatur“ schreibt Peter Hamm unter dem Titel „Wer bin ich für Dich?“ über die Liebesgeschichte zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Der neue Titel „Herzzeit“ (Suhrkamp) trägt den Briefwechsel der beiden wie auch den zwischen Paul Celan und Max Frisch und Ingeborg Bachmannn und Gisèle Celan-Lestrange zusammen und kommentiert ihn. Hamm merkt an, „dass der Kommentar uns oft im Stich lässt“ und kritisiert die Übersetzungen der Briefe.

Insa Wilke rezensiert unter dem Titel „Was tut er bloß, der Mensch?“ Patricia Görgs „Meier mit Y“ (Berlin Verlag). Ihr Fazit: „Da vibriert was!“

Ein „fulminanter Schmöker“ ist für Susanne Meyer der neue Roman von Amitav Gosh. „Das mohnrote Meer“ (Blessing) führe in die Ära der Opiumkriege und mache Anleihen bei Johnny Depp und Dante Alighieri.

Gunter Hofmann schreibt unter „Nutzt eure Chancen, wehrt euch!“ über Saskia Sassens „Das Paradox des Nationalen“ (Suhrkamp), in dem sie der These des Nationalstaats als Folge der Globalisierung widerspricht: „Saskia Sassens generalistischer Blick, ihre Art, die moderne westliche Welt zu ‚lesen’, ist auch schon ein verblüffendes Kunsttück.

Christian Schmidt-Häuer weist zur Krise im Kaukasus auf Silke Kleinhanß Titel „Die Außenpolitik Georgiens“ (LIT Verlag) hin: „Ihr soeben erschienenes, schmales Buch weist nach, dass nicht nur Russlands imperiale Strategie, sondern auch Georgiens Außenpolitik ein Gefahrenerd ist.“

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige